Kritik:
Wissenschaftsthriller mit Weltuntergangsszenario haben Konjunktur. In diesem Sinne passt der Roman von Thomas Thiemeyer klar und eindeutig in das Schema der sich gerade en vogue präsentierenden Thematik. Wunderbar trägt er damit dem Bestsellerkalkül Rechnung.
Sicher, die Geschichte weiß zu faszinieren und bietet dem Fan entsprechender Stories mehr als nur passable Unterhaltung. Es gibt eine weltvernichtende Bedrohung, es gibt die gestrauchelte Wissenschaftlerin, die ganz entgegen ihrer bisherigen Vita nun vehement Einsatzbereitschaft zeigt, um die Welt zu retten, es gibt den fiesen Bösewicht, der die Ausführung des diabolischen Plans der Weltvernichtung um jeden Preis sicherstellen will und dabei bereit ist, dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen zu gehen.
Merkwürdige Phänomene, spannende Verfolgungsjagden, eine latente Portion Sci Fi, typische Heroen, eine spannende, abwechslungsreiche Handlungsführung mit wechselnden Schauplätzen. Das passt und ist -da eine plausible Hintergrundgeschichte transportiert wird - Garant für die Bedienung einer massenkompatiblen Erwartungshaltung in Punkto Unterhaltungswert.
Gänzlich überzeugen kann der Inhalt indes nicht. Zu platt sind die verwendeten Klischees, zu vorhersehbar ist die Story, zu eindimensional sind die in der Geschichte wiederzufindenden Charaktere. Egal ob die privat gestrauchelte Überwissenschaftlerin die natürlich mit dem smart aussehenden wohlproportionierten Agenten eine heisse Liebesaffäre eingeht, oder der heroinsüchtige böse Wissenschaftler, der einen perfiden Plan zur Vernichtung der Welt ersinnt: Prota- und Antagonisten wirken in Summe wie aus einem Pool vorgegebener Verhaltensmuster stereotyp zusammengesetzt. Die Charaktere wirken damit unecht, wenig lebendig und nicht wirklich interessant. Das schmälert das Hörerlebnis genauso, wie zum Teil hölzerne Dialoge.
Fazit:
Der Roman bedient typische Erwartungen an brauchbare Unterhaltung. Er liefert eine Story, die schnell verdaulich, oberflächlich spannendend und mit Action garniert ist. Was fehlt ist ein nachhaltiger Eindruck, der auch nach Ende der Story noch nachwirkt und damit das Besondere, das Fazinosum einer wirklich hervorragenden Geschichte ausmacht. Gut!
(c) Oliver Schulte