Philippe Herreweghe bietet hier nach seiner bekannten Art eine hochkultivierte Einspielung von Bachs Magnificat, eine Version, der zwar etwas von der Aggressivität und Dynamik der Philips-Aufnahme John Eliot Gardiners fehlt, die jedoch ihrer Präzision und ihrer chorischen wie solistischen Souveränität wegen auf der ganzen Linie überzeugt. Agnès Mellon und Barbara Schlick ergänzen sich vollkommen, Peter Kooys sonorer Bass ist einmalig gut, und sowohl Howard Crook als auch Gérard Lesne lassen keine Wünsche offen. Der (fünfstimmige) Chor ist mit 21 Stimmen angemessen besetzt und vermag z. B. bei "Omnes generationes" ein stimmliches Feuerwerk zu zünden. Bei der orchestralen Begleitung gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln, und wie bei Herrewghe üblich gibt es wunderbare Oboenpassagen, die das Ohr immer wieder erfreuen. -- Bei der (von Friedemann Bach überarbeiteten) Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott" ist Ähnliches festzustellen, nur hatte ich das Empfinden, an einigen der komplexesten Stellen hätten die Aufnahmetechniker das Geschehen noch etwas durchhörbarer einfangen können.