Die Fantasy ist ein literarisches Genre, das inzwischen weit mehr bietet als schwertschwingende Ritter im Kampf gegen böse Dämonenhorden. Das Magira Jahrbuch 2001 stellt die wichtigsten und interessantesten Bücher und Autoren des Jahres vor, setzt sich mit Phänomen wie Harry Potter und dem Herrn der Ringe auseinander und resümiert mal sachlich und analytisch, mal sehr persönlich (Klaus Frick, "Eine literarische WAA"), immer aber mit Liebe zum Genre alles, was wirklich erwähnenswert war im gerade im Fantasybereich sehr turbulentem Jahr 2001.
Besonders herausragend sind für mich die Analyse der Harry Potter Bücher von Hermann Ritter und die Kritik an der Neuübersetzung des Herrn der Ringe mit einer Gegenüberstellung des alten und neuen Textes gewesen. Ein weiteres Highlight ist sicher auch das Interview mit und die Artikel über Neil Gaiman, einem jener Autoren, die in der Szene schon lange Jahre ihren festen Platz unter den Spitzenschreibern (Books of Magic, Neverwhere - inzwischen von der BBC verfilmt, Good Omen,...) inne haben, in den nächsten Jahren aber ganz sicher auch in der breiten Öffentlichkeit ganz groß rauskommen werden (Good Omen wird soeben als großer Kinofilm umgesetzt!). Wer sich für Fantasy interessiert kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Die Aufmachung und das Layout ist sehr modern und lesefreundlich. Jeder Artikel ist mit Illustrationen und Zusatzinformationen gespickt. Das Cover ziert ein wunderschönes Titelbild von Stephanie Pui-Mun Law.
Ein Stern Abzug gibts für die unschöne Klebebindung, wegen der man schon ziemlich aufpassen muß, daß man nicht irgendwann eine Loseblattsammlung in Händen hält.