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519 von 529 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Mai 2013
Liebe Leser,

zunächst einmal - jeder hier liegt richtig mit seiner Bewertung, egal ob er 1 oder 5 Sterne vergibt. Denn das Buch ist nicht nur eine Anleitung, sondern spiegelt auch eine Lebenseinstellung wider. Das Buch muss zu einem passen. Wer nur ein bissel aufräumen, umstellen und neu gestalten will, für den ist das Buch nichts. Die können mit klassischen Büchern zur Organisationsstruktur mehr anfangen. Wer aber der fernöstlichen Kultur gegenüber etwas aufgeschlossen ist, versteht, was Marie Kondo sagen will.

Ideal ist das Buch für alle "Nicht-loslassen-Könner", die unter einem echten Leidensdruck stehen und den Eindruck haben, unter den vielen Dingen in ihrem Leben zu ersticken. Das müssen keine Messies sein, sondern es gibt auch Menschen mit gut aufgeräumten Wohnungen, die darunter leiden, dass zu viele Dinge in ihrem Leben sind. Genau wie die Reizüberflutung durch die Werbung können auch Dinge unsere Energien blockieren. Ich ärgere mich immer, dass ich so viel Zeit damit verbringe, Dinge aufzuräumen, die ich nie nutze, nur weil sie 1) einfach da sind, 2) ein Geschenk waren, 3) mal viel gekostet haben, 4) einfach schön aussehen oder 5) mit Erinnerungen verbunden sind. Außerdem bin ich stinkfaul und habe keine Lust zum aufräumen. Ergo: je weniger Dinge ich habe, desto weniger muss ich aufräumen. Das Buch ist ein Glücksgriff für alle, die Besitz als Belastung sehen und für die er sich anfühlt wie ein Mühlrad um den Hals.

Allein ein Tipp ist das Buch schon wert: dass man nicht zimmerweise, sondern nach Kategorien aufräumen soll. Ich räume immer zimmerweise auf, was zur Folge hat, dass man Dinge, bei denen man nicht weiß, wo man sie hintun soll, einfach nur von einem Zimmer ins andere hin und her räumt. So bleibt kein Zimmer lange aufgeräumt.

Das heißt nicht, dass wir unsere T-Shirts auf Postkartengröße falten und in die Schublade stellen müssen. Ich habe keine Schublade für T-Shirts, bei mir liegen sie sauber aufeinander im Schrank. Und man muss auch nicht mit seinen Sachen reden oder Taschen abends ausräumen, um ihnen einen schönen Feierabend zu gönnen (wenn ich das tue, fehlt mir am nächsten Tag die Hälfte, weil ich immer eilig aus dem Haus gehe und meine Tasche schnappe, ohne hineinzuschauen). Man muss ja auch Rezepte nicht 1:1 nachkochen, und man muss sie nicht verwerfen, nur weil man einige der Zutaten nicht mag. Schließlich sind wir Individualisten und können selbst entscheiden, welchen Teil des Buches wir umsetzen möchten.

Für mich ist "Magic Cleaning" das beste Buch seit "Simplify your life". Beim Lesen hat es "klick" gemacht. Zwei Beispiele:

1. In meinem Keller stehen ein paar Langlauf-Ski mit Stöcken und zwei Paar Langlaufschuhe, im Schrank hängt ein wunderschöner, leichter, atmungsaktiver Langlauf-Anzug. Die Sachen würde ich nie hergeben! Warum nicht? Weil sie fast neu sind, und ich könnte ja "irgendwann mal" wieder langlaufen, und dann müsste ich alles neu kaufen (teuer). Das sage ich mir seit 15 Jahren. In den Anzug passe ich längst nicht mehr rein, und die Ski stehen ungenutzt im Keller. Marie Kondo sagt: "Irgendwann" gibt es nicht.

2. Ich besitze ein paar alte, sehr gut erhaltene Bände mit Klaviernoten (Sonaten). Die habe ich von meiner Mutter geerbt (vor fast 30 Jahren). Damals waren sie nützlich, ich selber konnte dafür nie gut genug Klavier spielen. Also stehen sie seit 30 Jahren in meinem Regal. Sind wertvoll. Sehen schön aus. Nützen niemandem.

Wenn man nun so verrückt ist, Dingen eine "Seele" zuzusprechen (was nach westlichen Denkmustern völliger Blödsinn ist!), könnte man sagen, dass man diesen Sachen nicht gerecht wird. Die Ski stehen im Keller und würden gerne wieder raus in den Schnee, denn das ist ihre Bestimmung. Und die Klaviernoten langweilen sich im Regal und würden gerne mal wieder ihren eigenen Klang hören.

Nein, ich bin nicht auf Droge!!

Wenn man schon nicht den Dingen eine Seele zusprechen will, dann könnte man an die Menschen denken, die sich über diese Dinge freuen würden, weil sie sie nutzen! Dinge, die wir nicht nutzen, verkleben unsere Seele und blockieren unsere Energien. Marie Kondo sagt, das einzige Kriterium, Dinge zu behalten, ist die Frage: "Macht es mich glücklich?" Wenn nicht, weg damit (ok, das trifft nicht auf Steuerunterlagen zu ;-) die machen nicht glücklich, aber da kommt man nicht drumherum). Nach diesen Kriterien könnte ich rund 70 Prozent aller Dinge entsorgen. Und wenn ich konsequent bin, schaffe ich es auch, obwohl da etliche Zähneknirsch-Entscheidungen vor mir liegen. Das heißt nicht, dass ich hinterher ein Regal wie auf dem Cover haben will. In meinen Regalen werden auch weiterhin schöne Sachen stehen, aber eben nicht mehr so viele.

Dass überflüssige Dinge unsere Energien blockieren, kann man sogar nach westlichen, wissenschaftlichen Maßstäben erklären. Nach der Quantenphysik besteht jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, jedes Stück Stoff und jeder Stein auf sub-atomarer Ebene aus Energie (Strings). Materie besteht nur auf der Makroebene unserer Wahrnehmung. Allein das ist Argument genug, nur die Dinge zu behalten, die wir lieben und nutzen. Ich habe sehr viele Klamotten, ziehe aber immer dieselben Lieblingsstücke an. Das sind circa 20 Prozent (großzügig geschätzt). In meinem Schrank wird bald viel Platz sein :-)

Wer seine Sachen nicht verschenken will, weil sie mal teuer waren, kann sie bei Ebay verkaufen. Aber wollen wir mit Dingen, die wir eh nicht mehr brauchen, weitere Lebenszeit verschwenden? Wohl eher nicht. Außerdem wollen wir vom Schicksal doch auch gerne was geschenkt bekommen. Also sollten auch wir großzügig abgeben.

Ich hätte noch zwei eigene Tipps zum Thema Aufräumen:

1. Machen Sie es wie André Kostolany. Der Aktienpapst wurde reich mit einer einzigen, einfachen Methode: "Würde ich das, was ich im Portfolio habe, heute wieder kaufen?" Wenn nein, dann hat er es verkauft - egal mit welchem Verlust. So hat er langfristig genau das richtige getan. Ich frage mich also: Würde ich dieses oder jenes heute wieder kaufen? Wenn nein, weg damit. Oder fragen Sie sich: Wenn heute meine Bude abbrennen würde, was würde ich mir wiederbeschaffen? Genau das reicht zum Leben dann auch aus.

2. Wenn Sie Probleme haben, sich von Dingen zu trennen (so wie ich), machen Sie es umgekehrt. Werfen Sie alles auf einen Haufen und erlauben Sie sich dann, das, woran Ihnen etwas liegt, aus dem Stapel zu holen. Dann ist es kein "davon muss ich mich trennen", sondern ein "das darf ich behalten". Macht gleich mehr Laune!

Das war viel Theorie - nun geht es an die Praxis. Das wird nicht leicht für mich. Für niemanden. Aber ich denke, dass das Entrümpeln von Dingen gleichzeitig die Seele aufräumt. Danach kann man sich besser entscheiden, was heute nützlich, wichtig und richtig ist.

Amen ;-)

Viel Spaß mit der Lektüre und der Umsetzung!
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91 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 3. März 2014
Ich dachte immer, ein Buch fürs Aufräumen, so ein Quark!!!
Bin irgendwie drauf gestossen, habe die Rezensionen gelesen und war dadurch schon so begeistert und motiviert und hab schon losgelegt bevor das Buch ankam. Dieses Buch hab ich verschlungen! Ich bin und war ein sehr ordentlicher Mensch, der eigentlich keine Aufräumanleitung braucht. Aber hier gehts nicht ums aufräumen, sondern ums ausmisten und entsorgen! Nimm jedes Teil in die Hand und frage Dich, macht mich dieses Teil glücklich? Wenn ja, dann behalte es, wenn nein, dann entsorge es!
Was soll ich sagen... 15 grosse Umzugskartons haben den Weg aus meiner Wohnung gefunden zu einem Flohmarktler, der sich ein Loch in den Bauch über die Sachen gefreut hat!!! Ich habe 2 !!! Kleidersammlungskontainer vollgemacht und war insgesamt 7 !!! Mal im Wertstoffhof beim Entsorgen!!! Nein ich habe kein Haus, ich habe eine 75 qm 3-Zimmerwohnung mit einem 1,50 auf 1,50 Keller!!! In meinem Kleiderschrank sind nur noch Sachen, die ich wirklich mag. Meine Vorratshaltung hat sich extrem reduziert. 400 Bücher haben mich verlassen, da gerne gelesen, aber bestimmt kein zweites Mal, Videos ohne Videorekorder machen auch keinen Sinn, Geschirr, das man nicht benutzt muss auch nicht rumstehen. Und die Geschenke von den Lieben, die die Schränke vollmachen und schon beim Erhalt Zähneknirschen verursacht haben, raus damit!!!! Damit hab ich bei EBay-Kleinanzeigen (nur Abholung) inzwischen 120,-€ verdient :-) Ich habe inzwischen ein Schlafzimmer ohne Kleiderschrank, nur das Bett, 2 tibetische Nachtkästchen, passende Lampen, Tibetische Bilder und einen lebensgrossen Holzbuddha darin, orangefarbene Vorhänge, eine echte Wohlfühloase zum Relaxen, zum Schlafen fast zu schade... In allen Räumen gibts leere Schrankfächer und Schubladen, sofern die Schränke und Regale nicht rausgeflogen sind... 30 Jahre aufheben, weils ja noch gut ist und mal viel gekostet hat ist rausgeflogen! Ich umgebe mich nur noch mit Sachen, die mich echt glücklich machen und das ist ein unbeschreibliches Gefühl!!!!!! Für eine sparsame Person wie mich hat das Entsorgen und Verschenken von guten Sachen schon einige Schmerzen bereitet, aber das befreiende Gefühl jetzt danach ist mit nichts zu beschreiben! Und ich möchte nochmal klarstellen, ich hatte keinen Messiehaushalt!!!!!
Wer das Gefühl hat, ich brauche eine grössere Wohnung, ich brauche mehr Stauraum, neue Schränke und Regale, der sollte dieses Buch unbedingt kaufen, denn danach ist nichts mehr wie es war, ein Umzug nicht mehr nötig und Sie sind garantiert glücklich!!! Ehrenwort!!!
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280 von 293 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. März 2013
Wie sieht es an Ihrem Arbeitsplatz aus oder in der Wohnung?
Fühlen Sie sich wohl? Suchen Sie oft Unterlagen oder müssen Sie jeden Tag erstmal lange aufräumen?
Oder haben Sie vor dem Chaos, das Sie, Ihr Partner oder Ihre Kinder anrichten, schon resigniert?

In der Bahnhofsbuchhandlung fiel mir das Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert von der Japanerin Marie Kondo in die Hände. Ich habe ja schon öfters in meinem Persönlichkeits-Blog über die positiven Wirkungen des Ordnunghaltens geschrieben.

Manche Ratgeber zum Aufräumen empfehlen, etwas wegzuwerfen, wenn man es etwa ein Jahr lang nicht benutzt oder getragen hat. Doch in dem Buch von Marie Kondo geht es um einen radikalen, ganz anderen Ansatz beim Aufräumen.

Sie empfiehlt:

Was Sie glücklich macht, behalten Sie.
Was keine Erfüllung bringt, werfen Sie weg.

Dazu sollen Sie jeden einzelnen Gegenstand in die Hand nehmen und achtsam auf die Reaktionen des Körpers und der Seele achten. Dabei merken Sie wahrscheinlich, dass Sie auf die verschiedenen Gegenstände unterschiedlich reagieren.

Die Autorin empfiehlt nicht nach Zimmern aufzuräumen, sondern nach Kategorien. Also wenn man seinen Kleiderschrank ausmisten will, nach Unterkategorien wie Kleider, Hosen, Oberteile, Strümpfe und Wäsche vorzugehen. Und dann alles einer Kategorie auf einen großen Haufen werfen. Dadurch wird einem bewusst, was man alles besitzt.

Und dann nehmen Sie jede Sache in die Hand und prüfen Sie achtsam, ob Sie sie behalten möchten und wofür?

Dazu ist es wichtig, herauszufinden, welchen Zustand Sie mit dem Aufräumen erreichen wollen: Eine klare Atmosphäre in Ihrer Wohnung? Mehr Zeit für das Wesentliche? Mehr Übersicht und Klarheit in Ihrem Leben? Entspannung und Ruhe?

Auf diese Weise finden Sie heraus, wo Ihre Prioritäten liegen. Was Ihnen wirklich wichtig ist. Und wovon Sie sich befreien wollen.

Marie Kondo hat zudem jede Menge unüblicher Tipps:

Nie dem Partner oder der Familie zeigen, was Sie wegwerfen wollen.
(Weil dann vieles vermutlich wieder an anderer Stelle aufbewahrt wird.)

Kleidung nicht auf Bügel, sondern zusammengelegt aufzubewahren.
(Weil Sie sie dazu in die Hand nehmen müssen und besser spüren.)

Im Schrank die schweren, langen, dunklen Sachen nach links ordnen.
(Weil das (leichtere, helle Sachen nach rechts ) eine nach rechts oben weisende Linie ergibt, die gute Stimmung macht.)

Socken nicht auf links drehen und zusammen knüllen.
(Sondern aufrecht in Schubladen oder Kartons stellen.)

Alles wegwerfen, was seinen Zweck erfüllt hat.
(Seminarunterlagen, Kreditkartenabrechnungen, Stromrechnungen, Gehaltsnachweise, Bedienungsanleitungen, ungeliebte Geschenke, Umverpackungen, Kosmetikpröbchen, Werbegeschenke, Bastelgeschenke der Kinder usw.)

Das Ausmisten und Wegwerfen ist der erste Schritt. Damit Sie nicht nach kurzer Zeit wieder bei derselben Ordnung landen, gibt es nur einen Weg:

Jede Sache braucht ihren festen Platz.
Und nach Gebrauch legen Sie es auch genau an diesen Platz.

Klingt logisch. Die Dinge brauchen also ihren festen Platz und dürfen nicht auf verschiedene Orten verteilt werden.

Heißt konkret, wenn Sie nach Hause kommen, hängen Sie den Schlüssel ans Schlüsselbrett und legen ihn nicht auf den Küchentisch. Ihr Sakko oder Ihr Oberteil werfen Sie nicht aufs Sofa, sondern hängen es auf einen Bügel im Schlafzimmer. Ihr Handy stellen Sie in die Ladestation im Wohnzimmer anstatt es in der Tasche zu lassen.

Und hier wird es richtig interessant. Marie Kondo schreibt:

“Aufräumen ist der kürzeste Weg zur Selbsterkenntnis. Ihr Besitz, also alles, was Sie umgibt, erzählt Ihnen die Geschichte Ihrer Entscheidungen. Das Aufräumen ist wie eine Inventur Ihrer Persönlichkeit, bei der Sie entdecken, wer Sie sind und was Sie wirklich wollen.”

Fazit: Ziel des Aufräumen ist es, sich nur noch mit Dingen zu umgeben, die einen glücklich machen. Und dazu müssen wir uns von den Dingen trennen, die uns nicht glücklich machen.

Dazu liefert dieses Buch die perfekte Anleitung. Unbedingt lesen - und dann handeln!
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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2013
Natürlich muß man nicht alles übernehmen, was Frau Kondo empfiehlt.
Dennoch überzeugt mich ihr Ansatz zum Ausmisten. Nämlich nur noch die Dinge zu behalten, die einen auch glücklich machen. Mit diesen Dingen geht man dann natürlich auch sorgfältiger um, sie landen nicht irgendwo in der Ecke und produzieren wieder neues Chaos.

Dabei rät sie nicht nach Zimmern aufzuräumen, sondern nach Kategorien. Und zwar in der festen Reihenfolge: Kleidung, Bücher, Kleinkram, Erinnerungsstücke, Fotos.
Bücher zu entsorgen fiel auch mir lange schwer. Mittlerweile habe ich nur noch eine erlesene Auswahl zuhause, die ich auch immer noch gerne in die Hand nehme. Viele andere habe ich meiner örtlichen Leihbücherei geschenkt. In all den Jahren habe ich kaum ein Buch tatsächlich doppelt gelesen. Und seit es den kindle gibt, gibt es eh kein Platzproblem mehr für mich Vielleserin.
Kleidung zu entsorgen fällt da schon leichter. Wer hat keine Fehlkäufe zuhause im Schrank, die eh nur Platz wegnehmen und doch nie angezogen werden.

Nach Frau Kondo soll jedes einzelne Teil in die Hand genommen werden, um zu erspüren, ob man es behalten will, bzw. ob es einen glücklich macht. Ziemlich aufwändig, aber angeblich wirkungsvoll. Von den Dingen, die man entsorgen will soll man sich verabschieden, indem man sich bei ihnen bedankt. Naja, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und nicht so meins.
Interessant finde ich ihre Aufräumtipps für hinterher, also der glücklich machenden Dinge.
Den Dingen einen festen Platz geben und immer dort hin verstauen, Ordnung des Papierkrams ( lediglich 2 Ordner erforderlich ), Kleidung zusammenlegen und stehend verstauen etc. und vor allem ohne teure Ordnungssysteme auszukommen.
Hier kann man noch einiges lernen.

Ein Buch, das auf jeden Fall beim Ausmisten helfen kann und von mir eine klare Kaufempfehlung.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. August 2013
Die Autorin ist krankhaft aufräumbesessen. Es ist ihr Beruf, andere Hobbys scheint sie nicht zu haben. Das sehe ich nicht als Nachteil. Sie weiß, wovon sie schreibt.
Die Autorin motiviert ihre Leser nicht nur, sondern gibt auch viele Tipps, wie sie aufräumen und aussortieren sollen. Diese sind durchaus brauchbar und logisch. So soll man nicht Zimmer für Zimmer aufräumen, sondern nach der Art des Zeugs, um der Gefahr zu begehen, vieles mehrfach zu haben, da es übers Haus verteilt ist.
Ein Nachteil ist, dass die Methoden auf Single-Haushalte oder zumindest Paare ohne Kinder zugeschnitten sind. Auf die Küche wird kaum eingegangen, Kinderzimmer fehlen ganz. Keine Mutter mit mehreren Kindern wird ihr gespültes Geschirr und Besteck zum Trocknen auf den Balkon tragen, auch wenn die Sonnenbestrahlung Strom spart und Pilze tötet. Außerdem hätte ich Angst, dass Vögel draufkacken.
Dennoch kann man das Buch auch als Familie benutzen, auch wenn es hier gewisse Grenzen aufweist. Es bringt schon sehr viel, Bücher und Klamotten auszusortieren. Gerade Bücher sind schwer und sperrig. Der Rücken wird’s beim nächsten Umzug danken.
Immer wieder erwähnt sie, dass sich durch ihre Methode viel im Leben ihrer Klienten verändert hat. Das kann ich teilweise bestätigen, da mein Leben nun etwas „runder“ läuft. Aber ich bin noch nicht fertig mit dem Prozess. Das wird noch einige Monate dauern.
Die große Stärke des Buchs ist der Motivationsbereich neben dem Aufräumen nach Arten. Durch sie bin ich sehr viel Zeug, auch mehr als zehn Kartons mit Büchern losgeworden, obwohl ich davor schon gedacht habe, aussortiert zu haben. Für einige Buchblogger ist es die ultimative Todsünde, Bücher wegzugeben. Doch wenn ihr mehr als zehn Jahre lang Bücher hortet und kaum etwas davon loswerdet, so werden sie euch unweigerlich irgendwann belasten und keinen Platz für neue Bücher und neue Entwicklungen lassen. Trotz kleiner Schwächen kann ich das Buch von Marie Kondo empfehlen.
Ich habe es als E-Book erworben, obwohl ich Sachbücher meist mangels ordentlich verlinktem Inhaltsverzeichnis noch im Papierformat besitze. In diesem Format hat es sich bisher nicht als nachteilig erwiesen, da es so viele Kapitel nicht sind und ich es von vorne nach hinten durchgelesen habe, wie es auch am Sinnvollsten erscheint, denn die Kapitel sind aufeinander aufgebaut.
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63 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2013
Ich habe das Buch aus einer Laune heraus gekauft, aus dem einfachen Grund, weil ich noch nie einen Ratgeber beim Aufräumen und Ausmisten hatte und mir eigentlich kaum vorstellen konnte, wie jemand tatsächlich durch ein Buch zum Aufräumen motivieren kann. Bisher habe ich meine Wohnung immer nur oberflächlich aufgeräumt. Es war zwar immer sauber und ordentlich, aber eben doch nie richtig. Am meisten haben mich ungetragene Klamotten, der übliche Krimskrams, ungelesene und ausgelesene Bücher und meine unzähligen Univorlesungsmappen gestört! Nun war ich also gespannt zu erfahren wie ein echter Profi beim Ausmisten vorgeht....

.....Marie Kondo wirkt auf mich beim lesen einfach unheimlich kompetent in dem was sie als "Aufräumprofi" tut. Ihre ganz persönliche Leidenschaft hat sie zu ihrem Beruf gemacht und alleine das finde ich schon toll und unheimlich motivierend! Sie ist vielleicht zu Beginn etwas krass eingestellt, doch genau das reizt mich - ohne Kompromisse, razfazz und aus dem Inneren heraus geht sie systematisch und geordnet perfekt organisiert ans Werk und hat mir innerhalb weniger Tage geholfen, den größten Teil meiner angehäuften DINGE - die mich unbewusst schon immer belastet haben - loszuwerden! Ich konnte noch nie gut wegwerfen und habe tatsächlich fast immer alles auf "Ich lese/trage/benutze das hier irgendwann" geschoben. Doch das war nie so und wäre auch nie so gekommen! Das musste ich mir teils schmerzhaft beim Lesen des Buches eingestehen!

Ich habe alle Punkte im Buch abgearbeitet - zuerst den Kleiderschrank, dann das Bücherregal, den Papierkram, Kleinkram und Nippes und dann sogar noch Erinnerungssachen, Fotos, sinnlose Geschenke etc. ausgemistet - ORDENTLICH ausgemistet und immer wieder hintereinander weg, bis tatsächlich ein ganzer Berg Mülltüten zusammengekommen ist.
Und ich fühle mich frei, leichter, nicht mehr bedrängt von all diesen Gedanken und Erinnerungen, die mit jedem einzelnen Ding zusammen hingen.
Meine Wohnung ist gemütlicher geworden und sofort haben alle meine Freunde mich nach meinem Sinneswandel befragt, waren unheimlich positiv überrascht und wollten mehr über diesen sichtbaren Wandel wissen. (Das war echt die Krönung :D)

Für mich war und ist dieses Buch genau das Richtige! Ich habe noch nie so viel in einem Buch unterstrichen und praktisch sofort umgesetzt.
Juhuuuuu =))
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Mai 2015
Ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht fällt, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben und erst recht nicht, zu entscheiden, wieviele Sterne ich vergeben soll. Wie ein anderer Rezensent bereits betont hat, liegt man immer richtig, egal ob man nur einen oder gleich fünf Sterne vergibt.

Grundsätzlich ist die Idee sehr gut, als einziges Auswahlkriterium, ob man einen Gegenstand behalten soll oder nicht, zugrundezulegen, ob dieser Gegenstand einen glücklich macht. Aaaaber: Das ist gar nicht so einfach! Da legt man z.B. seine 10.000 Bücher auf einen Haufen und soll jedes in die Hand nehmen und - unabhängig vom Inhalt - ad hoc entscheiden, ob man es liebt und ob es einen glücklich macht oder nicht. Hmmmm... unabhängig vom Inhalt? Meint Frau Kondo das ernst? Prinzipiell könnte es schon klappen, aber was ist, wenn man fast nur Sachliteratur besitzt? Ich habe z.B. so gut wie keine Romane, aber sehr viele Bücher, deren Inhalt ich beruflich nunmal brauche!! Ob die mich glücklich machen?? Und wenn nicht? Beruf wechseln? Tjaaa....

Das Aufräumen und Ausmisten nach Kategorien ist prinzipiell ebenfalls eine gute Idee. Aber was, wenn man eine große Familie hat und - anders als Frau Kondo - nicht mehr in einem Mädchenzimmer zu Hause bei den Eltern wohnt? Alle Kleider oder Bücher an einem Ort zu sammeln ist dann eben nicht die beste Lösung. Da hilft dann eben doch nur Aufräumen und Entmisten nach Zimmern.

Auch das oft betonte "Aufräumen in einem Rutsch" ist nicht jedermanns Sache. Natürlich hat Frau Kondo recht, wenn sie meint, erst der Schock eines schnell in Ordnung gebrachten Zimmers kann dauerhafte Veränderungen bringen. Aber reicht hierzu nicht auch die gedankliche Fokussierung auf das Ziel? Nicht jeder hat die Zeit, alle seine Besitztümer auf einem Haufen zu werfen und dann superschnell Ordnung zu machen. Ich denke, bei den meisten sieht es in der Realität eher so aus, dass sie - nach Anweisung dieses Buches - alles einer Kategorie auf einen Haufen werfen (dieser Schritt ist ja noch nicht schwer) und dann nicht fertig werden, weil sie unterbrochen werden (Familie hat Frau Kondo wohl nicht) und dann der Berg wochenlang bleibt und sich im schlimmsten Fall sogar vergrößert. Mal ganz abgesehen von den psychologischen Schwierigkeiten, die die meisten haben dürften, sich von Dingen zu trennen... Wer ist schon im Alltag daran gewöhnt, dauernd zu erkennen, was einen glücklich macht? Diese Fragestellung dürfte für viele die reinste Überforderung sein!!

Für Wegwerf-Anfänger, die etwas sanfter anfangen wollen zu entrümpeln, empfehle ich lieber Karen Kingstens Buch "Feng Shui gegen das Grümpel des Alltags." Hier werden die psychologischen Hemmschwellen, sich von Gegenständen zu trennen, aufgezeigt und können - sobald erkannt - überwunden werden. Für die etwas Fortgeschritteneren, die bereits wegwerfen können, in deren Wohnungen sich aber noch kein Gesamtbild von Ordnung eingestellt hat, empfehle ich "Alles zuviel" von Peter Walsh.

Nun zur Sternevergabe: Fünf Sterne vergebe ich, weil das System funktioniert, sogar sehr gut! Einen ziehe ich wieder ab, weil es - wie gesagt - nur für Fortgeschrittene geeignet ist, die sich bei der Frage, was glücklich macht, nicht komplett überfordert fühlen und auch bereits wegwerfen können. Den zweiten Stern ziehe ich ab, weil das System wenig familientauglich ist. Einen Stern füge ich wieder hinzu für die unglaublich unterhaltsame und zum Lachen bringende Lektüre!!

Eine Autorin nämlich, die schon als Kind nichts lieber tat als aufräumen und im Erwachsenenalter schon wegen eines Aufräume-Kollers ins Krankenhaus eingeliefert wurde, ist inhaltlich äußerst lesenswert! Wäre Frau Kondo in Deutschland aufgewachsen, hätte sie wahrscheinlich eine Autismus-Diagnose verpasst bekommen und wäre therapiert worden. Als Japanerin aber darf sie uns mit stehenden T-Shirts und Kommunikation mit Gegenständen erfreuen. ;)

Ich hoffe, dem einen oder anderen mit dieser Rezension geholfen zu haben.

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Ergänzung vom 12.05.2015:
Vor drei Tagen stieß ich zufällig auf den Blog "liebevoller leben", den ich sehr hilfreich finde und mit bereits eingeholter Erlaubnis der Blog-Verfasserin (die übrigens den wunderschönen Namen Daija trägt) hier gerne empfehlen würde, wenn ich dürfte, aber leider erlaubt Amazon keine Links.
Mich persönlich bringt die Kombination aus Marie Kondos Buch und den Einträgen aus besagtem Blog "entrümplungstechnisch" gerade so richtig in Schwung!! Auch die Kommentare unter den einzelnen Einträgen, in denen Erfahrungen mit Marie Kondos Methode diskutiert werden, sind zum großen Teil sehr hilfreich.
Es gibt auf dem Blog sechs Artikel zur Konmari-Methode an sich, zu den Kategorien Kleider, Bücher, Papier und Kleinkram sowie ein Fazit. Wen es interessiert, der darf danach googeln. ;)
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Dezember 2014
Nun gut, zuerst muss man sich auch darauf einlassen, dass man in eine andere Welt eintaucht. "Aufräumcoach"? "Aufräumseminare?" Es gibt tatsächlich Menschen, die damit ihr Geld verdienen? Und noch dazu gibt es dann zwei Kurse: einen für junge Frauen und einen für Manager... hm... Hausfrauen räumen auf... Oder man hätte das im Hauswirtschaftsunterricht in der Schule lernen können. Oder sie selbst wolle noch brav lernen um gut auf ihre Zukunft als Hausfrau vorbereitet zu sein.... ?? Blutgruppen, Feng Shui, Chi... wird natürlich auch noch drübergestreut. Eh klar, das gehört dazu ;)

Worum es hier geht ist kein neues Ordnungskonzept, was bestimmt einige erwarten. Es geht weniger darum, wie man richtig eine Schublade einräumt oder wie man ein Hemd ordentlich faltet, damit es wenig Platz braucht. Es geht vielmehr um die Psychologie, warum wir uns von den Dingen nicht trennen, die uns nicht glücklich machen.

Sie selbst sagt so nett, dass auch bei Aufstellen von noch so vielen Delfinen und Zimmerbrunnen, das Chi durch ein chaotisches Zimmer nicht fließen kann. Ja, das klingt esoterisch, aber das macht nichts.

Ich finde, das was sie so gut herausstreicht ist das, was man in sonstigen Ratgebern vermisst: das Gefühl. Der Verstand ist sowieso immer eingeschaltet. Wir heben viele Dinge aus durchaus rationalen Gründen auf! Wenn man uns fragt, warum wir diese Bluse, die wir nie anziehen, noch haben, so wissen wir bestimmt viele Gründe, warum wir sie nicht ausmustern. Beim Lesen fühlte ich mich dann immer ertappt, weil sie genau diese Begründungen aufzählt. Was wir nicht machen, ist zu fühlen, auf unsere Stimme zu hören, was sie uns sagt, wenn wir den kratzigen Pulli, den wir geschenkt bekommen haben, angreifen. Wir sollen uns nicht darauf konzentrieren, was wir wegwerfen, sondern, was wir behalten wollen. Macht es uns JETZT glücklich, so sollen wir es behalten. Alles andere kommt weg, denn es macht uns nicht glücklich. Es geht viel weiter in die Psychologie, in das Innere des einzelnen Menschen, als ein bloßes Ordnungskonzept. Daher wird man hier auch keine "Tipps für ein sauberes Bad" finden.
Zu Beginn soll man sich auch ganz genau fragen, was man sich wünscht. Warum möchte man aufräumen. Sie zeigt anhand von Beispielen, was schwammige Ziele sind und wie konkrete Vorstellungen aussehen sollen. Man solle sich genau fragen, warum man aufräumen will.
Und auch hier fühle ich mich ertappt: ich weiß, dass ich vieles nicht weggebe, weil ich sehr in der Vergangenheit verhaftet bin. Ich möchte mich davon nicht trennen. Ich bin nicht bereit loszulassen. Und ich denke das ist auch eine Erkenntnis, die man aus dem Buch mitnehmen kann.
Sie erklärt einem, dass man Bücher, die man "irgendwann mal lesen" möchte, doch nie liest, Knöpfe von Kleidungsstücken doch nie annäht, Kleidungsstücke, die man nicht mag, doch nie trägt. Ja, auch hier fühle ich mich gern ertappt. Laufe auch ich seit Jahren mit einer Strickweste mit fehlendem Knopf herum, obwohl ich genau weiß, wo meine Knöpfe (auch dieser eine) gelagert wreden.

Ich beginne zu lesen und während ich dort und da ertappt werde, beginnt ein Satz schon zu Beginn meine Stimmung zu dämpfen, denn er sagt im Wesentlichen aus, dass jeder, der bereit ist sich mit seinem Besitz auseinander zu setzen und die Sachen, die ihn nicht glücklich machen auszusortieren, aufräumen kann. Nun... Ich kann eben nicht gut aussortieren. Ich "brauche" alles, was ich habe und ich treffe keine Entscheidungen.
Etwas später bekomme ich richtig Lust darauf meine Kleidung aus zu sortieren - steht doch sowieso das Umräumen von Sommer auf Winter ins Haus. Ich hätte auch lieber einen Ganzjahreskasten - habe ich aber aus Platzgrünen nicht! Ich könnte mich also schon auf den Weg machen.
Aber dann schiebe ich es immer hinaus... ich denke mir, es dauert zu lange, ich hätte dafür zu wenig Zeit, es ist zu viel...in Wahrheit schiebe ich es vor mich her. Nun habe ich gerade begonnen meine Sachen auf diesen einen berühmten Haufen zu werfen. Ich kann nicht anfangen. Ich zögere. Ich möchte nichts angreifen und spüren, ob ich es mag. Ich möchte alles wieder in den Schrank räumen. Auf die Psyche bezogen möchte ich mich mit einigen Dingen vielleicht nicht beschäftigen. Ich kehre sie unter den Teppich, sperre sie im Schrank ein, Tür zu und passt. An diesem Punkt stehe ich nun und habe diese Rezension getippt: meine Kleidung liet im Zimmer verstreut, meine Motivation ist gedämpft, meine Angst vor dem Wegwerfen ist groß. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Eventuell kann ich später schon Neueres berichten.

Noch etwas zum Wegwerfen:
Es geht, wie gesagt, eigentlich ums Behalten. Wenn wir aber nur A und B behalten, müssen wir natürlich C-Z wegwerfen. Wir sollen uns eben nur mit den Dingen umgeben, die uns glücklich machen und nicht mit denen, die uns erdrücken, weil wir uns nicht von ihnen trennen können.
Sie sagt auch, dass die Trennung keine Geringschätzung der Gegenstände ist, ein Liegenlassen, ein tagtägliches Nichtbeachten ist Geringschätzung. Wir sollten erkennen, welchen Zweck der Gegenstand erfüllt hat, uns bei ihm bedanken, und ihn dann entsorgen.
ALLERDINGS:
1) ich halte nicht viel vom Wegwerfen! Ich habe bei sehr vielen Dingen kein Problem mich zu trennen, da ich das Buch (bspw.) wirklich nicht brauche. Es ist aber fast wie neu und es halt Geld gekostet. Ich möchte es also jemandem geben, der es brauchen kann. Bei Kleidung kann man immer sagen, man gibts in die Altkleidersammlung... aber auch hier, bei aller Liebe, bin ich häufig zu egoistisch und möchte ein Kleidungsstück, für das ich selbst recht viel bezahlt habe, nicht herschenken.
Es ist aber gar nicht so einfach Sachen zu verkaufen. Viele Dinge werden nicht gerne abgenommen und wenn man außerhalb der Stadt lebt ist durch den Versand fast immer noch ein zusätzlicher Kostenfaktor dabei, durch den es sich für den Käufer teilweise nicht lohnt einen gebrauchten Gegenstand zu erwerben.

2) Ich denke mir, wenn jemand Geld dafür hat, sich einen Aufräumcoach zu organisieren, ist genügend Geld da, Sachen einfach zu verwerfen. Bspw. meine Snowboardjacke. Ich habe sie nicht zu der Kleidung auf den Boden geworfen (zuerst werden alle Gegenstände einer Kategorie auf einen Haufen gebracht und von dort wird dann sortiert), weil ich weiß, dass ich sie behalten werde. Sie gefällt mir nicht mehr, sie ist mir zu groß, sie ist unmodern. Aber, sie ist meine einzige, ich werde die alte aussortieren, wenn ich eine neue habe. Sehr rational, aber es ist auch eine Geldfrage!
Genauso finde ich, dass sie Recht hat, dass man die meisten Seminarunterlagen einfach wegwerfen kann. Ihrer Meinung nach, sollte das Seminar so gut gewesen sein, dass man sich den Inhalt sowieso merkt (ich für meinen Teil habe kein so gut funktionierendes Gehirn) und sollte man es doch vergessen und zufällig brauchen, so macht man eben das Seminar nochmal. Entschuldigung? Goldesel streck dich? Viele Seminarunterlagen sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden, aber so generell?

3) Es ist wahrscheinlich leichter, wenn jemand "im Genick" steht, dass man sich tatsächlich von etwas trennt. Ich für meinen Teil, kann mich einfach nicht entscheiden. Ich stelle mir die Fragen, die sie im Buch empfiehlt sich zu stellen: "zieh ich das Teil nächste Saison an" und wenn man zögert, soll man es entsorgen, denn es macht einen offensichtlich nicht glücklich. Wenn ich es so handhabe, habe ich am Ende zwei Shirts, eine Hose und eine Jacke. Ich weiß bei den meisten Sachen nicht, ob sie mich glücklich machen. Angeblich muss man das auch üben - deshalb beginnt man auch mit der Kleidung (davon hat man für gewöhnlich sehr viel) und zwar mit der, die gerade keine Saison hat (weil man sie gerade nicht trägt).

Die rationalen Gründe gepaart mit den emotionalen, machen ein Entrümpeln tatsächlich schwer. Und eigentlich geht es darum, sein Leben zu entrümpeln, die angehäuften Gegenstände sind nur äußere Zeichen, Symbole, Symptome. Ich bin mir sicher, dass ein echtes Entrümpeln Vieles zu Tage fördern kann. Ich denke auch, dass viele (auch ich) davor Angst haben.

zu guter Letzt: sie sagt auch selbst, ihre Strategie gilt auch für ihr Buch. Wenn es nicht glücklich macht, soll es bitte entsorgt werden ;)
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85 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. März 2013
Zuerst mal ein großes Lob meinem Vor-Rezensenten, der das meiste schon treffend gesagt hat, was es zu diesem Buch zu sagen gibt. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich das Buch mit Vergnügen gelesen habe. Die Beispiele, die Marie Kondo aus ihrer Praxis und ihrem eigenen Leben anführt, sind amüsant und einem manchmal allzu bekannt... Beim Lesen hat es mich richtig in den Fingern gejuckt, und ich habe schon ab und zu etwas entsorgt, noch bevor ich mit dem Buch durch war und richtig mit dem Ausmisten angefangen habe.

Was mir das Buch so sympatisch macht, ist auch, dass es in Japan ein Bestseller ist. Wir Westler schauen ja immer neidisch auf die aufgeräumten, nur aus einem niedrigen Tisch und einem Blumengesteck bestehenden japanischen Räume. Aber wenn man Marie Kondo Glauben schenkt, geht es den Japanern auch nicht anders als uns: Sie häufen jede Menge Gerümpel an, das sie dann durch raffinierte Aufbewahrungssysteme bzw. Auslagerung ins Elternhaus verzweifelt zu verwalten suchen. Das kennt man doch irgendwie. Der Hang, Wohnungen vollzumüllen, scheint ein universelles Prinzip zu sein. Um so besser, dass man mit Hilfe dieses Buches etwas dagegen unternehmen kann.

Leider hat der Verlag mit dem Titel "Magic Cleaning" das Buch in die Esoterik-Ecke gerückt, wo es nicht hingehört. Vermutlich, um an den Erfolg von "Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags" anzuknüpfen, das eigentlich auch kein Esoterikbuch ist. Viele Leute, die es dringend lesen müssten, werden so nicht mal einen Blick reinwerfen.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2015
Das Buch hat im Grunde einen Kerngedanken, um den sich immer wieder alles dreht: "Wirf weg, was Dich nicht glücklich macht!"
Dieser Gedankenimpuls ist nicht schlecht und hat mir auch geholfen, das Ein oder Andere zu entsorgen (ich suche schon lange nach einem "Schlüsselsatz", der das Ausmisten schneller und effektiver macht).
ABER: es gibt mehrer Aspekte, die das "große Aufräumfest" in unserem Haushalt erschweren:
1. es ist weder zeitgemäß (Stichwort Recycling und Nachhaltigkeit) noch sinnvoll, ALLES, was nicht glücklich macht, einfach WEGZUWERFEN. Gerade an diesem Punkt kommen unsere Aufräumaktionen ins Stocken: ein großer Teil der ausrangierten Sachen kommt in den Secondhand-Shop, zu Ebay oder in den "Umsonst-Laden", Einiges wird gespendet/weiterschenkt/vererbt und nur Weniges wird tatsächlich im Müll entsorgt (was natürlich die unkomplizierteste und schnellste Variante ist und mglw. deshalb von Frau Kondo empfohlen wird).
Gerade die "Recycling/Weiterverwendungsentsorgungsmethoden" brauchen ZEIT und die ist im normalen Familienalltag (Job/Kinder etc.) dünn gesäet...
2. wir haben 3 Kinder und das macht mind. 2x im Jahr ein gründliches Durchsortieren und Ausmisten nötig (Saisonwechsel, wechselnde Interessen und Größen, viele Bilder und Bastelarbeiten, Schulhefte und -bücher der vergangenen Schuljahre, ungenutzte Geschenke von Hinz und Kunz etc....). Hier bietet mir das Buch viel zu wenige Anregungen weil, der Grundsatz "Wirf weg, was Dich nicht glücklich macht!" lässt sich nicht einfach auf die Kinderwelt übertragen und über den Kopf oder hinter dem Rücken meiner Kinder entsorge ich nichts, das fänd ich respektlos.
3. Aufräumen ist für mich kein Selbstzweck (sondern notwendiges Übel) und beim Lesen des Buches hatte ich oft den Eindruck, Frau Kondo hat ihr ganzes Leben permanent ausgemistet und aufgeräumt. Das ist mir fremd und wir kriegen auch keine 30 Müllsäcke zusammen ;-)
4. Die These: "1x das große Aufräumfest und dann nie wieder aufräumen!" ist für mich unrealistisch (auch/gerade im Haushalt mit 3 Kindern, s.o.), auch wenn sie das tägliche "Zurücklegen der Sachen an IHREN Platz" nicht als Aufräumen bezeichnet.
Ich glaube auch für mich persönlich wird es immer wieder Dinge (auch Klamotten) geben, die micht eine Zeitlang nicht glücklich machen und dann wieder erfreuen können bzw. gern genutzt/getragen werden.
5. Bücher, Erinnerungen (z.B. das von ihr benannte Bsp. mit dem Einschulungskleid), Fotos aussortieren fällt mir besonders schwer und ich bin froh, daß alte Erinnerungsstücke/Fotoalben aus meiner Familie nicht einfach weggeworfen wurden, nur, weil sie vielleicht zeitweise niemanden beglückten und/oder auf dem Dachboden/im Keller vor sich hin staubten. Das hat für mich auch mit dem Bewahren der eigenen (Familien)geschichte und -kultur zu tun.
Z.B. nutzen wir alte Obstkisten meiner Urgroßeltern im Moment als kultiges Kinderbücherregal und sie standen lange in irgendeiner Kellerecke... ;-)
Wie auch immer, das sagt Frau Kondo ja auch, jeder muss für sich selbst schauen, was ihm wichtig ist/ ihn glücklich macht...
Wenn man über so einige Beispiele im Buch hinwegliest (z.B. jeden Abend die Handtasche ausräumen und am nächsten Morgen wieder einräumen oder die Badutensilien (Duschbad, Shampoo etc.) nach der Nutzung abtrocknen und außerhalb des Bades aufbewahren... *lach*), kann es eine gute Anregung sein, aber das macht das Lesen langatmig und hätte auf deutlich weniger Seiten zusammengefasst werden können.
Ach so: ich werde meine Klamotten auch nicht in den Schrank stellen, bei den Socken werd ich's mal versuchen ;-)

Wenn also einer einen Buchtip für das Ordnung halten/Ausmisten in Familien mit Kindern hat, immer her damit! ;-)
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