Unser "Coonie" ist schon etwas länger bei uns, als dieser Ratgeber. Ich habe den Ratgeber ausgiebig studiert, als das Kätzchen neu bei uns war - und wirklich viele hilfreiche Tipps gefunden. Darunter viele die wirklich nur auf Maine Coons zutreffen. Der Ratgeber ist als Entscheidungshilfe für oder wider die Anschaffung einer Maine Coone - Katze anzusehen. Wer weiterführende Tipps sucht, wird sich um ausgiebigere Lektüre bemühen müssen.
Das wichtigste zu diesem GU Ratgeber MAINE COON in Kürze, mit ein paar Anmerkungen:
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Coonies brauchen Aufmerksamkeit, sonst verkümmern sie. ---- In echt äußert sich "Nichtaufmerksamkeit" meiner Erfahrung nach in Tapetenkratzen, auf die Decke pinkeln.
Coonies (so wie vermutlich alle Katzen) verstehen Bestrafung nicht. Für unerlaubte Aktionen sollte man ihnen ein Wort beibringen: Nein!" ist gut geeignet. Wasserpistole oder mit Wasser besprühen hilft auch. --- Aber eben nicht immer. Was einmal erlaubt ist, ist schwer abzugewöhnen. (Das Prinzip "Katze erzieht Mensch. Niemals umgekehrt!", greift hier voll. Man kann auch
Schmitz' Katze: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal lesen, um das zu verstehen.
Coonies lieben Angelspiele und andere Geschicklichkeits-Spiele. Bei diesem
Federstab tickt unser Kater beispielsweise völlig aus.
Coonies benötigen eine größere Katzentoilette als gewöhnliche Katzen, spätestens wenn die Katze eine Länge von Nasenspitze bis zum Schwanzende von einem Meter erreicht, werden Sie das auch ohne Ratgeber feststellen. --- Stimmt. Bereits nach neun Monaten bin ich froh den Tipp mit der großen Katzentoilette beherzigt zu haben.
Coonies sind Quasselstrippen. --- Unbedingt zuhören und am besten zurückquasseln. (Unserer mag das jedenfalls.) Außerdem halte ich das für eine der herausragenden, zugleich liebenswerten Eigenheiten dieser Rasse. Die Stimme ist eigentlich eher piepsig - es sei denn die Katze hat echten Anlass zur Beschwerde. (Wenn man ihm auf den Schwanz tritt - das kommt sehr oft vor, weil er auf Schritt und Tritt um einen herum ist, wenn's ihm Spaß macht - dann macht es nicht Pieps, sondern das hört sich dann schon nach Aua-Miau an.)
Coonies sind keine Schosskatzen. --- Es ist jedoch eine große Ehre, wenn sie überhaupt neben Ihnen auf der Couch Platz nehmen. Dennoch kann ich festhalten, dass sich unser Kater gerne "locken" und in der Wohnung oder auch draußen auf dem Arm herumtragen lässt. Wenn es ihm gefällt allerdings nur. Wer jemals so einen kuschelig-frechen Schmusebär auf dem Arm hatte wird wissen, wie viel Spaß es macht mit Katze auf dem Arm herumzuspazieren.
Coonies lieben Wasser. --- Dreifaches: Ja! Wir haben ein Aquarium 60x120cm Grundfläche, ohne Abdeckung. Er schwimmt zwar nicht darin, aber Pfoten baden und daraus trinken ist an der Tagesordnung. Dusche, Badewanne, Toilette inspizieren gehört zu seinen Lieblings-Tätigkeiten.
Coonies sollen einen Trinknapf in einiger Entfernung zum Fressnapf haben --- Hilft bei uns nix! Vielmehr gilt: Herr Katz trinkt nie dort, wo er trinken soll. Ich habe mit dem Trinkwassernapf alles probiert. An verschiedensten Ecken aufgestellt (nie neben dem Futter, weil Coonies das Futter sonst ins Wasser tauchen. Sagt zumindest der Ratgeber) - Trinkwassernapf wird ignoriert. Immer. Fliegt bestenfalls bei seinen Aktivitätsattacken quer durch die Bude: Überschwemmung inklusive. Herr Katz trinkt aus der Spüle oder das Restwasser in der Duschkabine oder aus Wassereimern oder Gießkanne am Balkon. Aus einem herumstehendem Wasserglas, so die kleine Schnauze nur irgendwie reinpaßt auch (Umkippen nicht ausgeschlossen). - Meine Lösung: Gießkanne mit katzentrinkwasser im Wohnzimmer. Im Garten NIEMALS Dünger in Gießkanne oder Eimer!
Coonies brauchen eine große Wohnung (=großes Revier) - haben jedoch auch einen riesigen Freiheitsdrang. --- Mag sein. AAAAABER: Wenn die Katze einmal Freiheit geschnuppert hat, wird sie sich nicht mehr "nur" in der Wohnung halten lassen. (Steht auch so im Ratgeber). SO IST ES!
An der Stelle setzt meine Kritik an dem Ratgeber ein:
Es wird leider an keiner Stelle auf Freigang-Katzen eingegangen. Ich bin kein Gegner von Wohnungskatzen und als unser Kater zu uns kam stand für mich fest: Der Kater bleibt in der Wohnung. Auch ich habe die Befürchtung, dass eines Tages jemand unseren wunderhübschen und leider auch sehr zutraulichen Kater "mitnimmt". Das Risiko lässt sich auch mit "Chip" und Halsband nicht eindämmen. Irgendwo habe ich gelesen, dass Katzenhalter ihre Tiere am Rücken "scheren", dass die Tiere für irgendwelche dubiosen Diebe unattraktiv werden. --- Ich frage mich: Macht das wirklich jemand???
Der Ratgeber geht von einer Wohnungskatze aus, bestenfalls von einer Katze, die einen eingezäunten Garten oder mit Katzendraht gesicherten Balkon als Revier hat. Das klingt soweit ganz nett. ---- Wie das mit dem Gehege funktionieren soll, kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen. Die Katze sieht doch die ganze Natur "Drumherum" und wird bei der erstbesten Gelegenheit versuchen auszubüchsen. Da gehe ich jede Wette ein. Es sei denn man stellt sich darauf eine Art Maine-Coon-Alcatraz einzurichten. ;-)
Nächstes Manko: Fellpflege. Bei Wohnungskatzen mag der Ratschlag angebracht sein, das Fell mindestens einmal in der Woche zu bürsten. Einen Tipp für einen Freigänger vermisse ich. Ich bürste meinen Kater oft mehrmals täglich. Die Massen an Moos, Ästchen und Klumpen die er im Fell anschleppt sind erheblich! Am Bauch, unter den Achseln und am Hintern gibt es schneller Klumpen als man bürsten kann. Unser Kater mag das Bürsten nicht immer gerne ... doch da muss er durch.
Den Tipp eines Vorredner von wegen "Niemals den Schwanz einer Katze bürsten!", halte ich für Unsinn. Der Schwanz unseres Katers ist vom Umfang und Größe gigantisch - ebensoviel Dreck und Mist schleppt er darin mit sich herum. Wenn der Kater von draußen kommt und ich sehe mein "Dreckschwein" verstoße ich guten Gewissens gegen jede Regel. Bisher hat der Kater keine Anzeichen gemacht, dass er mich darum verlässt noch stelle ich fest, dass die Pracht unwiederbringlich verloren ist. Im Gegenteil: Die Schwanzhaare einer Maine-Coon Katze sehen von der Nähe betrachtet faszinierend-fantastisch aus!
Im letzten Teil beschäftigt sich die Autorin noch mit Vererbungslehre und mit Züchtung. Nun. Das wäre meines Erachtens nicht zwingend notwendig gewesen, ist bestenfalls eine grobe Erklärung zu diesen komplexen Themen. Wer seine erste Maine Coon Katze kauft, dürfte das nicht gleich mit der Absicht machen Preis-Zücher oder Auswahl-Züchter zu werden. Mir ging's jedenfalls nicht so.
Und wenn wir schon beim "Vermehren" sind: Man findet zwar ein kurzes Kapitel in dem angeraten wird einen Kater zu kastrieren, doch keinerlei Angabe, in welchem Alter man das machen soll. Im Prinzip wohl auch unnötig, da man mit der Katze ohnehin regelmäßig zum Tierarzt (Impfungen) muss und das mit ihm klären kann. Bei unserem war es mit 6 Monaten soweit. Er fing da auch langsam an "eigenartig" zu werden. ;-)
Großes Lob für die knuffigen Fotografien in dem Buch.
Insgesamt wurde der Ratgeber - trotz der Ausführlichkeit meiner Kritikpunkte - meinen Ansprüchen gerecht. Im Prinzip ist er jedoch als Ratgeber gedacht, für reine Wohnungs-Katzen.
Der Ratgeber außerdem gedacht ihn VOR der Entscheidung für die Anschaffung dieser Katze(nrasse) zu lesen. Er bietet eine Entscheidungshilfe - und genau dafür ist er sogar 100% geeignet. Es wird sogar in Zahlen und Fakten nachgerechnet was die Katze/ Monat und in der Anschaffung kostet.
Vor allem weil bei dem Büchlein das Preis-/ Leistungs-Verhältnis stimmt, vergebe ich 4 Katzenpfoten und empfehle diesen Ratgeber.