als dieses Buch im Mai 2010 endlich wieder zu haben war (eine frühere vergriffene Auflage hatte mir schon lange den Mund wässrig gemacht) war erst mal Sommer und schöne warme Handschuhe nicht unbedingt naheliegend ... hätte ich bloß damals schon angefangen ...
Die bunten Muster sind unheimlich schön, irgendwie besonders und anders als andere, ich finde sie augenzwinkernd charmant. Die großen Trichterstulpen sind für mich eher sehr extravagant, aber diese wegzulassen ist noch viel, viel einfacher als sie zu stricken!
Anna Zilbourg zeigt oft rechte und linke Socke/Handschuh in verschiedenen Farben, da hat man auf einen Blick mögliche Farbzusammenstellungen vor Augen und bekommt eine gute Vorstellung davon wie ein Muster je nach Farbe wirkt; ausprobieren muss man jedoch trotzdem, leider auch weil die Auswahl an bunten Garnen für feine Farbspielereien in unseren Wollgeschäften und Handarbeitsabteilungen dann doch oft bescheidener ist als die der Designerin zur Verfügung stehende Palette. Es muss nicht immer der ganze Regenbogen sein, oder X Schattierungen einer Farbe, mit 2-3 Knäueln Sockenwolle davon evtl. eines mit Farbverlauf lässt sich schon mal gut anfangen.
Ein Highlight ist die Methode an den Fingerspitzen anzufangen! So lässt sich am besten überprüfen, wann die Weite reicht, ob die Länge passt oder ein kleiner oder großer Mustersatz noch einzufügen wäre.
Ich fürchte zwar, dass meine auserwählten Handschuhe nur sehr langsam wachsen werden, da ich noch wenig Übung mit vielen Farben habe, braucht jede Reihe Zeit, Muße und Konzentration ... aber die Freude aufs Ergebnis wächst auch. Handschuhe/Socken sind zum Glück überschaubarer als ganze Pullover - auch wenn man große Hände/Füße hat. Das ein oder andere Muster verlangt unbedingt danach als Bordüre oder Blickfang auf einem größeren Teil die erste Geige zu spielen!
Kurzum, es gibt einige wenige ganz außergewöhnlich schöne Strickbücher und dieses ist eines davon.