Im 18. Krimi mit Maigret ("Maigret in Nöten") hat sich der Kommissar in die Pension verabschiedet. In einem kleinen Häuschen an der Loire in der Nähe von Orleans will er seinen Ruhestand genießen...
Dazu kommt es nicht, denn eines Nachts trommelt ihn sein Neffe aus dem Bett. Der junge Mann, Polizeiinspektor in Paris, sollte den Gauner Pepito bis zu dessen Verhaftung beschatten. Leider aber wird Pepito vorher getötet. Philippe Lauer, der Neffe, hinterlässt - in Panik geraten - am Tatort so eindeutige Spuren, dass er mit seiner Verhaftung rechnen muss. Maigret, obwohl nicht mehr im Dienst, ist wieder einmal gefordert...
Mit "Maigret und sein Neffe" hat Simenon sicherlich einen der besten Maigret-Romane geschrieben: Herrlich, wie Maigrets Nachfolger Kommissar Amadieu charakterisiert wird; nicht weniger herrlich Maigrets Auftreten in seiner ehemaligen Dienststelle. Und: Selten wurde dem Leser in einem der Maigret-Krimis die (erfolgreiche) Ermittlungsmethode des Kommissars so deutlich vor Augen geführt: Er taucht in das Privatleben der Leute ein, macht sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Persönlichkeit vertraut (und hat große Sympathien für jene, die unverschuldet auf der Schattenseite des Lebens gelandet sind!) Knallharte Indizien spielen für Maigret nur am Rande eine Rolle...
Mit diesem Band wollte Georges Simenon seine Maigret-Romane beenden. Krimifans sind froh, dass er es sich anders überlegt hat!