Die Rezension des amazon-Spitzenrezensenten fordert mich geradezu heraus, eine zweite hinzuzufügen - und wenn auch nur, um einige kleine Korrekturen vorzunehmen oder klar zu stellen.
Die fünf CDs sind - hier stimme ich zu - in der Tat Nostalgie pur, sind sie doch in der Jahren 1958 bis 1961 bei RIAS oder dem Bayrischen Rundfunk aufgenommen worden. Und selbstredend hat es das gute alte Hörspiel in Zeiten multimedialer Omnipräsenz im Dolby Surround schwer!
Dass man die CDs nur einmal hört, mag sein. Man liest ja auch die meisten Bücher eher selten ein zweites Mal, oder?
Dass Maigrets Eintreffen von verspäteten Zügen abhängt, ist doch herrlich (un-) zeitgemäß - oder wann war Ihr ICE mal pünktlich? Das Reizvolle an Simenons Werken ist doch gerade die Ruhe, die sie ausstrahlen. Simenon hat nie Action-Krimis geschrieben. Der Erzählstil gleicht einem langsam fließenden Fluss. Hier haben die handelnden Personen genug Zeit, sich vor den Augen des Lesers nachvollziehbar zu entwickeln.
Das gleiche Phänomen kann man beobachten, wenn man einen alten "Tatort" aus den 70er Jahren (man denke nur an die wunderbaren Episoden mit Klaus Schwarzkopf) mit den aktuellen Produktionen vergleicht. Schon allein die hektische Schnitttechnik und die zunehmende Gewaltdarstellung fallen ins Auge.
Gert Westphal hat in der Tat nur die Hörspielbearbeitung gemacht und taucht m.E. selber nicht als Sprecher auf.
Die folgenden Bücher wurden hier zu Hörspielen verarbeitet:
- Maigret und der gelbe Hund
- Maigret und die Bohnenstange
- Maigret und die Groschenschenke
- Maigret und seine Skrupel
- Maigret und die schrecklichen Kinder
(von den "Memoiren" weiß ich nichts - dafür habe ich als CD 5 den letzteren Titel).
Und nun noch ein schlagendes - zugegeben triviales Argument - zum Schluss: Der Preis für fünf CDs ist unschlagbar!