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Mai 3D: Ein Tagebuchroman
 
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Mai 3D: Ein Tagebuchroman [Taschenbuch]

Alexa Hennig von Lange , Till Müller-Klug , Daniel Haaksman
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 199 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch; Auflage: 459 (1. April 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548600654
  • ISBN-13: 978-3548600659
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 747.502 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Echt total egal

Alexa Hennig von Langes Füllwortprosa

Es ist müssig, sich darüber zu erregen, dass die erfolgreichsten Bücher nicht immer die besten sind. Ob Gaby Hauptmanns schwallartig hervorgebrachte Frauenromane, ob Corinne Hoffmanns «Weisse Massai» – Bestsellerlisten haben ihre eigenen Gesetze und kümmern sich herzlich wenig um die Zustimmung von Literaturkritikern. Anlass zum Ärger besteht jedoch, wenn alle Qualitätsgrenzen verwischen und umsatzstarker Mainstream plötzlich mit einem literarischen Gütesiegel versehen wird. Ein Ackergaul ist kein Dressurpferd und ein erfolgreiches Trendstück noch lange kein Meilenstein der Kunst.

Alexa Hennig von Lange, mit sechsundzwanzig fast schon ein altes Eisen im derzeit favorisierten Juniorenteam der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, reüssierte vor ein paar Jahren mit ihrem Drogen- und Sexzeitgeistroman «Relax». Dieser fand nicht nur den Segen des zahlenden Publikums, sondern darüber hinaus auch den sich jung fühlender Kritiker. Wo eine Masche funktioniert hat, braucht man nicht lange auf deren Fortführung zu warten. Alexa Hennig von Lange liess sich dies nicht zweimal sagen und legte gleich doppelt nach: mit dem Roman «Ich bin's» und mit der zusammen mit den wenig älteren Till Müller-Klug und Daniel Haaksman verfassten Tagebuchrollenprosa «Mai 3D».

Offen gesagt: Beide Bücher sind schwer erträgliche Verlautbarungen, die unter Literatur nicht mehr verstehen als die kaum klausulierte Ausstossung eines Lebensgefühls, dessen einziges Kriterium «Authentizität» ist. In «Ich bin's» darf sich ein Ich-Erzähler namens Lars austoben, ein Turnschuhfetischist, der im Dickicht der Grossstadt dies und jenes erlebt, seine Freundin Mia erst blöd und am Ende erträglich findet. «Mai 3D» hingegen fängt über einen Monat hinweg, aus wechselnden Perspektiven, die mässig aufregenden Erlebnisse dreier Jungmänner ein. Auch diese leiden unter verschiedenen Unpässlichkeiten, schlagen sich als Ghostwriter oder Disc-Jockeys durch und stellen sich tiefschürfende Fragen wie «Wie soll das nur weitergehen?» Die Idee, die unterschiedliche Wahrnehmung von Realität in der unterschiedlichen Sicht mehrerer Personen wiederzugeben, ist alles andere als originell und gebiert nicht mehr, als was in «Ich bin's» zu lesen ist: eine nur an wenigen Stellen ironisch gebrochene Lebenshaltungsprosa. Oder in den Worten des Textes: «Ganz autobiographisch und das nennt man Trash».

Alexa Hennig von Langes Erzählverfahren ist denkbar simpel: Sie spiegelt das Seeleninterieur von Metropolen-Mittzwanzigern, die weder mit den 68ern noch mit den 78ern etwas am Hut haben, die für Markenprodukte wie Nike oder Timotei schwärmen und denen meist sterbenslangweilig zumute ist. Und die sich vor allem in einer Sprache artikulieren, die progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zu Kulturpessimisten macht. Wenn sich diese Bücher durch irgend etwas auszeichnen, dann durch die inflationäre Verwendung von adverbialen Füllwörtern: Als gelte es, Jugendslang zu parodieren, tummeln sich auf jeder Seite Vokabeln wie «vielleicht», «irgendwie», «absolut» und «eben», die, wohlwollend betrachtet, die Unsicherheit der Protagonisten einfangen und die doch letztlich nur ein Kennzeichen von Sprachohnmacht sind, gerade auch der Autorin. Die Hennig-von-Lange-Suada wirkt wie die Romanumsetzung zweier Wörterbücher, die Mitte der neunziger Jahre erschienen: Hermann Ehmanns «Oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache» und Eike Schönfelds «Alles easy. Ein Wörterbuch des Neudeutschen».

Nirgendwo wird hier Distanz gewahrt, nirgendwo geschieht das, was Literatur gemeinhin leisten soll: die sprachliche Bewältigung von Wirklichkeit. Sollte Eckhard Henscheid daran denken, seine legendäre Sammlung «Dummdeutsch» zu aktualisieren, so wäre er gut beraten, dieser Autorin einen Beratervertrag anzubieten. «Blödes Trend-Gehampel», um in der Diktion von «Ich bin's» zu bleiben, würde Henscheid nirgendwo kompakter finden – und Satzfolgen, über die allein der gnädige Mantel des Schweigens zu legen ist: «Mein Herz ist zerfetzt, mein Leben ist zerfetzt, meine Strümpfe sind zerfetzt und meine beiden Hosen auch. Ist mir echt total egal.» Mir auch, absolut.

Rainer Moritz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2000
Rainer Moritz verreißt dieses Buch zusammen mit Alexa Hennig von Langes "Ich bin’s" (Verlag Rogner & Bernhard, Hamburg, 212 Seiten) mit einer Eindeutigkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt. Weder inhaltlich noch sprachlich kann er hier irgendetwas erkennen, was von Wert – zumindest von Unterhaltungswert - ist. So stöhnt er spürbar ermüdet über die endlosen Beschreibungen des "sterbenslangweiligen" Alltags junger Großstädter, in deren Leben die komplizierteste Fragestellung offenbar lautet: "Wie soll das nur weitergehen?", und die sich ansonsten Schwärmereien für "Nike oder Timotei" hingeben. Völligen Schiffbruch erleidet Alexa Hennig von Lange aus seiner Sicht jedoch mit ihren sprachlichen Bemühungen. Diese Sprache sei bestenfalls geeignet, selbst "progressivste Zeitgenossen in Sekundenschnelle zum Kulturpessimisten" zu machen: "Irgendwie", "vielleicht", "absolut" scheinen nach Moritz einige der beliebtesten Wörter der Autorin zu sein, die hier ihren sprachlichen Offenbarungseid leiste. Deshalb schlägt Moritz Folgendes vor: Eckhard Henschel solle doch bei der Aktualisierung seines Buches "Dummdeutsch" der Autorin "einen Beratervertrag" anbieten.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Quarterlifecrisis, 11. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Mai 3D: Ein Tagebuchroman (Taschenbuch)
"Mai 3D" ist ein Roman, in dem drei junge Männer aus der Berliner Szene parallel zueinander einen Monat lang ihre Erlebnisse und Gedanken in einer Art Tagebuch festhalten. Im Laufe des Buches werden diese drei Stränge immer mehr miteinander verwoben. Die Idee, ein Buch so zu gestalten, ist sehr interessant. Inhaltlich ist der Roman, wie die meisten Bücher, die Alexa Hennig von Lange geschrieben bzw. an denen sie mitgewirkt hat, eine gelungene Darstellung der jungen ratlosen Generation Anfang 20. Der eine hat hohe Schulden, der andere legt lieber Platten auf als seine Magisterarbeit zu schreiben und der dritte wird plötzlich Vater. Es sind Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind, unverschnörkelt und in einer witzigen und unkomplizierten Sprache geschrieben. Mal wieder ein Roman, den man in wenigen Stunden gelesen hat, weil man einfach nicht aufhören kann. Multitalentose... 1000 Dinge können, aber nichts richtig. Unzählige Hobbies haben... aber keinen ordentlichen Job. Ein Tagebuchroman über die Quarterlifecrisis, in dem ich mich wunderbar wiederfinden konnte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Was hinter der Berliner Szene Ende der 90er steckt, 2. März 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mai 3D (Broschiert)
Mai-3D ist nicht langweilig. Die Szene, die in diesem Roman porträtiert wird, ist es. Die drei Autoren stellen mit gekonnter Übertreibung dar, was im hippen Berlin hinter der ganzen Medienfassade passiert. Nämlich so gut wie nichts. Das ist bitter und vor allem in Berlin will man nicht richtig warhaben, das die Stadt genauso langweilig ist wie Hamburg, München oder Frankfurt. Und wer in letzter Zeit mal in Berlin war, wird es nach kurzer Zeit ebenfalls festellen: Hier geht's auf alle Fälle nicht ab. Es sei denn, man ist Provinzei und nur für das Wochenende in der Stadt. In wenigen Jahren wird Mai-3D als das Sittengemälde der jungen, hippen Berliner Szene Ende der Neunziger gelten. Darauf wette ich. Man kann natürlich sagen: Die Romanfigur Kai ist ein ausgewachsenes Arschloch, Marc ist der planlose, kreative Chaot und David ein etwas seltsam pseudoakademischer DJ-Typ, aber ehrlich gesagt ist von Nightlife und Szene-Hengsten einfach nicht mehr zu erwarten, oder? Und wieso wird eigentlich von Literatur immer verlangt, daß sie nur positive Charakter abbildet? Die bad guys sind in Filmen doch auch oft die interessanteren Zeitgenossen! Und außerdem ist das Format von Mai-3D total spannend: Drei Figuren, drei Erzählperspektiven, die im Tagebuchstil gefaßt sind und ineinandergreifen , wann hat es sowas schon gegeben? Mein Kumpel, der Germanistik studiert , konnte mir kein formal vergleichbares Werk nennen. Vielleicht ist Mai 3-D Avantgarde-Literatur und niemand blickt's?
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sittengemälde Berliner Slacker, 8. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Mai 3D (Broschiert)
Popland ist abgebrannt und alle die danach kommen haben's schwör. Tja, da haben Hennig v. Lang, Müller-Klug und Haaksman wirklich Pech gehabt mit der Veröffentlichung ihres Buches. Wäre es ein dreiviertel Jahr früher erschienen - also vielleicht im Frühjahr 1999, hätten ihr Buch bestimmt mehr Leute gut gefunden. Nach "Tristesse Royal" aber hat es jeder Autor, der über aktuelle Distinktionspraktiken, Szene-Politiken und Lebensstile schreibt, verdammt schwer. Man kann es nämlich nicht mehr hören, die Ego-Probleme junger Erwachsener und alles was nach "Szene" und Hipness riecht, es wurde schon zu oft von den falschen Leuten beschrieben was cool ist und was nicht und warum sollten nun plötzlich Hennig von Lange, Müller-Klug und Haaksman auf den Punkt bringen, was so geht in Berlin? Am besten also vergessen, was im letzten dreiviertel Jahr so alles über Pop-Lit geschrieben wurde und sich diesen Roman reinziehen. Mai-3D ist lustig, liest sich schnell, manchmal ein bisschen banal, aber mindestens so gut wie ein Burt Bacharach-Song.
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