Irgendwie muss man den Black Keys ja wohlgesonnen sein, allein schon deswegen, weil sie sich dem Blues verschrieben haben. Jene Richtung, die schon textlich tausend Tode gestorben ist und von Hip Hop und modernem RnB längst in die zweite Liga der Black Music verdrängt wurde.
Sie scheinen gut zu frühstücken, da oben in Ohio, schließlich besteht die Band aus lediglich sechs Augen, ein Brillengestell inklusive. Dan Auerbach und Patrick Carney produzieren einen so kraftvollen Sound, dass man die karge Besetzung glatt anzweifeln möchte. "Magic Potion" ist das vierte Album der Pianotasten, und erneut kommen die beiden nur mit E-Gitarre und Schlagzeug aus.
Die maßgeblichen Zutaten ihrer Frühstücksflocken sind reichlich Yardbirds, ein Schuss Led Zeppelin und oben drüber noch eine Menge Jimi Hendrix. Dies alles erwacht dann aber erst mit der typischen Black Keys-Leidenschaft zum Leben. Auerbachs rohe Stimme und der Lo-Fi-Sound - die perfekte Hülle für feinsten Urban-Blues, wohl am stärksten vertreten durch die Single "Your Touch". In seiner Verzweiflung verschluckt er die meisten Worte, doch sind sie auch nicht alle besonders wichtig; die Hauptaussage "I need your touch" kommt rüber und Sehnsucht, Verlangen und Begehren werden greifbar. Die Ballade "Youre The One" dagegen könnte, mit Orchester eingespielt, sogar 14jährige Verliebte zum ersten Knutschgelage treiben.
Wieder einmal zeigt eine Band, dass sie im falschen Jahrzehnt geboren wurde. Im Gegensatz zu den viel zitierten White Stripes verweilen die Black Keys auf der Blues-Schiene, biegen nie in die Garage ab und bleiben auf ihrer Wellenlänge. Bietet der Verlauf der Platte an sich kaum Abwechslung, so tut es das Genre, und das genügt auch. - Frank Schwalm -