Dies soll eine Bewertung der ganzen Buchreihe sein, zumindest soweit ich sie gelesen habe, nämlich Buch 3.
Das halte ich für sinnvoll, denn dieses Buch kauft man nicht, wenn man nicht auch gewillt ist Band 2-4 zu lesen.
Zum Buch fallen mir folgende Atribute ein:
- schöne Welt, vielschichtig, abwechselungsreich
- Charaktere eher einfach und stereotyp. Den "schweigsamen Krieger" z.B. gibt es in 1000 anderen Büchern auch so. Man merkt, das hier ein aktiver Rollenspieler schreibt. Jede Klasse/Art/Rasse ist vertreten und man ergänzt sich passend.
- Der Titel verspricht etwas; das Buch hält es nicht. Magier sind hier Mangelware. Aber das ist wohl nicht das Verschulden des Autors, im Original heisst das Buch "Das Geheimnis von Ji". Trotzdem nicht schön, wenn man so getäuscht wird, sei es nun vom Autor, Übersetzer oder Buchverlag.
- Die Geschichte ist eine klassische Quest, die Gruppe wird von A über B nach C geschickt und ist dabei auch interessant und spannend. Auffällig ist leider der nervige Hang zum erzwungenen Gruppengefühl bei den Charakteren. Es vergeht kaum ein Kapitel, in dem nicht irgendeine Person der Gefährten darüber nachsinnt, wie LANGE sie schon zusammen sind und was für GUTE Freunde sie doch geworden sind. Und das schon so früh, dass man schon von Gruppenzwang reden muss.
- Gehörig genervt hat mich die alternative Zeitrechnung. Es gibt keine Sekunden und Minuten, keine Stunden und Tage oder Wochen, sondern für alles nicht nur ein anderes Wort, sondern auch eine leicht abweichende Länge. So beträgt das Gegenstück zur Woche z.B. 10 statt 7 Tage. Das ständige geblättere im Glossar, was das nun gerade wieder für ein Wort ist, eine Quasi-Woche oder eine Quasi-Minute, und das nötige Umgerechne, damit man ein Gefühl für die Zeit bekommt, störte mich sehr.
- Alles in allem ist das durchschnittliche Fantasykost (3 Sterne). Sicher nicht schlecht, aber wer auf etwas besonderes gehofft hat, bei der Ankündigung der "Fantasysensation aus Frankreich", wird wohl enttäscht sein. Denn auch wenn es nur ein Umschlags-Werbetext á la "der neune Tolkien" ist, habe ich mehr erwartet von einem mit Preisen ausgezeichneten Buch. Zumindest etwas wirklich Außergewöhnliches. Und das ist in diesem Buch leider nicht zu finden. Punkt.