Dieses geniale Doppelpack - 2 Alben in einem Doppel-CD Jewel-Case - erinnert mich immer wieder daran, den Rezensionen Anderer nicht unvoreingenommen zu vertrauen.
Nachdem der Meister Mitte bis Ende der 90er eine Durststrecke hatte - DIO sagte selbst einmal in einem Interview, daß er mit Angry Machines unzufrieden ist - habe ich lange einen Boden um den als schwierig geltendem Nachfolger Magica und das anschließende Album Killing the Dragon gemacht. Erst als beide in diesem Sandwich-Angebot vorlagen, entschloss ich mich zum Kauf, vorwiegend wegen Killing the Dragon mit Magica als Bonus-Bonbon.
Killing the Dragon ist insgesamt auch richtig gut, sie kommt fast an die Klassiker Holy Diver und Last in Line heran. Ganz reicht es nicht, weil ein paar Stücke der zweiten Hälfte - besonders Push und Before the Fall - etwas zu sehr auf Mainstream gemacht sind. Aber sonst: sehr ordentlich, zeigen auch die Rezensionen des Einzel-Albums.
Als Nachtisch gab's dann Magica. Das erste Anhören verschreckt zuerst aber arg durch eine Mischung aus Computer-Stimme und Keyboards, die einem entgegenschlägt und dazwischen sehr melodische Stücke, aber nur wenig Metal. Was hat sich DIO denn dabei gedacht??
Die Auflösung des Rätsels kommt mit dem Schlußstück auf Magica: Magica Story, eine 18 1/2 Minute lange, von DIO vorgetragene und wahrscheinlich auch selbst erdachte Once-Upon-A-Time Fantasy-Story. Und da macht's dann endlich PLING!
Magica ist kein einfaches Konzept-Album, es ist ein Soundtrack basierend auf die erzählte Geschichte. Hat man die Story erstmal gehört und verstanden, faltet sich Magica für den Hörer auseinander wie eine Orchidee in James Cameron's nächtlichem Pandora-Wald. Einfach nur genial! Meiner Meinung nach das Beste, was DIO je gemacht hat; sein Herr der Ringe.
Leider konnte DIO die 2009 angefangene Magica 2 nicht mehr vollenden. Nach der vorab veröffentlichten Single Elektra bekam man aber eine Ahnung, was für einen gigantischen Hammer er da vorbereitet hat! Das ist einfach nicht fair ..