Dieses Buch führt "auf 80 Tellern um die Welt".
Hört sich erst mal eher plakativ an, entpuppt sich aber bei näherem Hinschauen als Buch mit einer gewissen Tiefe.
Die Autoren zeigen 80 Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen- oft auch mehrere Personen aus einen Land (besonders die USA), die aber trotzdem in vollkommen unterschiedlichen Welten leben.
Viele der Beiträge machen Mut, andere frustrieren eher.
Obwohl es eigentlich um Ernährung geht, stecken zwischen den Seiten dieses Buches viele Schicksale und auch einiges an Gesellschaftskritik. Man erfährt vieles über Kultur, soziale und finanzielle Probleme und gesellschaftliche Entwicklungen. Positive wie Negative.
Eines bemerkt man dabei recht schnell: Das erbärmlichste Essen liegt nicht auf den Tellern der Armen in der dritten Welt, sondern auf denen von US-Bürgern.
Das wirkt eher erschreckend.
Die einzelnen Kapitel sind nach aufgenommener durchschnittlicher Kalorienmenge getrennt und zwischen jedem Kapitel findet sich ein gesonderter Beitrag von einem/r Journalisten/in oder diversen Buchautoren und Food-Kritikern.
Diese zweiseitigen Beiträge sind besonders interessant, beziehen sie sich doch oft auf wissenschaftliche Erkenntnisse oder persönliche Erfahrungen der Autoren. Hier begegnet man vielfältigen Meinungen. Und findet auch Hinweise auf weiterführende Literatur.
Ich finde, dieses Buch räumt mit einigen Vorurteilen auf, erweitert das Wissen über fremde Ernährung (viele exotische Gerichte werden erklärt, manchmal findet sich sogar das Rezept dafür!)und Lebensweise und regt dazu an, über die eigene Nahrung und den Umgang damit nachzudenken.
Ein Buch, wie ich es mir für den Schulunterricht vorstellen würde.
Das einzige, was mich etwas stört ist die Amerikalastigkeit. Es werden sehr viele US-Bürger vorgestellt, was gemessen an allen anderen Ländern und Kulturen überproportional erscheint.