Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
100 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Enttäuschendes Prequel, 20. Mai 2009
MAGIE ist ein in sich abgeschlossenes Prequel zu Trudi Canavans höchst erfolgreicher Gilde der Schwarzen Magier (Die Rebellin, Die Novizin, Die Meisterin ). Es handelt von dem jungen Zauberlehrling Tessia, die lieber Heilerin werden würde, und dem Krieg zwischen Sachaka und Kyralia.
Anfangs weißt die Handlung starke Paralellen zu der Gilde der Schwarzen Magier Trilogie auf. Wieder entwickelt eine Bürgerstochter magische Kräfte, wieder beginnt sie eine Ausbildung und wieder hat sie einen Widersacher in Form eines älteren Lehrlings. Doch da es noch keine Gilde gibt, Tessia erst magische Heilmethoden entwickeln muss und die Beziehung zu ihrem Widersacher anders verläuft als die Soneas mit Regin, enthält dieser Teil genügend Neues. Die Probleme beginnen erst nach der Etablierung des Set Ups.
Das wohl schlimmste ist die Unfokussiertheit. Canavan kann sich nicht entscheiden welche Geschichte sie erzählen möchte. Zum einen wäre da Tessias Geschichte, die den Anfang dominiert und eigentlich auch das Zentrum des Buches sein sollte. Doch sobald die Kampfhandlungen beginnen wird Tessia zu einem Nebencharakter degradiert. Zwar wird ein guter Teil noch aus ihrer Sicht erzählt, im Geschehen spielt sie jedoch eine untergeordnete Rolle. Sie heilt ein paar Leute, entwickelt magische Heilmethoden und spendet ihrem Meister Magie.
Canavans Hauptinteresse wendet sich den Kampfhandlungen zwischen Kyralia und Sachaka zu, die hauptsächlich aus faden und taktisch unklugen Verfolgungsjagden und vereinzelten Konfrontationen bestehen, was den Mittelteil enorm streckt.
Zusätzlich führt Canavan ab dem zweiten Drittel einen neuen Erzähler ein, eine junge Frau aus Elyne, die zu ihrem Vater nach Sachaka kommt. Diese Perspektive hat keinen Einfluss auf die Haupthandlung (nur gegen Ende berühren sie sich kurz) und streckt den ohnehin zähen Mittelteil gewaltig. Vermutlich wollte Canavan mit dieser Perspektive Sachaka ein Gesicht geben. Man erfährt, dass das Land außer macht- und geldgierigen Zauberern, auch noch Frauen- und Sklavenmisshandler hervorbringt, Homosexualität verpönt ist, die Ansicht besteht, dass nur freie Männer richtige Menschen sind und dass die meisten Frauen und Sklaven mit ihrer Situation ganz zufrieden sind. So viel zur Schwarz-Weiß-Malerei.
Als ich mich durch MAGIE durchkämpfte, erinnerte ich mich an ein Interview mit Trudi Canavan. Sie gestand, dass sie dazu tendiere Geschichten zu strecken und daher brutal kürzen müsse. Im Gegensatz zu der tollen Gilde der Schwarzen Magier Trilogie wird diese Schwäche im Prequel offensichtlich.
Aber noch bin ich nicht am Ende meiner Klagen. Neben Unfokussiertheit und unnötigen Längen leidet das Buch an Emotionslosigkeit. Bevor hier ein Aufschrei kommt, lasst mich erklären. In meinen Augen reagieren gewisse Charaktere in gewissen Situationen zu emotionslos oder nicht ihrem Charakter entsprechend. So leidet Tessia unter dem Glauben, dass sie keine Heilerin werden kann mehr, als unter dem Verlust ihrer Eltern, den sie rasch wegsteckt. Auch ihre Liebesbeziehung ist für mich nicht nachvollziehbar (von seiner Seite aus schon, aber nicht von ihrer Seite). Ein weiterer problematischer Charakter ist die oben genannte junge Frau, die nach Sachacka reist um ihren Vater im Handel zu unterstützen. Stattdessen wird sie in die traditionelle Rolle einer Sachakanerin gedrängt und zwangsverheiratet. Obwohl sie eine Magierin ist, denkt sie nicht ernsthaft daran dieser Situation zu entfliehen. Der Beschluss ihrer bis dahin unbekannten Schwägerin zu helfen und der Erkenntnis dass ihr Ehemann ganz sexy ist, reichen aus um aus einer selbstständigen 25jährigen Frau (durchaus mit einer Frau von heute vergleichbar) ein hübsches Anhängsel zu machen. Selbst als sie auf eine Untergrundbewegung sachakanischer Frauen und Sklaven stößt, denkt sie nicht daran etwas zu ändern.
Trotz zahlreicher Schwächen ist MAGIE durchaus lesbar und man erhält einige interessante Einblicke in die Welt und Geschichte der Gilde der Schwarzen Magier. Allerdings hat Trudi Canavan bereits bewiesen, dass sie es besser kann. Es ist schade, dass ausgerechnet dieses schwächere Buch zuerst im teuren gebundenen Format erscheint.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vorgeschichte mit zuwenig Hintergrundwissen, 25. Juli 2009
*
Wenn man die Handlung verfolgt, kommt man nicht umhin, diverse Parallelen mit "Die Gilde der Schwarzen Magier" festzustellen. Daher liest sich die Story wie ein Déja-vu! Auch hier ist der Protagonist ein Mädchen aus einer minderbemittelten Familie ... auch hier wird ihre Magie durch einen Gewaltakt erweckt ... auch hier gibt es einen gütigen Lehrer und missgünstigen Mitschüler aus der gehobenen Klasse ... auch hier wird ihr Unterricht vorzeitig abgebrochen, wegen feindlicher Angriffe!
Natürlich kommt es darauf an, in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, sodaß es jeder anders empfinden kann. Aber da "Magie" nunmal chronologisch später geschrieben wurde, behaupte ich mal, die Autorin habe eine Spur zuviel ihrer alten Ideen "recyclet".
In "Magie" erfährt man über den schwierigen Prozess, wie der Einfall der Bildung einer Magiergilde gereift ist und der Krieg gegen Sachaka diesen Prozeß begünstigt hat.
Ich persönlich frage mich, wieso die Magier nicht früher darauf gekommen sind eine Gilde zu gründen ... war doch der Einzelunterricht für die Meister oft mit grossen Anstrengungen und persönlicher Freiheitsbeschneidung verbunden ( sprich: Meister und Schüler gingen überall zusammen hin ). Es gibt doch schliesslich auch eine Heilergilde.
Leider erfährt man nichts über die konkreten Anfänge der Gilde, d.h. als anerkannte Institution ( nur kurz im Epilog wird sie überhaupt erwähnt ).
Etwas schade find ich auch, daß die Autorin in diesem Buch nicht auf die genaueren Umstände der Abschaffung der sog. höheren Magie ( welche später als "schwarze Magie" bekannt wird ) eingeht. In "Die Meisterin" erfährt man zwar die Ursachen in groben Zügen, aber ich hätte gerne eine detailiertere Geschichte darüber gehabt. Man hätte z.B. ein paar Kapitel am Ende einfügen können, welche jene Story ( die Jahrzehnte nach der Gründung der Gilde spielt ) erzählen. Das wäre interessant gewesen.
Stattdessen bekommt man die Lebensgeschichte der Zweitprotagonistin, einer Halb-Sachakanerin und Magierin namens Stara präsentiert. Wahrscheinlich sollte das dem Ziel dienen, die Sachakaner als gefühlsmässige Menschen und nicht nur als Böse darzustellen, also quasi eine kleine Gesellschaftsstudie. Leider lässt sich dabei nur feststellen, daß die Sachakaner zu einem grossen Teil Sadisten und Chauvinisten sind.
Auch wenn Stara eine Art Fantasy-Frauenrechtlerin ist, so trägt ihr Tun gar nichts zur aktuellen politischen Entwicklung bei ... ihre Ehe, ihr Werk, ihr Leben - das alles läuft irgendwie ins Leere hinein.
Interessant finde ich auch, daß die Autorin den Sachakanern sehr japanisch klingende Namen gegeben hat ( z.B. Ashika Kachiro, etc. ). Und auch die Vorgeschichte weist einen ( bzw. mehrere ) homosexuelle Charaktere auf.
Im Gegenzug dazu gibt es zuwenig an Hintergrundwissen von Seiten der ersten Protagonistin der Magierschülerin Tessia. Und zwar weil sie - als Schülerin - nicht aktiv an den geheimen Magiertreffen teilnimmt. Dadurch fehlt was finde ich. Stattdessen konzentriert sich ihre Story auf die komplizierten und oft vergeblichen Versuche Magie und Heilen unter einen Hut zu bringen ( was widerrum interessant dargestellt wurde ).
FAZIT:
Eine gute Ergänzung zur Trilogie aber definitiv kein Muß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach nur fantastisch..., 8. Juli 2009
Tessa ist die Tochter eines Dorfheilers, dem sie gerne zur Hand geht. Sie sieht es als ihre Bestimmung, kranken und verletzten Menschen zu helfen.
Als Tessas Vater eines Tages in die Burg ihres Lehnsherren beordert wird, begleitet sie ihn kurzerhand. Sie werden bereits vom Magier Lord Dakon erwartet, dem das Gemäuer gehört und von ihm zu einem Menschen geführt, der dem Tode näher als dem Leben steht.
Überrascht stellt Tessa fest, dass es sich bei dem Patienten nicht um einen Kyralier handelt, sondern um einen Sachakaner. Außerdem ist er der halb Tot geprügelte Sklave von Takado, einem grausamen sachakanischen Magier.
Tessa muss sich auch kurz nach ihrer Ankunft den Annäherungsversuchen von Takado erwehren- und zwar mit mächtiger Magie- die sie eigentlich nicht besitzen dürfte.
Dakon erkennt das magische Potenzial der jungen Dame und nimmt sie kurzerhand als Lehrling auf, was Jayan, den Meisterschüler des Magiers nicht fröhlich stimmt. Doch was anfangs noch Verachtung und Hass ist, wird im späteren Verlauf der Geschichte wahre Freundschaft.
Dakon erweist sich als geduldiger Lehrmeister und nimmt seine beiden Meisterschüler sogar mit in eine weit entfernte Stadt, um sich mit anderen Magiern auszutauschen
Auf diesen Moment hat Takado nur gewartet. Nach der Abreise der Magierkutsche nimmt der Sachakaner sofort Kontakt mit seinem ehemaligen Sklaven auf und lässt sich von ihm über die kämpferische Stärke des Gebiets unterrichten.
Einige sachakanische Magier haben sich Takado angeschlossen- mit dem Ziel, ihr ehemaliges Heimatland wieder zu erobern und so viele Magier wie möglich zu töten.
Als Dakon und seine Schüler wieder nach Hause kommen, ist dieses bereits in Schutt und Asche gelegt. Sofort schickt Dakon Boten aus, um Unterstützung zu bekommen.
Kurze Zeit darauf hat sich eine schlagkräftige Magiertruppe um den alten Lord geschart und nimmt die Verfolgung von Takado und seinen Spießgesellen auf, die einen blutigen Pfad der Zerstörung hinterlassen haben
Ich muss gestehen, dass dies mein erstes Buch von Trudi Canavan war. Dadurch bin ich nicht vorbelastet und kann einfach drauflos schreiben.
Das Buch ist wirklich sehr flüssig geschrieben und beherbergt eine gute Mischung aus Charakterentwicklung und Action. Interessant dabei ist, dass es in diesem Buch keine herkömmlichen Fußtruppen gibt, sondern sich die gesamten Kampfhandlungen ausschließlich zwischen Magiern ereignen. Das fand ich sehr gut! Besonders die Weiterentwicklung vom Einzelmagier zum sich gegenseitig schützenden Kollektiv war ein Knaller!
Auch wie sich die einzelnen Personen im Laufe der Geschichte weiterentwickeln, ist gut gelungen. Kein Charakter wird vergessen oder auf ein Abstellgleis geschoben.
Intrigen, Neid, Hass, Liebe, Bewunderung und noch vieles mehr findet man auf und zwischen den Zeilen.
Leider fehlt eine Karte, die die doch sehr weit zurückgelegten Wegstrecken ein wenig verständlicher machen würden. Dafür gibt es ein Glossar mit allen wichtigen Dingen, die im Buch nicht näher beschrieben wurden.
Fazit: Ein sehr ausgewogenes Buch, dass für jeden Fantasyfreund eine Überraschung parat hat und es verdient, gelesen zu werden!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|