Kurzbeschreibung
Als Sohn eines jüdischen Sanitätsarztes wurde Magnus Hirschfeld 1868 in Kolberg/Pommern geboren. Nach seinem Studium der Philosophie, Philologie und Medizin ließ er sich als Arzt nieder und lebte seit 1895 in Berlin. Einer breiten Öffentlichkeit ist Hirschfeld vor allem durch sein Berliner Institut für Sexualwissenschaft bekannt, das er bis zur Zwangsschließung 1933 leitete. Während er sich zeitlebens für eine Reform des Paragraphen 175 einsetzte, vermied er es jedoch, sich als Homosexueller zu outen. Ebenso tabuisierte er sein Judesein. In seinen persönlichen Aufzeichnungen finden sich so gut wie keine Äußerungen zu seiner Herkunft. Das Buch widmet sich dem Leben und Werk des Sexualwissenschaftlers und schlägt dabei einen Bogen zur Wirkungsgeschichte Hirschfelds von seinen Lebzeiten bis in unsere Tage hinein.
Über den Autor
Elke-Vera Kotowski, Dr. phil., geboren 1961 in Hagen/Westfalen; Studium der Politischen Wissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaft in Duisburg und Berlin, 1991-1993 Verlags-Redakteurin, seit 1994 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam und seit 2003 in dessen Geschäftsführung tätig. Arbeitsschwerpunkte: Deutsch-jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Julius H. Schoeps wurde 1942 in Schweden geboren; Rückkehr mit den Eltern aus dem Exil, Studium der Geschichte, Geistesgeschichte, Politik- und Theaterwissenschaften in Erlangen und Berlin. 1969 Promotion, 1973 Habilitation, 1974-1991 Professor für Politische Wissenschaft und Direktor des Salomon Ludwig Instituts für deutsch-jüdische Geschichte an der Universität/Gesamthochschule Duisburg. Seit 1991 Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Von 1993 bis 1997 nebenamtlich Gründungsdirektor des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Julius H. Schoeps ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher zu zeitgeschichtlichen Themen.