Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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91 von 98 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Enttäuschendes Prequel, 20. Mai 2009
MAGIE ist ein in sich abgeschlossenes Prequel zu Trudi Canavans höchst erfolgreicher Gilde der Schwarzen Magier (Die Rebellin, Die Novizin, Die Meisterin ). Es handelt von dem jungen Zauberlehrling Tessia, die lieber Heilerin werden würde, und dem Krieg zwischen Sachaka und Kyralia.
Anfangs weißt die Handlung starke Paralellen zu der Gilde der Schwarzen Magier Trilogie auf. Wieder entwickelt eine Bürgerstochter magische Kräfte, wieder beginnt sie eine Ausbildung und wieder hat sie einen Widersacher in Form eines älteren Lehrlings. Doch da es noch keine Gilde gibt, Tessia erst magische Heilmethoden entwickeln muss und die Beziehung zu ihrem Widersacher anders verläuft als die Soneas mit Regin, enthält dieser Teil genügend Neues. Die Probleme beginnen erst nach der Etablierung des Set Ups.
Das wohl schlimmste ist die Unfokussiertheit. Canavan kann sich nicht entscheiden welche Geschichte sie erzählen möchte. Zum einen wäre da Tessias Geschichte, die den Anfang dominiert und eigentlich auch das Zentrum des Buches sein sollte. Doch sobald die Kampfhandlungen beginnen wird Tessia zu einem Nebencharakter degradiert. Zwar wird ein guter Teil noch aus ihrer Sicht erzählt, im Geschehen spielt sie jedoch eine untergeordnete Rolle. Sie heilt ein paar Leute, entwickelt magische Heilmethoden und spendet ihrem Meister Magie.
Canavans Hauptinteresse wendet sich den Kampfhandlungen zwischen Kyralia und Sachaka zu, die hauptsächlich aus faden und taktisch unklugen Verfolgungsjagden und vereinzelten Konfrontationen bestehen, was den Mittelteil enorm streckt.
Zusätzlich führt Canavan ab dem zweiten Drittel einen neuen Erzähler ein, eine junge Frau aus Elyne, die zu ihrem Vater nach Sachaka kommt. Diese Perspektive hat keinen Einfluss auf die Haupthandlung (nur gegen Ende berühren sie sich kurz) und streckt den ohnehin zähen Mittelteil gewaltig. Vermutlich wollte Canavan mit dieser Perspektive Sachaka ein Gesicht geben. Man erfährt, dass das Land außer macht- und geldgierigen Zauberern, auch noch Frauen- und Sklavenmisshandler hervorbringt, Homosexualität verpönt ist, die Ansicht besteht, dass nur freie Männer richtige Menschen sind und dass die meisten Frauen und Sklaven mit ihrer Situation ganz zufrieden sind. So viel zur Schwarz-Weiß-Malerei.
Als ich mich durch MAGIE durchkämpfte, erinnerte ich mich an ein Interview mit Trudi Canavan. Sie gestand, dass sie dazu tendiere Geschichten zu strecken und daher brutal kürzen müsse. Im Gegensatz zu der tollen Gilde der Schwarzen Magier Trilogie wird diese Schwäche im Prequel offensichtlich.
Aber noch bin ich nicht am Ende meiner Klagen. Neben Unfokussiertheit und unnötigen Längen leidet das Buch an Emotionslosigkeit. Bevor hier ein Aufschrei kommt, lasst mich erklären. In meinen Augen reagieren gewisse Charaktere in gewissen Situationen zu emotionslos oder nicht ihrem Charakter entsprechend. So leidet Tessia unter dem Glauben, dass sie keine Heilerin werden kann mehr, als unter dem Verlust ihrer Eltern, den sie rasch wegsteckt. Auch ihre Liebesbeziehung ist für mich nicht nachvollziehbar (von seiner Seite aus schon, aber nicht von ihrer Seite). Ein weiterer problematischer Charakter ist die oben genannte junge Frau, die nach Sachacka reist um ihren Vater im Handel zu unterstützen. Stattdessen wird sie in die traditionelle Rolle einer Sachakanerin gedrängt und zwangsverheiratet. Obwohl sie eine Magierin ist, denkt sie nicht ernsthaft daran dieser Situation zu entfliehen. Der Beschluss ihrer bis dahin unbekannten Schwägerin zu helfen und der Erkenntnis dass ihr Ehemann ganz sexy ist, reichen aus um aus einer selbstständigen 25jährigen Frau (durchaus mit einer Frau von heute vergleichbar) ein hübsches Anhängsel zu machen. Selbst als sie auf eine Untergrundbewegung sachakanischer Frauen und Sklaven stößt, denkt sie nicht daran etwas zu ändern.
Trotz zahlreicher Schwächen ist MAGIE durchaus lesbar und man erhält einige interessante Einblicke in die Welt und Geschichte der Gilde der Schwarzen Magier. Allerdings hat Trudi Canavan bereits bewiesen, dass sie es besser kann. Es ist schade, dass ausgerechnet dieses schwächere Buch zuerst im teuren gebundenen Format erscheint.
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Langweilig, vorhersehbar und enttäuschend, 24. Mai 2009
In ihrem neusten Werk "Magie" erzählt Trudi Canavan die Vorgeschichte zu ihrer erfolgreichen Trilogie "Die Gilde der Schwarzen Magier". Leider wich meine Vorfreude schnell ungläubigem Kopfschütteln und gähnender Langeweile.
Tessia wächst in Mandryn, nahe der Grenze zu Sachaka, bei ihren Eltern auf. Sie träumt davon, Heilerin zu werden, wie ihr Vater. Dies ist in jener Zeit in Kyralia für Frauen so gut wie unmöglich. Ihr Leben ändert sich drastisch als ihre magischen Fähigkeiten erkannt werden und Magier aus Sachaka gewaltsam in Kyralia eindringen. Außerdem ist da noch Jayan, der andere Novize ihres Meisters Lord Dakon...
Trotz der guten Grundidee und einiger origineller Ansätze macht sich nach dem spannenden Anfang schnell Langeweile breit, nicht nur weil das Ende so vorhersehbar ist. Interessante Ideen werden nur angerissen aber nicht weiterentwickelt, viele Figuren bleiben blass und die Schwarz-Weiß-Malerei ging mir schnell auf die Nerven. Die Parallelen zu Sonea, der Hauptfigur aus der "Gilde der Schwarzen Magier" und Auraya aus Canavans anderer Trilogie sind unübersehbar. An manchen Stellen störten auch die allzu aufdringlichen politischen Botschaften der Autorin.
"Magie" ist rund 200 Seiten länger als die Bücher um Sonea und für meinen Geschmack auch rund 200 Seiten zu lang. (Achtung Spoiler!) Die Magier ziehen von einem zerstörten Dorf ins andere und die magischen Schlachten sind zäh wie fader Kaugummi. Als Lehrling darf Tessia weder an den Gesprächen der Magier teilnehmen, noch an den Schlachten und so bleiben auch die Leser weitgehend außen vor.
Dann ist da die Geschichte um Stara, eine junge Frau, die bei ihrer Mutter in Elyne aufwuchs und von ihrem Vater in seinen Haushalt nach Sachaka gelockt wird. Dieser Teil ist für die Haupthandlung völlig unnötig und geht ein wenig unter. Ein separates Buch mit Stara als Hauptfigur wäre ideal und sicherlich spannender gewesen.
Fazit: Trudi Canavan versucht zuviel und das Ergebnis ist weitgehend oberflächlich und langweilig. Die magische Funke der "Schwarzen Magier" fehlt, darüber kann auch die ansprechende Gestaltung der deutschen Ausgabe nicht hinwegtrösten.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vorgeschichte mit zuwenig Hintergrundwissen, 25. Juli 2009
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Wenn man die Handlung verfolgt, kommt man nicht umhin, diverse Parallelen mit "Die Gilde der Schwarzen Magier" festzustellen. Daher liest sich die Story wie ein Déja-vu! Auch hier ist der Protagonist ein Mädchen aus einer minderbemittelten Familie ... auch hier wird ihre Magie durch einen Gewaltakt erweckt ... auch hier gibt es einen gütigen Lehrer und missgünstigen Mitschüler aus der gehobenen Klasse ... auch hier wird ihr Unterricht vorzeitig abgebrochen, wegen feindlicher Angriffe!
Natürlich kommt es darauf an, in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, sodaß es jeder anders empfinden kann. Aber da "Magie" nunmal chronologisch später geschrieben wurde, behaupte ich mal, die Autorin habe eine Spur zuviel ihrer alten Ideen "recyclet".
In "Magie" erfährt man über den schwierigen Prozess, wie der Einfall der Bildung einer Magiergilde gereift ist und der Krieg gegen Sachaka diesen Prozeß begünstigt hat.
Ich persönlich frage mich, wieso die Magier nicht früher darauf gekommen sind eine Gilde zu gründen ... war doch der Einzelunterricht für die Meister oft mit grossen Anstrengungen und persönlicher Freiheitsbeschneidung verbunden ( sprich: Meister und Schüler gingen überall zusammen hin ). Es gibt doch schliesslich auch eine Heilergilde.
Leider erfährt man nichts über die konkreten Anfänge der Gilde, d.h. als anerkannte Institution ( nur kurz im Epilog wird sie überhaupt erwähnt ).
Etwas schade find ich auch, daß die Autorin in diesem Buch nicht auf die genaueren Umstände der Abschaffung der sog. höheren Magie ( welche später als "schwarze Magie" bekannt wird ) eingeht. In "Die Meisterin" erfährt man zwar die Ursachen in groben Zügen, aber ich hätte gerne eine detailiertere Geschichte darüber gehabt. Man hätte z.B. ein paar Kapitel am Ende einfügen können, welche jene Story ( die Jahrzehnte nach der Gründung der Gilde spielt ) erzählen. Das wäre interessant gewesen.
Stattdessen bekommt man die Lebensgeschichte der Zweitprotagonistin, einer Halb-Sachakanerin und Magierin namens Stara präsentiert. Wahrscheinlich sollte das dem Ziel dienen, die Sachakaner als gefühlsmässige Menschen und nicht nur als Böse darzustellen, also quasi eine kleine Gesellschaftsstudie. Leider lässt sich dabei nur feststellen, daß die Sachakaner zu einem grossen Teil Sadisten und Chauvinisten sind.
Auch wenn Stara eine Art Fantasy-Frauenrechtlerin ist, so trägt ihr Tun gar nichts zur aktuellen politischen Entwicklung bei ... ihre Ehe, ihr Werk, ihr Leben - das alles läuft irgendwie ins Leere hinein.
Interessant finde ich auch, daß die Autorin den Sachakanern sehr japanisch klingende Namen gegeben hat ( z.B. Ashika Kachiro, etc. ). Und auch die Vorgeschichte weist einen ( bzw. mehrere ) homosexuelle Charaktere auf.
Im Gegenzug dazu gibt es zuwenig an Hintergrundwissen von Seiten der ersten Protagonistin der Magierschülerin Tessia. Und zwar weil sie - als Schülerin - nicht aktiv an den geheimen Magiertreffen teilnimmt. Dadurch fehlt was finde ich. Stattdessen konzentriert sich ihre Story auf die komplizierten und oft vergeblichen Versuche Magie und Heilen unter einen Hut zu bringen ( was widerrum interessant dargestellt wurde ).
FAZIT:
Eine gute Ergänzung zur Trilogie aber definitiv kein Muß.
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