Maigret mit 53 als Kurgast unter alten Leuten? Undenkbar! Und doch befolgt er den Rat seines alten Freundes Dr. Pardon und begibt sich (samt Gattin) nach Vichy, um eine Kur anzutreten.
Ihre wichtigste Tätigkeit - Maigret kann es nun einmal nicht lassen; seine Frau unterstützt ihn dabei sogar - besteht darin, die Menschen in diesem Kurort zu beobachten (Zeit dazu haben sie ja genug). Und so fällt ihnen sehr bald die "Dame in Lila" auf. Sie weckt die Neugier des Kommissars; gerade bei ihr bereitet es ihm ein besonderes Vergnügen, die Lebensgeschichte zu erraten.
Eines Abends sehen sie die Dame nicht mehr, dafür prangt am nächsten Morgen ihr Foto in der Zeitung: Sie ist ermordet worden.
Da Maigret in Vichy nicht unerkannt blieb, erwartet man, dass der Kommissar die Ermittlungen übernehmen würde; allerdings ist er für alles, was außerhalb von Paris geschieht, nicht zuständig. Kann er doch weiter in Ruhe kuren? Nicht Maigret, denn die Ermittlungen leitet ein ehemaliger Inspektor aus Maigrets Mannschaft, aktuell Hauptkommissar in Clermont-Ferrand. Dass es damit mit der Ruhe bei Maigret vorbei ist, kann sich jeder denken...
"Maigret in Kur" zählt ohne Zweifel zu den spannendsten, dichtesten, psychologisch
schlüssigsten "Maigret"-Romanen - ein (kleines) Meisterwerk!