Van Morrison bleibt sich auch auf seinem neusten Album "Magic Time" selber treu -- und stellt gleichzitig einen weiteren Meilenstein auf. Wer ihm vorwirft, "immer gleich" zu klingen, der hat vielleicht recht, wenn es um seinen ganz besonderen Gesangsstil geht, muss sich aber ansonsten vorwerfen lassen, nicht richtig hingehört zu haben.
In "Magic Time" zeigt sich nämlich zum x-ten Mal, welch ein musikalisches Spektrum der Altmeister drauf hat, ohne dass man irgendwelche Bemühtheiten heraushören könnte: Unprätentiöse Soulballaden à la Morrison (Stranded, Celtic New Year, Just Like Greta Garbo, Magic Time), die von einem verhaltenen Anfang zu immer neuen Highlights hochimprovisiert werden und stellenweise an die legendären Alben "Astral Weeks" und "Avalon Sunset" erinnern -- aber mitnichten handelt es sich hier um faden Abklatsch; nur die die ein wenig "glatten" Streicherarrangements stören ein wenig. Oder ungebremsten Rhythm'n Blues vom Allerfeinsten (Keep Mediocrity at Bay, Evening Train), oder Swing-Anleihen (Keep This Love of Mine). Oder waschechter, "irisch" angehauchter Morrison-Soul (Gipsy in My Soul, They Sold Me Out), oder das etwas schwächer beginnende "Lonely and Blue", das in einer gekonnten Louis-Amstrong-Hommage gipfelt... Oder ein Filetstück des Folk, "The Lion This Time"... Oderoderoder. Es ist schier unmöglich, auf Morrisons Musik Etiketten zu kleben.
Fest steht nur: Auch dieses Album ist wieder ein Meisterwerk, das mit jedem neuen Hören gewinnt, das man locker zehnmal hintereinander anhören kann, ohne sich zu langweilen.