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Mai 3D: Ein Tagebuchroman
 
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Mai 3D: Ein Tagebuchroman [Taschenbuch]

Alexa Hennig von Lange , Till Müller-Klug , Daniel Haaksman
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Echt total egal

Alexa Hennig von Langes Füllwortprosa

Es ist müssig, sich darüber zu erregen, dass die erfolgreichsten Bücher nicht immer die besten sind. Ob Gaby Hauptmanns schwallartig hervorgebrachte Frauenromane, ob Corinne Hoffmanns «Weisse Massai» – Bestsellerlisten haben ihre eigenen Gesetze und kümmern sich herzlich wenig um die Zustimmung von Literaturkritikern. Anlass zum Ärger besteht jedoch, wenn alle Qualitätsgrenzen verwischen und umsatzstarker Mainstream plötzlich mit einem literarischen Gütesiegel versehen wird. Ein Ackergaul ist kein Dressurpferd und ein erfolgreiches Trendstück noch lange kein Meilenstein der Kunst.

Alexa Hennig von Lange, mit sechsundzwanzig fast schon ein altes Eisen im derzeit favorisierten Juniorenteam der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, reüssierte vor ein paar Jahren mit ihrem Drogen- und Sexzeitgeistroman «Relax». Dieser fand nicht nur den Segen des zahlenden Publikums, sondern darüber hinaus auch den sich jung fühlender Kritiker. Wo eine Masche funktioniert hat, braucht man nicht lange auf deren Fortführung zu warten. Alexa Hennig von Lange liess sich dies nicht zweimal sagen und legte gleich doppelt nach: mit dem Roman «Ich bin's» und mit der zusammen mit den wenig älteren Till Müller-Klug und Daniel Haaksman verfassten Tagebuchrollenprosa «Mai 3D».

Offen gesagt: Beide Bücher sind schwer erträgliche Verlautbarungen, die unter Literatur nicht mehr verstehen als die kaum klausulierte Ausstossung eines Lebensgefühls, dessen einziges Kriterium «Authentizität» ist. In «Ich bin's» darf sich ein Ich-Erzähler namens Lars austoben, ein Turnschuhfetischist, der im Dickicht der Grossstadt dies und jenes erlebt, seine Freundin Mia erst blöd und am Ende erträglich findet. «Mai 3D» hingegen fängt über einen Monat hinweg, aus wechselnden Perspektiven, die mässig aufregenden Erlebnisse dreier Jungmänner ein. Auch diese leiden unter verschiedenen Unpässlichkeiten, schlagen sich als Ghostwriter oder Disc-Jockeys durch und stellen sich tiefschürfende Fragen wie «Wie soll das nur weitergehen?» Die Idee, die unterschiedliche Wahrnehmung von Realität in der unterschiedlichen Sicht mehrerer Personen wiederzugeben, ist alles andere als originell und gebiert nicht mehr, als was in «Ich bin's» zu lesen ist: eine nur an wenigen Stellen ironisch gebrochene Lebenshaltungsprosa. Oder in den Worten des Textes: «Ganz autobiographisch und das nennt man Trash».

Alexa Hennig von Langes Erzählverfahren ist denkbar simpel: Sie spiegelt das Seeleninterieur von Metropolen-Mittzwanzigern, die weder mit den 68ern noch mit den 78ern etwas am Hut haben, die für Markenprodukte wie Nike oder Timotei schwärmen und denen meist sterbenslangweilig zumute ist. Und die sich vor allem in einer Sprache artikulieren, die progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zu Kulturpessimisten macht. Wenn sich diese Bücher durch irgend etwas auszeichnen, dann durch die inflationäre Verwendung von adverbialen Füllwörtern: Als gelte es, Jugendslang zu parodieren, tummeln sich auf jeder Seite Vokabeln wie «vielleicht», «irgendwie», «absolut» und «eben», die, wohlwollend betrachtet, die Unsicherheit der Protagonisten einfangen und die doch letztlich nur ein Kennzeichen von Sprachohnmacht sind, gerade auch der Autorin. Die Hennig-von-Lange-Suada wirkt wie die Romanumsetzung zweier Wörterbücher, die Mitte der neunziger Jahre erschienen: Hermann Ehmanns «Oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache» und Eike Schönfelds «Alles easy. Ein Wörterbuch des Neudeutschen».

Nirgendwo wird hier Distanz gewahrt, nirgendwo geschieht das, was Literatur gemeinhin leisten soll: die sprachliche Bewältigung von Wirklichkeit. Sollte Eckhard Henscheid daran denken, seine legendäre Sammlung «Dummdeutsch» zu aktualisieren, so wäre er gut beraten, dieser Autorin einen Beratervertrag anzubieten. «Blödes Trend-Gehampel», um in der Diktion von «Ich bin's» zu bleiben, würde Henscheid nirgendwo kompakter finden – und Satzfolgen, über die allein der gnädige Mantel des Schweigens zu legen ist: «Mein Herz ist zerfetzt, mein Leben ist zerfetzt, meine Strümpfe sind zerfetzt und meine beiden Hosen auch. Ist mir echt total egal.» Mir auch, absolut.

Rainer Moritz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000
Rainer Moritz verreißt dieses Buch zusammen mit Alexa Hennig von Langes "Ich bin’s" (Verlag Rogner & Bernhard, Hamburg, 212 Seiten) mit einer Eindeutigkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Weder inhaltlich noch sprachlich kann er hier irgendetwas erkennen, was von Wert – zumindest von Unterhaltungswert - ist. So stöhnt er spürbar ermüdet über die endlosen Beschreibungen des "sterbenslangweiligen" Alltags junger Großstädter, in deren Leben die komplizierteste Fragestellung offenbar lautet: "Wie soll das nur weitergehen?", und die sich ansonsten Schwärmereien für "Nike oder Timotei" hingeben. Völligen Schiffbruch erleidet Alexa Hennig von Lange aus seiner Sicht jedoch mit ihren sprachlichen Bemühungen. Diese Sprache sei bestenfalls geeignet, selbst "progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zum Kulturpessimisten" zu machen: "Irgendwie", "vielleicht", "absolut" scheinen nach Moritz einige der beliebtesten Wörter der Autorin zu sein, die hier ihren sprachlichen Offenbarungseid leiste. Deshalb schlägt Moritz Folgendes vor: Eckhard Henschel solle doch bei der Aktualisierung seines Buches "Dummdeutsch" der Autorin "einen Beratervertrag" anbieten.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ein wirklich guter Roman über Widersprüche und Reibungen, über Rauch und Ernüchterung, kurz, über das Lebensgefühl einer Subkultur.« DIE WELT

Kurzbeschreibung

Ein ganz normaler Monat im Leben von Marc, Kai und David: Theater und Trashmodeln, Sex und Liebe, Clubben und Koksen, Plattenauflegen und Pillenschmeißen, Styling trotz Geldsorgen... Keine Party wird ausgelassen , 'easy living' zum Lebensmotto erklärt. Über Existenzängste helfen Selbstironie und Humor hinweg. Jeder nimmt, was er kriegen kann, im Zweifelsfall auch die Freundin des Freundes. Aus Freunden werden Feinde und auch wieder Freunde. Kein Tag gleicht dem anderen in dieser dreidimensionalen Pop-Soap, deren Geschichten sich wie Puzzlesteine ineinanderfügen... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Alexa Hennig von Lange, geboren 1973, lebt in Berlin. Ihr Debüt "Relax" wurde zu einem großen Erfolg bei Publikum und Kritik. "Ich bin's" ist ihr zweiter Roman. In Zusammenarbeit mit Till Müller-Kluge und Daniel Haaksman hat sie zudem den Tagebuchroman "Mai 3D" geschrieben. Im März 2001 hatte ihr Theaterstück "Faster Pussycat! Kill! ... Kill!" (nach Russ Meyer) im Jungen Theater Göttingen Premiere.
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