....die unterschiedlichen Bezeichnungen für ein und diesselbe Stadt geben einen Vorgeschmack auf die "Schweiz des Balkans".
"Makedonien" ist die im April 2009 erschienene zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage des ebenfalls im Trescher Verlag erschienenen "Makedonien entdecken". Als Autorin zeichnet sich erneut Philine von Oppeln verantwortlich.
Da sich die bisherigen Kundenrezensionen auf die Erstauflage von 2005 beziehen, können sie der brandneuen Ausgabe nicht gerecht werden. Bei gleichgebliebenen Preis, sind bereits beim ersten Betrachten fünf optische und funktionale Änderungen gegenüber dem Vorgänger auffällig. Mit den neuen Maßen 18,8 x 12 x 1,8 cm wurde das Softcover noch handlicher, so dass es locker in jede Gesäßtasche passt und die Benutzung vor Ort erheblich erleichtert. Zweitens sind nun alle aktuellen Fotos, Stadt- und Lagepläne, Illustrationen etc. farbig. Jedem Themenbereich ist eine Farbe zugeteilt: "Land und Leute" (gelb), fünf Landesregionen Regionen (rosa) und "Sprachführer" (grün), Reisetipps A-Z (blau) und Anhang (violett). Da eine entsprechende 1,2 cm breite Farbmarkierung auch am vorderen Schnitt der Seiten angebracht wurde, sind die einzelnen Kapitel auch am geschlossenen Buch erkennbar. Dies erleichtert wiederum die Suche nach einem Kapitel. Ein weiteres Plus sind die ausklappbaren Karten am Anfang (Makedonien und seine Nachbarländer) und Ende (Skopje-Zentrum und Altstadt) des Handbuches. Die in der Beschreibung angegebene Zahl erhöht sich dadurch um vier weitere Seiten. Sich überschneidende Detailkarten sind mit Angabe der entsprechende Buchseite eingezeichnet. Daneben weist die Skopje-Karte auch Sehenswürdigkeiten, Hotels und Parkplätze vor.
Dem Inhaltsverzeichnis folgen das Vorwort "Dobredojdovte!", "Hinweise zur Benutzung", "Zeichenlegende" und "Das wichtigste in Kürze". Im ersten Kapitel "Land und Leute" bekommt der Leser Fakten mitgeteilt, die über ein Standardwissen hinausgehen gehen. Schwerpunkte werden hier auf Geschichte, Staat und Politik und Bevölkerung gesetzt.
Besonders wichtig für das Verstehen der gegenwärtigen Situation der jungen Republik ist ein (von insgesamt 11) farblich abgesetztes Essay zu "Die makedonische Frage" (S. 35). Es geht um den Flaggen- und Namensstreit mit Griechenland, der bisher den Beitritt Mazedoniens zur NATO und den Beitrittsstatus zur EU verhinderte. Von besonderem Interesse sind auch die kriegerischen Auseinadersetzung mit der UCK im nordwestlichen Makedonien und ihre Beilegung im "Ohrid-Abkommen" (2000/01).
Neben den geographisch gegliederten Kapiteln "Der Südwesten", "Pelagonija", "Der Nordwesten" und "Der Osten" wurde mit 27 Seiten der Schwerpunkt des Buches auf das Kapitel zur Hauptstadt "Skopje" gelegt. Besonders erfreulich nach timediver®'s Geschmack ist, dass jedes Kapitel wiederum mit einem historischen Einstieg eröffnet wird.
Zusammen mit den geschichtlichen Angaben zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten bietet das Handbuch ein enormes Potential an Landesgeschichte.
Originell ist ein "Ausflug nach Albanien (S. 137. Beeindruckend ist das Essay "26. Juli 1963", dem Tag des großen Erdbebens, bei dem die Bahnhofsuhr stehen blieb und die Stadt in ein Trümmerfeld mit mehr als 1000 Toten 3000 Verletzten und 100.000 Obdachlosen verwandelt wurde. An den Überresten des Altenbahnhofs, in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist, kann man das Ausmaß der Naturkatastrophe erahnen. Ein Beleg für die hohe Aktualität des Buches ist der Hinweis auf das 2009 eröffnete Gedenkhaus für die Friedensnobelpreisträgerin von 1979 und 2003 selig gesprochene Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, genannt "Mutter Theresa", die 1910 noch im osmanischen Üsküp. geboren wurde.
Ein Schnitzer ist jedoch bei den Öffnungszeiten des "Makedonischen Nationalmuseums" unterlaufen, die mit Montag-Freitag, zw. 09.00-17.00 Uhr angegeben sind (S. 93). So kam es, dass ich an einem Montag vor geschlossener Tür stand. Erst durch Bitten und gutes Zureden gewährte mir ein Mitarbeiter nicht nur einen Exklusivzutritt, sondern erlaubte auch das Fotografieren.
Ein achtseitiger Sprachführer "Makedonisch" gefolgt von einem dreiseitigen für "Albanisch" macht noch mal deutlich, dass mehrere Ethnien und Konfessionen das Land bewohnen. Vor einem Person-/Sach- und Ortsregister lassen 29 Seiten "Reisetips (so geschrieben) von A-Z" zusätzlich zu den Hinweisen in den einzelnen Kapiteln das Reisehandbuch für die Planung und Nachbereitung einer Reise, sowie auch vor Ort - trotz des montags geschlossenen National Museums - besonders empfehlen. Als zudem zur Zeit aktuellster Reiseführer für Makedonien ist es mit 5 Amazonsternen zu bewerten.