Magic-Bücher werden seit ich sie kenne gerne als literarisch anspruchsloser Zeitvertreib beschrieben. Wie die bisherigen sehr guten Bewertungen zeigen, scheinen die Leser über dieses Buch anderer Ansicht zu sein und auch ich bin weit davon entfernt Bruderkrieg lediglich als Zeitvertreib für Gelangweilte einzuordnen.
Zunächst war es dieses Buch welches mich vor Jahren zum Lesen (nicht nur der Magic-Serie, sondern von Büchern überhaupt) gebracht hat - bis heute habe ich jedes einzelne Buch der Serie gelesen. Es mag stimmen, dass die Bücher der Magic-Serie qualitativ einigen Schwankungen unterliegen (Wie sollte es anders sein, wenn sie von verschiedenen Autoren geschrieben werden?) Bruderkrieg jedoch ist wahrscheinlich das beste Buch der ganzen Reihe, wenn nicht gar das beste Buch in meinem Bücherschrank.
Zunächst sei gesagt, dass es beim besten Willen nicht nötig ist das Spiel zu den Büchern zu kennen. Die Welt in der die Geschichte spielt, lernen die Spieler auch nur durch die Bücher kennen. Lediglich Bestandteile (Charaktere, Rassen, Artefakte, etc.) sind auf den Karten abgebildet und auch wenn einen als Magic-Spieler der Wiedererkennungswert freut, ist das für das Verstehen des Buches in keiner Weise relevant.
Magic-Spieler haben Nicht-Kennern lediglich eines voraus: Kenntnis vom in Magic benutzten Magie-System. Gerade in Bruderkrieg ist das jedoch überhaupt kein Problem, weil die Magie in diesem Buch überhaupt erst entdeckt wird.
Durch erwähnte Entdeckung der Magie, sowie den Thran/Phyrexia-Hintergrund (bzw. die verdeckte Einmischung der Phyrexianer in den Krieg um ihn für ihre Ziele zu missbrauchen), binden die Handlung in einen größeren Zusammenhang ein, als nur die persönliche Ebene der beiden Brüder. Diese Handlungsstränge werden in dem Maße, in dem sie in dem Buch angesprochen werden auch wieder beendet, bilden aber auch die Grundlage für nachfolgende Romane auch über den Artefakt-Zyklus hinaus.
Weiterhin hat Bruderkrieg ein eigenständiges Ende und das Lesen des gesamten Zyklus ist nicht zwingend notwendig (auch wenn man zumindest den Klappentext des Nachfolgers lesen sollte um alles zu verstehen).
Im übrigen gibt es im ganzen Buch keine Gut-Böse-Charakterisierung der beiden Brüder, die, an unterschiedlichen Fronten gelandet, sich lediglich immer mehr in ihren Handlungen und den Handlungen der Menschen um sich herum verstricken.
Wem das Buch ähnlich gut gefallen hat wie mir, dem sei "Die Arena" (William R. Forstchen) und der leider nur auf Englisch erschienene Ice-Age-Cycle (ebenfalls von Jeff Grubb)dringend ans Herz gelegt.