Entgegen dem ersten Kamigawa-Roman endete das zweite Buch etwas weniger ruhig und abgeschlossen, besass vielmehr ein paar "Cliffhanger", so dass der dritte und letzte Teil der Kamigawa-Triologie gleich voll in die Handlung einsteigen kann. Und daher findet unser noch vom letzten Roman gestresster Ochimusha keine Zeit zum Ausruhen.
So wird Toshi zum einen vom gefährlichsten Kami in ganz Kamigawa verfolgt, und andererseits ist ihm auch Daiymo Konda mitsamt seiner ganzen unsterblichen Armee dicht auf den Fersen. Währenddessen entscheiden sich zudem die Soratami, ihr zurückgezogenes Leben in den Wolkenstädten aufzugeben, und fallen in einer Welle der Vernichtung über Kamigawa her, der niemand gewachsen ist (ihren alten Feind Toshi haben sie trotzdem nicht vergessen). Und auch der gewaltätige Oger Hidetsugu, Toshis Eidbruder und Jünger eines übermächtigen Dämons, ist nicht gerade erfreut über die jüngsten Entscheidungen des Ochimushas. Hinzu kommt noch, dass das mysteriöse Artefakt aus der Geisterwelt, dessen Geheimnis bisher noch niemand ergründen konnte, nun ebenfalls eine etwas aktivere Rolle übernimmt. Toshi hat also wirklich alle Hände voll zu tun!
Das einzige, was ich an diesem Buch leicht zu bemängeln habe, ist seine Konzentration auf Toshi Umezawa, der ja schon in den anderen Romanen eine wichtige Rolle gespielt hat. Aber während die Story dort des öfteren auch zu anderen Protagonisten und an andere Orte Kamigawas wechselt, wird in "Guardian: Saviors of Kamigawa / Die Hüterin" fast alles aus Toshis Perspektive dargestellt. Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, aber die Blickwinkel weiterer Protagonisten bekommen im Vergleich zu den anderen beiden Romanen hier deutlich weniger Platz eingeräumt. Das heisst nicht, dass der Roman deswegen eintönig oder weniger interessant ist als seine beiden Vorgänger, aber ich habe trotzdem irgendwie den Eindruck, dass dadurch etwas fehlt, was in den anderen Teilen der Triologie vorhanden war.
Insgesamt ist dieser Abschlussroman jedoch immer noch ein sehr gutes uns stimmungsvolles Buch, das auf dem gleichen Level der anderen Kamigawa-Romane einzuordnen ist, und verhilft der Triologie zu einem würdigen und epischen Abschluss.
Als Zugabe gibt es am Ende des Buches ausserdem noch einen kleinen Sneak-a-Peek auf eine der folgenden Editionen von Magic: The Gathering (die nächste ist es allerdings nicht), in der Toshi möglicherweise ebenfalls eine Rolle spielen wird. Man darf also auf diese weitere Magic-Triologie wirklich gespannt sein, und ich hoffe, dass Scott McGough zumindest einen der Romane davon verfassen wird.