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Das Magische Labyrinth, 6 Bde., Ln, Bd.5, Am Ende der Flucht
 
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Das Magische Labyrinth, 6 Bde., Ln, Bd.5, Am Ende der Flucht [Gebundene Ausgabe]

Max Aub , Mercedes Figueras , Albrecht Buschmann , Stefanie Gerhold
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 251 Seiten
  • Verlag: Eichborn (März 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821806656
  • ISBN-13: 978-3821806655
  • Originaltitel: Campo frances
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,2 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 437.699 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Labyrinth ohne Ausweg
Max Aubs beklemmender Text überdas französische Internierungssystem
Das Labyrinth hat einen Ausgang, lautet das tröstliche Versprechen des Mythos. Wer geduldig den Faden einholt und dabei auch den Stier, den Gebieter und zugleich Gefangenen des verwinkelten Bauwerks, im Auge behält, kann am Ende auf die Freiheit hoffen. Doch eben, weil er einen Ausweg verspricht, würde Max Aub diesen Mythos wohl als Zeugnis einer längst vergangenen Epoche bezeichnen. Der gepeinigte Stier nämlich, der als Sinnbild der sich selbst zerfleischenden Nation im ersten Band von Aubs Romanzyklus «Das Magische Labyrinth» vom johlenden Mob in den Tod getrieben wird, hätte auch jenseits der Pyrenäengrenze nur geringe Überlebenschancen. Denn dass die Logik der Vernichtung an den Grenzen nicht Halt macht, erfährt Aub 1939 am eigenen Leib. Als er in Spanien mit André Malraux dessen Roman «L'Espoir» für das Kino umsetzt, treiben ihn die anrückenden Truppen Francos zur Flucht nach Frankreich. Dort gelangt er, wie er in einer «Vorbemerkung» zum vorliegenden Band «Am Ende der Flucht» schreibt, «direkten Weges vom Filmset ins Konzentrationslager»: Als Kommunist denunziert, wird er 1942 in verschiedenen Internierungslagern Frankreichs und Algeriens festgehalten, bis ihm die Flucht nach Mexiko gelingt. Der uralte europäische Mythos, so kann man sein Schicksal verstehen, löst sein Versprechen erst in der Neuen Welt ein. Frankreich unter dem Vichy-Regime unterscheidet sich in Aubs Darstellung kaum von dem Spanien, das General Franco gerade unter seine Knute gezwungen hat. «Zweihundert täglich, zehn Tage lang», rechnet ein Polizist die von der Regierung vorgegebene Gefangenenquote hoch, «dann hätten wir die zweitausend, die der Minister verlangt.» Wessen sie angeklagt sind, wissen weder die spanischen Republikaner noch die internierten Franzosen. Ihr Mann sei unschuldig verhaftet worden, erklärt die Protagonistin Marie dem verantwortlichen Hauptmann. «Ich bin überzeugt, dass das bei vielen der Fall ist», rechtfertigt sich dieser, «vielleicht bei den meisten. Aber Befehl ist Befehl.» – Die Ängste der Opfer und ihre gleichzeitige Reduzierung auf anonyme Verwaltungsfälle fängt Aub ein, indem er ihre Dialoge und stereotypen Unschuldsbeteuerungen durch Einspielungen von Wochenschau-Ausschnitten, Zeitungsschlagzeilen und Filmszenen anreichert. So gebraucht er sie als beklemmende Zeugnisse eines unausweichlichen Schicksals. Denn wenn Frankreich vor Nazi-Deutschland kapituliert, wie es in einer Zeitungsschlagzeile heisst, wird die Staatsmacht wenig Geduld haben, sich um das Schicksal einzelner Bürger zu sorgen. «Ein Büro in der Präfektur, austauschbar», sagt eine Regieanweisung: genauso austauschbar wie Jules Hoffmann, der zentrale Protagonist, der kaum hoffen darf, mit seiner Geschichte – die Behörden verwechselten ihn mit seinem Bruder Jean, der in Spanien in den Reihen der Internationalen Brigaden kämpfte – auf offene Ohren zu stossen. Frankreich wird für die Gefangenen zum huis clos. Es bleibt nichts als die Schärfung des politischen Bewusstseins und – vielleicht – die Radikalisierung. Doch eben diese Entwicklung geht auf Kosten des Textes. «Früher war Freiheit ein Wort für mich wie viele andere. Erst jetzt habe ich erfahren, was die Freiheit ist, und das habe ich dort gelernt, wo es keine gibt», bekennt Jules. Deklarationen wie diese verleihen dem Text am Ende einen politpädagogischen Charakter. An der politischen Grosswetterlage ändert allerdings auch ein erweitertes Bewusstsein nichts: Das Labyrinth bleibt eine tödliche Falle. Kersten Knipp

Kurzbeschreibung

Den jungen, unbedarften Bauernsohn Rafael verschlägt es in die pulsierende Großstadt Barcelona und zwar in einer Zeit, in der das ganze Land in Aufruhr ist. DerKönig dankt ab, die Republik wird ausgerufen, die Generäle planen einen Putsch. Rafael lernt die Verlockung der Großstadt kennen und wird in die Wirren des sichanbahnenden Bürgerkriegs gezogen

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein lesenswertes Buch! 5. April 2002
Von "regnaw"
Jules Hoffmann, Staatenloser aus Ungarn, lebt mit seiner Frau Marie in Paris, betreibt dort ein kleines Geschäft. Es ist die Zeit zwischen 1939 und 1940. Paris ist voller Flüchtlinge, Emigranten und Heimatlosen aus ganz Europa. Julien und Marie sind unpolitische Menschen, denen es genügt, bescheiden leben und vielleicht samstags ins Kino gehen zu können. Unerschütterlich glauben sie an Recht und Gerechtigkeit und haben grenzenloses Vertrauen in das Handeln staatlicher Organe. Das gilt auch noch, als Jules bei einer Polizeirazzia mit seinem Bruder Jean verwechselt wird, der als Freiwilliger in Spanien bei den Internationalen Brigaden gekämpft hat. Er wird verhaftet, im Sportstadion und später im Konzentrationslager Vernet interniert. Er wird verhört, geschlagen, gedemütigt, ohne auch nur die geringste Chance zu haben, aus dem festen Griff der Justiz entkommen zu können. Das schaffen nur solche Mitgefangenen, die über ausreichende Geldmittel verfügen und die auch einzusetzen wissen.

Jules braucht lange, bis er die Ausweglosigkeit seiner Lage zu begreifen beginnt. Er versteht allmählich, dass nur die Solidarität mit seinen Mitgefangenen, die er lange für Gesindel und Verbrecher gehalten hat, ihr Los geringfügig verbessern kann. Erst als die Gefangenen sich gemeinsam gegen die Repressionen des Wachpersonals zu wehren beginnen, stellen sich erste Erfolge ein.

Jules wandelt sich in seiner Internierungszeit vom Unpolitischen zu einem Menschen, der schmerzhaft begreifen muss, dass sein Recht nur der erhalten kann, der in der solidarischen Gemeinschaft stärker ist als die, die Anderen ihre Rechte vorenthalten. Auch seine Frau Marie, ebenfalls interniert, reift in einem vergleichbaren Prozess.

Geschrieben wurde der Text 1942, also sehr zeitnah zu den beschriebenen Ereignissen, die nach Aubs Angaben alle authentisch sind. Ungewöhnlich ist die Darstellung, die eher an ein Drehbuch als an einen Roman erinnert.

Obwohl das Buch Teil des sechsbändigen Zyklus "Das Magische Labyrinth" ist, kann es auch unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden, da es keine direkten Bezüge zu Personen oder Handlungen aus den bisher erschienenen Bänden gibt.

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