In einer gewissen Nähe zur h-moll Messe ist das Magnificat virtuose Musik. Zitat:"Bach komponierte die erste Fassung des Werkes in Es-Dur zum 2. Juli 1723 für das Fest Mariae Heimsuchung (noch ohne die vier weihnachtlichen Einlagesätze.) Für eine Wiederaufführung am ersten Weihnachtsfeiertag 1723 ergänzte er das Werk dem Anlass entsprechend um vier weihnachtlichen Sätze. Etwa sieben Jahre später ließ Bach diese vier Sätze weg und transponierte das Werk nach D-Dur, hierbei änderte er die instrumentale Besetzung und entschärfte die harmonisch kühnere Fassung von 1723 in zahlreichen Details."
Die einzelnen Sätze sind kurz,erfordern aber höchste sängerische Präzision. Es ist selbstverständlich, dass der Monteverdi- Choir dem gewachsen ist,handelt es sich doch um einen Weltspitzen-Chor.Durch diesen Chor, der seit 1974 mit Gardiner Aufnahmen macht, ist der Level für die Beurteilung von Chor-Gesang so deutlich gehoben worden, dass Laien-Chöre heute bei keinem Werk mehr eine echte Chance haben. Nur wenige andere Profi-Ensembles können es mit dem Monteverdi-choir aufnehmen.
Emma Kirkby wird von Gardiner bei der Kantate BWV 51-Jauchzet Gott in allen Landen- ebenfalls zu Geschwindigkeits-Höchstleistungen angefeuert und bewältigt diese. Bach führt Gesangsstimmen häufig wie ein Instrument und der Sänger, die Sängerin, muss eine " geläufige Gurgel" haben, dieses zu bewältigen. Emma Kirby, die grosse Dame des Barockgesangs, bewältigt dies mit vibratolosem hellem Klang.
Wer einen festlich-virtuosen Bach hören will, ist mit dieser Aufnahme gut bedient.