Uli Sigg war während vieler Jahre als Manager in China tätig. Der ausgewiesene Chinakenner wurde schliesslich, was sehr unüblich ist, als Quereinsteiger als Schweizer Botschafter in Beijing berufen. Dabei kümmerte er sich nicht nur ums Business, sondern er ging auch seiner Leidenschaft Kunst nach und trug eine beeindruckende Sammlung zusammen, die einen repräsentativen Querschnitt über das zeitgenössische Kunstschaffen in China darstellt. Das war nur möglich, da Sigg freundschaftliche Kontakte zu chinesischen Künstler pflegte. So kaufte er von damals noch unbekannten Künstlern Bilder und Objekte, die heute Millionen kosten.
Die Sammlung Sigg war 2005 in Bern und 2006 in Hamburg ausgestellt. Wer die Ausstellung nicht gesehen hat, muss mit dem vorliegenden ausgezeichneten Ausstellungsführer vorliebnehmen. Die Bilder sind zwar grossartig, aber sie vermögen eben nicht den Ausstellungsbesuch ersetzen, da die Bilder zum Teil sehr grossformatig sind. Das Buch überzeugt durch informative Einführungen und mit einem Interview mit Uli Sigg. Zudem gibt es zu jedem Künstler erläuternde Texte. Somit ein sehr empfehlenswertes Buch über zeitgenössische chinesische Kunst.