Albrecht Hagemann zeichnet das Porträt eines der faszinierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - Mahatma Gandhi (1869-1948).
"Wir müssen die Veränderung selbst sein, die wir in der Welt sehen wollen."
Der dieses sagte, hat das, was er damit meinte, der Welt als seine Botschaft vorgelebt. Er hat damit ein Weltreich - Großbritannien - in die Schranken gewiesen. Aber wirklich verändert hat er die Welt nicht. Nicht einmal sein eigenes Land. Dennoch lebt seine Kernidee in den Köpfen und Herzen der Menschen fort: die Idee der Gewaltlosigkeit.
Seine Anhänger verehren ihn fast wie einen Heiligen und nennen ihn Mahatma - die "große Seele", weil er sich mit ganzer Seele für sein Land Indien einsetzt und es von der Kolonialmacht Großbritannien befreien will.
Am 30. Januar jährt sich zum 60. Mal der Tag, an dem Mahatma Gandhi von einem Hindu-Fanatiker ermordet wurde. Die tödlichen Schüsse galten einem Mann, der, gegen die Teilung des Subkontinents und für ein friedliches Zusammenleben von Hindus und Muslimen eintrat.
Sein Name gilt heute als Synonym für gewaltlosen Widerstand für die Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte und macht ihn zusammen mit seiner daraus resultierenden Lehre zu einem der wichtigsten Vorbilder der Menschheit. Unzählige Menschen - nicht zuletzt den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King - hat er inspiriert.
Der Detmolder Gymnasiallehrer Albrecht Hagemann, der schon eine Biografie von Nelson Mandela und ein Porträt Fidel Castros vorlegte, hat die politische Lebensgeschichte Mahatma Gandhis nachgezeichnet.
Mit zahlreichem Bildmaterial, einem hilfreichen Glossar, einer Zeittafel und einer ausführlichen Bibliografie im Anhang bietet diese kompakte Biografie aus der Reihe "dtv-Porträt" einen tief greifenden Überblick über das Biografische hinaus und gibt eine ziemlich umfassende Darstellung der letzten hundert Jahre indischer Zeitgeschichte. Zahlreiche Zitate und Textauszüge Gandhis und seiner Weggefährten ergänzen dieses umfassende Kompendium.
Trotz der Gefahr, "in der Flut der Ereignisse zu ertrinken", gewinnt der Leser einen guten Eindruck, mit welcher Unermüdlichkeit und Zähigkeit dieser zerbrechliche Mann, den Winston Churchill einmal verächtlich als "halbnackten Fakir" bezeichnete, im Dreieck Indien - Südafrika - Großbritannien umhergereist ist, um Anhänger für seine Staatsidee des "Satyagraha" zu gewinnen.
Fazit:
Albrecht Hagemann ist ein umfassender Überblick dieses kleinen-großen Mannes gelungen, der von ihm nicht nur heroisch, sondern durchaus auch kritisch betrachtet wird.