Unter dem Titel "Make Some Noise - The Amnesty International Campaign to Save Darfur" ist auf 2 CDs (locker über 100 min.) ein sehr interessantes John Lennon Tribute Album für Amnesty International erschienen. Alle Einnahmen gehen an ai, insbesondere zur Unterstützung der Darfur Kampagne. Und allein das ist ein guter Grund die CD zu kaufen. Aber jetzt zur Musik:
CD 1
01. U2: Instant Karma
02. R.E.M.: No 9 Dream
03. Christina Aguilera: Mother
04. Aerosmith feat. Sierra Leone Refugee All-Stars: Give Peace A Chance
05. Lenny Kravitz: Cold Turkey
06. The Cure: Love
07. Corinne Bailey Rae: I'm Losing You (live)
08. Jakob Dylan & Dhani Harrison: Gimme Some Truth
09. Jackson Browne: Oh, My Love
10. The Raveonettes: One Day At A Time
11. Avril Lavigne: Imagine
12. Big & Rich: Nobody Told Me
13. Eskimo Joe: Mind Games
14. Youssou N'Dour: Jealous Guy
CD 2
01. Green Day: Working Class Hero
02. Black Eyed Peas: Power To The People
03. Jack Johnson: Imagine
04. Ben Harper: Beautiful Boy
05. Snow Patrol: Isolation
06. Matisyahu: Watching The Wheels
07. Postal Service: Grow Old With Me
08. Jaguares: Gimme Some Truth (Spanish)
09. The Flaming Lips: (Just Like) Starting Over
10. Jack's Mannequin feat. Mick Fleetwood: God
11. Duran Duran: Instant Karma
12. a-ha: No 9 Dream
13. Tokio Hotel: Instant Karma
14. Regina Spektor: Real Love
Viel Licht und ein wenig Schatten, wie nicht anders zu erwarten. Ich bin kein Lennon Fan, insofern hänge ich nicht allzu sehr an den Originalen. Die erwarteten Knaller sind natürlich die Aufnahmen von U2 (klingt halt wie U2, allerdings erkenne ich Bono's Stimme kaum wieder, war er bei den Aufnahmen erkältet oder was ?), REM, Jakob Dylan & Dhani Harrison (die Söhne von Bob Dylan und George Harrison), The Raveonettes (eine leider hierzulande fast unbekannte dänische Band), Duran Duran (beginnt rockig, wird dann eher poppig), a-ha (sehr interessant ist es die beiden "#9 Dream" Versionen vom REM und a-ha zu vergleichen, ich kann nicht sagen welche ich besser finde) und besonders Green Day, zu deren "Working Class Hero" es auch einen Video Clip gibt, der bei MTV in der Dauerrotation läuft.
Sehr interessant ist "Love" von The Cure, das sehr nach Cure klingt, zwar kein Highlight, aber gut. Die ruhigen Songs von Corinne Bailey Rae und Regina Spektor sind auch schön, Youssou N'Dour hat "Jealous Guy" wirklich zu seinem eigenen Song gemacht (auch wenn die Roxy Music Version unerreicht bleibt), Jackson Browne ist gut wie immer, Snow Patrol haben aus "Isolation" eine grossartigen Song gemacht, sogar die Tokio Hotel Version von "Instant Karma" ist gelungen (abgesehen von der Stimme), und Lenny Kravitz klingt wie immer wie ein Relikt der 1970er. Und auch wenn ich damit allein dastehe, ich finde die Reggae Version von "Give Peace a Chance" (Aerosmith feat. Sierra Leone Refugee All-Stars) richtig klasse.
Für mich gibt es nur wenige Tiefpunkte, dazu zählt "Imagine" von Avril Lavigne, die mit ihrer Kleinmädchenstimme und der zahmen Instrumentierung überhaupt nicht mitreisst, obwohl "Imagine" wohl der beste Lennon Song ist. Auch Jack Johnson's Version kommt mir zu kraftlos rüber, ist aber ganz ok. The Flaming Lips mag ich grundsätzlicht nicht wegen der gruseligen Stimme des Sängers (auch wenn ihre Version von "(Just Like) Starting Over" musikalisch ok ist), und das wirklich grausig intonierte "Power to the People" von den Black Eyed Peas hätte man sich wirklich sparen können.
Die Tatsache dass ein paar Songs mehrfach auftauchen geht auch in Ordnung (Instant Karma 3x, #9 Dream 2x, Gimme Some Truth 2x, Imagine 2x). So kann man die verschiedenen Versionen vergleichen.
Interessant finde ich dass man sich nicht so sehr auf Lennon's politische und gesellschaftskritische Songs konzentriert. Zum Thema hätte das vielleicht besser gepasst als Lieder über Liebe.
Leider ist die Verpackung suboptimal, man hat leider vergessen dass das Booklet irgendwo untergebracht werden muss. Die Verpackung entspricht einer früheren Doppel-LP Verpackung. Das Booklet wurde halt zur CD 1 dazu gepackt. Ansonsten ist das Booklet informativ, hat das Kleingedruckte zu den Songs und einige Infos zu ai und zur aktuellen "Make Some Noise" Kampagne. Schade allerdings, dass einige Fotos mehrfach verwendet wurden.
Fazit: Empfehlenswerte Compilation, sowohl der Zweck als auch die Musik. Dass bei einer Compilation bzw. einem Tribute Album nicht jeder jeden Song mag geht ja auch voll in Ordnung. Kleine handwerkliche Schwächen (Verpackung) trüben den Eindruck etwas. Trotzdem 5 Sterne.