Den vorliegenden Titel schrieb Simenon im Jahre 1931 als elften von insgesamt 103 Maigret-Titeln. Das Buch ist so gesehen ein "früher" Maigret (den ersten schrieb Simenon übrigens im Jahre 1929, den letzten 1972).
Zwar ist die Figur des Kommissar Maigret bereits voll entwickelt, bei der Handlung für die "Kleine Landkneipe" ("La guinguette à deux sous" - das Buch hatte zwischendurch auch einmal den deutschen Titel "Maigret und die Groschenkneipe") schien Simenon noch zu "üben", sie ist vergleichsweise sprunghaft zu den später sich eher bedächtig entwickelnden Geschichten.
Auch fällt auf, dass für die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts wie auch für den ansonsten meist eher "prüden" Maigret die Handlung auffallend freizügig ist. Denn Maigret gerät in eine völlig neue Gesellschaft, die sich am Wochenende auf dem Lande trifft und verschiedene Freizeitaktivitäten (inklusive Partnertausch) unternimmt.
Mittelpunkt der Gesellschaft sind James, der vor allem durch seinen Maigret ansteckenden Alkoholkonsum auffällt und eben Madame Feinstein, die sich nahezu jedem anderen der Männer an den Hals wirft, was ihren finanziell hoch verschuldeter Mann nicht weiter stört, im Gegenteil, weiß er doch, dies geschickt auszunutzen.
An einem dieser amüsanten Wochenenden, gerät die muntere Gesellschaft plötzlich aus den Fugen. Monsieur Feinstein wird erschossen aufgefunden und Maigret nimmt seine Arbeit auf.
Fazit: Ein Muss für Maigret-Liebhaber, für den modernen Krimiliebhaber eher antiquiert und belanglos.