Endlich ist es da, das Buch über die magische Seite des Wallis. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin begeistert!
Das Wallis mit seinen Bergen, Gletschern, Steppen, Wiesen, Wäldern und Gewässern ist eine beliebte Ferienregion. Dem Autorenpaar Evelyne Brunner und Pier Hänni, dem bekannten Kraftortspezialisten, gelingt es, uns auf sanfte Art die Schätze dieses Landes an der jungen Rhone näher zu bringen - sehr wohltuend angesichts der Auswüchse eines Eventtourismus, der oftmals auch im Wallis anzutreffen ist.
Das Autorenpaar beschreibt Orte und Wege, die seit Urzeiten von Menschen genutzt werden. Dabei vermischen sich Naturbeobachtung, Historisches, Überliefertes und Begegnungen mit Menschen und anderen Wesen. Für all dies eine Sprache zu finden und auch Erfahrungen der ganz besondern Art in Worte zu fassen. Das ist die Kunst, die in diesem Buch bestens beherrscht wird. Die Wurzelkräfte des Landes, Tradition und Überlieferung erleben so eine Erneuerung, Sinngebung und Kraft für die Gegenwart.
Die Beschreibung der Kraftorte, weg vom vermeintlich Messbaren und von unverständlich Esoterischem, macht die Wanderungen auch für Normalsterbliche nachvollziehbar, schafft Platz für das persönliche Erleben. Erahnen lässt sich trotz der etwas zu klein und dunkel geratenen Fotos, dass uns auf solchen Plätzen der Farbenrausch der Natur und aussergewöhnliche energetische Schwingungen verzaubern können.
Auffallend ist die feinfühlige und wertschätzende Art, die das Autorenpaar immer wieder zum Ausdruck bringt: den Einheimischen, den Naturkräften, der Kultur des Landes gegenüber. Es gelingt auch, die oft schwierige Brücke vom Ober- zum Unterwallis zu schlagen. Wunderbar, wie die magische Dimension Sprach- und Mentalitätsgrenzen überwindet und mit ihrer geheimnisvollen Kraft das ganze Land durchwirkt.
Ich freue mich aufs Wandern und auf all die Begegnungen mit Menschen und Geistern, Tieren und Pflanzen, Licht und Schatten, Wasser und Steinen. Und aufs Lesen all der Geschichten, die in dieser magischen Landschaft gewachsen sind.