Davon handelt dieser Roman von Daniel Kehlmann, von dem Physiker David Mahler nämlich, der in einer Nacht eine Formel entdeckt, die den zweiten Hauptsatz zur Thermodynamik vollkommen auf den Kopf stellt, nämlich die Umkehrung der Zeit bedeuten bzw. die Nichtexistenz der Zeit beweisen würde.
Als Gesamturteil meinerseits kann ich nur sagen, dass ich mehr und mehr zum Kehlmann-Fan werde, Mahlers Zeit aber im Gegensatz zu den anderen beiden, die ich schon von Kehlmann gelesen habe ("Ich und Kaminski" und "Die Vermessung der Welt", sind auch irgendwo in diesem Forum kritisiert...) nicht witzig, dafür einfach nur wahnsinnig (im positiven Sinne) ist, einen jungen und sicher talentierten Physiker sich so in eine abskurre Theorie verennen zu lassen, dass ihm absolut überhaupt kein Glauben geschenkt, er von der Wissenschaftswelt belächelt wird.... Wahnsinn. Auch die Art, wie Kehlmann erzählt, verdient meines Erachtens vollsten Respekt, die Symbole mit denen er arbeitet, beispielsweise die verstorbene Schwester, die Mahler immer wieder im Traum erscheint, die Fliege oder die Scherben der Straßenlaterne, nicht zuletzt auch der Tod, der Mahler anscheinend ständig irgendwie begleitet, sei es am Tanklaster, der in Flammen aufgeht oder der Obdachlose, der an einem Herzinfarkt stirbt... einfach zwischen Genie und Wahnsinn!