Als ich angefangen habe den Mirrodin-Band zu lesen, war ich zunächst postiv überrascht! Da ich wusste, dass Magic ein Sammel-Kartenspiel ist, hatte ich riesige Angst davor, als ich mir den Titel geholt habe, dass dort nun alle Regeln zu diesem Spiel und alle möglichen Monster oder Zaubersprüche in den Plot reingepresst werden. Dies war jedoch absolut nicht der Fall. Man kann auch als "Ahnungsloser" in die Geschichte wunderbar einsteigen. Außerdem ist es durchaus recht spannend den roten Faden zu verfolgen, wie diese künstliche Welt denn nun entstanden ist und von wem sie denn nun eigentlich gemacht wurde, oder warum dort jetzt nun die fünfte Sonne über dem fünften Land fehlt etc... Denn wenn man (so wie ich) keine Ahnung von den anderen Geschichten aus der Magic-Welt hat, weiß man nicht sofort bescheid. Zudem werden auch die Chraktere ganz passabel, sogar wirklich gut beschrieben und in Szene gesetzt. Diese sind nicht platt dargestellt, wo einer wie der andere handelt oder redet, wobei man auch eine Art von Entwicklung im Laufe der Geschichte an ihnen erkennen und herauslesen kann.
Aber zu kritsieren habe ich auch noch etwas! Dadurch, dass diese Geschichte in drei verschiedenen Bänden von drei verschiedenen Autoren erzählt wird, widersprechen sich vor allem die Beschreibungen von Band zu Band etwas, bis teilweise sehr. Wenn ein "Gleichmacher" gesichtslos ist, eine rote Kuppel aus Glas besitzt und Stummelfüße hat, wieso hat er dann im 2. Band ein gelbes Auge und fährt auf Rädern? Hätte das irgendeinen Grund gehabt (Lokale variationen jener "Gleichmacher"), dann wäre ich damit ja noch einverstanden gewesen, aber das einfach zu "ändern" schmälert mir irgendwie das Gesamtbild. Außerdem muss ich mich dem anschließen, dass diese Bücher doch etwas kampflastig sind. Hier wäre etwas weniger mehr gewesen. Ein Geplänkel weggelassen und eine Begegnung, wo die Hauptfiguren ihre Eigenschaften mehr zum Ausdruck bringen können, hinzugefügt, hätte ich besser gefunden.
Und zur Empfehlung? Als ich schon das Cover des Buches sah, habe ich keinen realitätsnahen, gesellschaftskritischen Roman nach Fontane oder Brecht erwartet. Und ich glaube, wer etwas derartiges sucht, der wird sich bestimmt nicht in diese Sparte der Nischenliteratur verirren. Das Buch ist meiner Meinung nach unterhaltsam und lässt einen für kurze Zeit in gut beschriebenen Bildern die Welt um sich herum vergessen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.