Ein Buch, das ich mit zwiegespaltenen Gefühlen betrachte. Einerseits wird der Leser an eine Art mit Sexualität umzugehen herangeführt, die interessant und zu loben ist. Insbesondere das Kapitel "Negative Strukturen in sexuellen Beziehungen" halte ich für eine in puncto psychologischem Hintergrund der Autorin gelungene Ausführung um sich auf den Partner als sensibeles Wesen einzustellen. Eine kleine Einführung in Mythologie der Sexualität erhält man auch. Man wird sich der westlichen Prüderie bewusster. Anderorts wird Liebe größere Bedeutung beigemessen.
Andererseits hätte das Buch dichter gefasst werden können. Die ca. 500 Seiten sind eher langatmig, als dass sie auf das Wesentliche kondensieren. Obendrein besitzt so manch angeratene Zeremonie wirklich absurden Charakter und driftet ins okkultische ab. Manches kann man ausprobieren, anders ist einfach zu viel des Guten. Zu weilen besteht latente Suggestion einen Esoterikladen aufzusuchen um überteuerte Gegenstände "der Macht" anzuschaffen, e.g. Altare, Steine etc.
Meines Erachtens eine materialistisches Fragment, das für erfüllte Nähe miteinander eher überflüssige Wertigkeit birgt.
Summa summarum kein Schrott, aber gewiss nicht der Hammer.