"Magierblut" ist eine düster angehauchte Fantasy-Geschichte rund um den Bastard des yendländischen Königs, Zeth, der wegen seiner illegitimen Geburt zwar kein Thronfolger ist, aber fern der Hauptstadt eine eigene Truppe befehligt, die 'Dämonen des Caskáran'. Dort nimmt er den Jungen Bennet als Knappen auf, um ihn vor Übergriffen der Männer zu schützen und sich gleichzeitig einen Ersatz für seinen aus dem Dienst tretenden Diener zu verschaffen.
Von da an entwickelt sich eine von Rückschlägen heimgesuchte Romanze zwischen den beiden, die dadurch gefährdet wird, dass Zeth als Bastard benachteiligt ist und darüber hinaus mit einem Auftrag seines Vaters bedacht wird, den er mit größter Diskretion erfüllen muss.
Das Buch ist durchaus gut geschrieben, auch wenn man hin und wieder auf Ausdrucksfehler trifft. Irritierend ist beim Lesen, dass die Wechsel der verschiedenen Erzähler oftmals nicht kenntlich gemacht werden, es gibt keinen trennenden Absatz, was manchmal verwirrend wirkt. Die Atmosphäre der mittelalterlichen Welt ist indes gut dargestellt, brutal und kompliziert für die verschiedenen Völker und die herrschenden Vorurteile.
Sex nimmt einen großen Stellenwert im Buch ein - nicht nur wegen der entsprechenden Szenen, sondern auch, weil ich bisweilen das Gefühl hatte, dass Personen sich nicht kennen, wenn sie nicht auch schon mal im Bett waren. Besonders Zeth besticht durch eine auffällige Zahl solcher Bekanntschaften und das scheinbare Motto "allzeit bereit". Wer es mag, stört sich daran nicht, allerdings kann es auch unfreiwillig komisch wirken.
Die Charakterentwicklung ist gut dargestellt, das erste Buch in sich schlüssig. Das Aufkommen einer Inzest-Beziehung ist jedoch nicht jedermann's Geschmack und schien auch ohne besonderen Grund aufzukommen...
Die Dialoge sind dafür unterhaltsam, man wünscht sich manchmal, es würden überhaupt mehr davon vorkommen. Die Charaktere reden meist nur, wenn sie auch etwas zu sagen haben, was es manchmal schwierig macht, sich mit ihnen vertraut zu machen.
Insgesamt kann ich das Buch eingeschränkt empfehlen. Es war spannend zu lesen und abwechslungsreich, manche Aspekte davon haben mich aber eher befremdet.