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Main Street: Roman: Die Geschichte von Carol Kennicott
 
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Main Street: Roman: Die Geschichte von Carol Kennicott [Gebundene Ausgabe]

Sinclair Lewis , Andreas Seiler , Christa E. Seibicke
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 908 Seiten
  • Verlag: Manesse-Verlag (1. März 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717518887
  • ISBN-13: 978-3717518884
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 10 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 468.086 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sinclair Lewis
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sinclair Lewis' romantische, witzige, bissige Satire um eine junge Frau, die eine Kleinstadt im Mittelwesten aufrütteln will, gehört zum festen Bestand der modernen amerikansichen Literatur; sie eroberte Amerika im Sturm und machte ihren Autor mit einem Schlag berühmt.



Als «Main Street» 1920 erschien, war der Roman nicht nur in kommerzieller Hinsicht ein sensationeller Erfolg. Sein Autor war damit zum Sprecher für eine neue Generation geworden. Niemand konnte «Main Street» gegenüber gleichgültig bleiben: Das Publikum war mit einem durch und durch amerikanischen Roman konfrontiert, in dem die Innereien provinzieller Beschaulichkeit und Spießigkeit seziert wurden.

Die junge Carol Kennicott - in Neuengland geboren - brennt darauf, dem Farmerstädtchen Gopher Prairie «Kultur» zu bringen. Sie wird allerdings nach der Hochzeit mit dem dort ansässigen Arzt bald auf den Boden der Realität geholt und lernt die Scheinheiligkeit, Engstirnigkeit und auch Grausamkeit der Kleinstadtkonformität kennen...

Gopher Prairie, ein getreues Abbild von Sinclair Lewis' Heimatstädtchen in Minnesota, mit seiner Main Street wurde rasch sprichwörtlich und ist es bis heute geblieben.

Über den Autor

Sinclair Lewis (1885-1951), geboren in einer Kleinstadt in Minnesota, studierte in Yale und arbeitete als Jounalist und Lektor in New York, San Francisco und Washington. Seit dem Erfolg seines Romans «Main Street» konnte er von der Schriftstellerei leben. 1926 erregte er großes Aufsehen mit seiner Ablehnung des Pulitzerpreises, der ihm für seinen Roman «Arrowsmith» zuerkannt worden war; 1930 erhielt er als erster US-Amerikaner den Literaturnobelpreis.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Lewis zeichnet in diesem Buch ein sehr genaues Bild des amerikanischen Mittelstandes (naja!) in einem kleinen Dorf in den 1910er Jahren. Die 'Heldin' von Main Street ist Carol Kennicott. Sie stammt ursprünglich aus St. Paul, also aus der Großstadt und strebt von Beginn an nach etwas 'Höherem', soll heissen: nicht nur Hausfrau und Mutter sein, sondern etwas bewegen und sich mit Kunst und Kultur umgeben. Doch wie es ihr Schicksal so will, landet sie doch irgendwann aufgrund ihrer Hochzeit im eingangs erwähntem kleinen Dorf namens Gopher Prairie. Die Einwohner dort möchten am liebsten alles so lassen wie es ist, sich immer über die gleichen Parties und Witzchen amüsieren und hinter vorgehaltener Hand über alles Unschickliche (und das scheint alles zu sein was neu ist!) zu tratschen und herzuziehen. Carol fühlt sich eigentlich von Beginn an fehl am Platze inmitten dieser spießigen Gesellschaft. Immer wieder versucht sie innovative Ideen in die Tat umzusetzen, doch jedwede Novität wird im Keim erstickt, jeder neue Vorschlag belächelt. Dementsprechend hält Carol die meisten Menschen in Gopher Prairie für kulturlos und simpel, während die Einwohner ihrerseits Carol für hochnäsig und wichtigtuerisch halten. Natürlich, und so muss es ja sein, wird das eigentlich nie wirklich ausgesprochen, denn man möchte ja den internen Frieden wahren und weiterhin engstirnig in Scheinheiligkeit leben. Auch ihr Ehemann, der ihr anfangs das Blaue vom Himmel versprochen hat, verwandelt sich nach kurzer Zeit wieder in ein typisches Mitglied einer vom Spießervirus befallenen Dorfgemeinschaft. Da wird dann irgendwann der versprochene Ausflug in die Großstadt, nachdem er immer wieder aus fadenscheinigen Gründen verschoben wurde, in einen Ausflug ins nächste Dorf verwandelt. Da ist dann eigentlich alles genauso wie zuhause, bloß in grün. Oder das architektonische Wunderwerk von einem Neubau, welches in den Köpfen der Eheleute immer genauere Gestalt annimmt, wird dann, seitens ihres Mannes natürlich, doch nur ein Abklatsch von des Nachbars Haus. Man will ja dann doch nicht aus der Reihe tanzen. Die Reformierung des Dorfes stellt sich also als ein schwierigeres Unterfangen raus, als es sich Carol gedacht hätte. Wird sie es schaffen oder versinkt sie immer mehr im Sumpf des Spießbürgertums? Das werde ich jetzt natürlich nicht verraten.
Selbstverständlich verursacht 'Main Street' heute nicht mehr einen derartigen Wind, wie es beim Erscheinen 1920 der Fall war. Heute hat es mehr etwas von stiller Bewunderung und man ist desöfteren amüsiert ob der satirischen, augenzwinkernden Beschreibungen des amerikanischen Mittelstandes. Doch wie früher erkennt man auch heute noch so einiges wieder, denn die hier beschriebene provienzielle Lebensart und der damit verbundene Konformitätszwang sind keineswegs ausgestorben. Ich weiss wovon ich rede, ich brauche nur an meine Eltern zu denken, die vor einigen Jahren in ein deutsches Gopher Prairie gezogen sind. Da geht es fast genauso zu. Veraltet ist das Buch also keineswegs, es macht, wie schon erwähnt, zumeist viel Spass es zu lesen, denn Sinclair Lewis hat Carol wirklich plastisch dargestellt und auch wenn sie mir nicht durchweg sympathisch war (manchmal erschien sie auch mir recht hochtrabend, dann wieder etwas zu früh aufgebend), wollte ich doch schon wissen wie es mit ihr weitergeht. Einen Punkt muss ich aber abziehen, da es stellenweise etwas stagniert und es sich demzufolge ein wenig zieht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein wunderbares Buch! 22. Oktober 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Sinclair Lewis' Buch "Mainstreet" gehört zum Besten, was ich je gelesen habe. Klug, ironisch und doch gnadenlos schildert er die amerikanische Kleinbürgergesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunders und die Konflikte seiner Protagonistin, die in dieser Gesellschaft gleichsam eingekerkert ist. An vielen Stellen muss man sich förmlich die Augen reiben, so feministisch sind die Thesen des Autors Lewis (1885-1951) - noch ein Grund mehr, der für dieses Buch spricht. Wunderbare Unterhaltung!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aufgeblähtes Buchmonster 8. September 2008
Von Polygraph
Format:Gebundene Ausgabe
Verehrter Amazon-Kunde; gestatten Sie mir, dass ich mich an dieser Stelle einmal persönlich an Sie wende: Bevor wir mit der eigentlichen Rezension beginnen, tun Sie mir doch den Gefallen und scrollen Sie doch nocheinmal nach oben zu den Produktdaten dieses Buches. Tun Sie's ruhig; ich warte solange.

So - haben Sie gesehen, wie viele Seiten der Roman "Main Street" umfasst? Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen '904; neunhundertundvier Seiten. Zum Vergleich: "Ulyssess" hat 990; "Anna Karenina" 999 und "Die Brüder Karamsow" sogar 1031 Seiten. Natürlich hängt dies in der Regel von der jeweiligen Ausgabe ab - was ich damit aber eigentlich zum Ausdruck bringen will, ist, dass es sich bei den oben genannten Romanen um Jahrhundertromane handelt, die episch aufbereitete Geschichten mit einer Vielzahl verschiedener Charaktere erzählen ' selbst jene, die sich nicht sonderlich für Literatur interessieren, haben zumindest den Titel schon einmal gehört. Um es kurz zu machen: Manche Werke rechtfertigen ihren breiten Umfang durch ihren Inhalt, und gehen dafür in die Literaturgeschichte ein; manche aber nicht.

Sinclair Lewis war der erste Amerikaner, der jemals den Literaturnobelpreis bekam. Das ist eine Auszeichnung, die durchaus Qualität verspricht. Internetquellen preisen ihn als Satiriker und Entlarver der kümmerlichen Ideale des amerikanischen Mittelstands. Mit "Main Street" gelang ihm seinerzeit der Durchbruch ' das schien ein Buch, das man gelesen haben sollte.
Der Autor erzählt die Geschichte von Carol Kennicott, einer idealistischen jungen Frau, die, frisch von der Universität, einen Landarzt heiratet, und mit ihm in seinen spießigen Geburtsort Gopher Prairie in Minnesota zieht. Carol fühlt sich bald eingeengt, und bemüht sich, den engstirnigen Stadtbewohnern ein wenig Kultur und Weltgewandtheit zu vermitteln. Ihre Ideen werden aber eher feindselig entgegengenommen; sie selbst sieht sich als zivilisationsbringende Befreierin, die anderen Stadtbewohner empfinden sie aber als Fremdkörper.

Soweit so gut: Auf meiner englischsprachigen Ausgabe des Romans prangte der Schriftzug "ungekürzte Fassung". Dies fand ich schon vor dem Lesen etwas sonderbar: Wenn die reguläre Kauffassung (nicht etwa die Schulfassung o.ä.) eines Romans den Schriftzug "ungekürzt" als Werbetext verwendet, dann liegt die Vermutung nahe, dass der Roman gewisse Längen, Trockenheiten und überflüssige Handlungsstränge besitzt - es ist normalerweise die Aufgabe des Lektorats diese Herauszukürzen; wenn also ein Roman damit wirbt, ungekürzt zu sein d.h. seine überflüssigen Passagen immer noch zu besitzen, dann kann etwas nicht stimmen, und genau darum geht es hier:

Anfangs hatte ich einfach nur angenommen, Lewis braucht mehr Zeit als andere, die Stimmung zu etablieren, und die Ereignisse des Romans würden sich einfach in sehr langsamen Tempo entfalten; bis ich schliesslich den Mittelteil des Buches erreichte, und mir schlagartig klar wurde, dass sich die Handlung bislang keinen Zentimeter von ihrer Ausgangsposition fortbewegt hatte: Denn das Schwanken der Hauptfigur zwischen Resignation und neu aufflammendem Widerstand gegen den Provinzialismus bildet die einzige Bewegung in diesem insgesamt fast komplett Handlungsfreien Roman. Das Buch läuft und läuft und läuft, ohne jemals zu einer Katharsis zu gelangen: Carol rebelliert (sie eröffnet ein Theater, oder eine Bibliothek), hat keinen Erfolg; zieht sich zurück; und vier Kapitel voller urbaner Beschreibungen später, versucht sie es erneut.

Nachdem rund dreiviertel des Romans hinter mir lagen, hatte ich hoffnungslos den Überblick verloren, und ich wage zu behaupten, dass es dem Autor selbst nicht anders ging: "Main Street" ist vergleichbar mit einem gestopften Kissen, dessen Nähte bereits aufplatzen, so dass die Füllung hervorquillt ' Lewis presst Charaktere, Handlungsstränge, Exkurse in sein Werk, als würde er nach Zeilen bezahlt: Am Schluss steht man als Leser hilflos vor einer Menagerie von auswechselbaren Pappkameraden, die alle einmal kurz durchs Bild spaziert sind, dann für die nächsten 50 Seiten sang- und klanglos wieder verschwanden, nur um dann plötzlich wieder aufzutauchen.

Dabei schreibt Lewis nichteinmal besonders witzig oder auch nur ansatzweise originell - streckenweise hatte ich das Gefühl, die ersten Gehversuche eines eitlen Teenagers vor mir zu haben, der noch nie in seinem Lesen ein Buch gelesen hat: Nicht nur dass seine Romanfiguren kaum auseinanderzuhalten sind; die zeitliche Dimension dieses Romans ist verzerrt, wie von einem Schwachsinnigen. Da gehen einmal drei satte Kapitel über die Ereignisse eines einzelnen Nachmittags drauf; dann endet ein anderer Stelle ein Kapitel mit der flüchtigen Zeile "Und für die nächsten drei Jahre sollte sich auch nichts daran ändern."

Ich hatte immer gedacht, das Nobelkomittee hätte sich erst mit der Jelinek blamiert, aber seit ich Sinclair Lewis kennengelernt habe, muss ich meine Meinung diesbezüglich revidieren.
Es gibt schlechte Bücher, es gibt langweilige Bücher ' und es gibt komplett missratene Bücher, an die man sich sein ganzes Leben lang zurückerinnern wird, einfach weil sie so durchweg mies waren. "Main Street" gehört für mich eindeutig dazu. und nach diesem literarischen Martyrium, das mich vier Monate meines Lebens gekostet hat, und das ich mir zum Schluss nur noch stumpf hineingezwängt habe, wie kalte Pampe, bin ich für jeden Menschen dankbar, den ich vor diesem Werk bewahrt habe.
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