Eben habe ich genanntes Buch fertig gelesen und fand es köstlich. Der Autor hat sehr genau die Kindheit in den Fünfzigern erfasst. Ich ertappte mich dabei (Jhrg.43), wie ich zu den einzelnen Kapiteln meine eigenen Geschichten spann, mich erinnerte an die Hüpfemännchen, "Räuber und Schande", an Ausflüge und Ausflugslokale, die Kartoffelkäfer, Schafgarbe, die Schlüsselblumen-Sträuße im Mai, im Juni dann die Margeriten und Glockenblumen für die Lieblingslehrerin zum Lehrertag, an den Rummelplatz und Catarina Valente, an Conny Froboes und "Pack die Badehose ein". Wir liefen 5 km zum "Vogelschießen", um das Geld für die Bahn zu sparen. Und dann die Weltfestspiele in Berlin: Lasst heiße Tage im Sommer sein, im August im August blühn die Rosen! Und wieder war jemand aus der Straße über Nacht abgehauen, hat alles liegen und stehen lassen! Klausi bekam einen luftbereiften Roller aus dem Westen. Im beheizten (!!!) Betriebs- Schwimmbad tobten wir bis zum Abwinken. Der schwerhörige Nachbar hörte viel zu laut RIAS Berlin und die "Blonde Hexe" lief ohne uns im Kino- erst ab 18! Händchenhalten war in den prüden Fünfzigern etwas Ungeheures- aber das reicht dann schon in die Sechziger und wie ich sehe, hat Bernd- Lutz Lange auch dieses Jahrzehnt beschrieben. Ich bin schon neugierig, wie er diese Zeit sieht! Das Vokabular in Sachsen und Thüringen war ähnlich, manchmal nur leicht abgewandelt. Oder kam es mir nur so vor, da mein Vater "Neulehrer" in Leipzig studierte und sächsische Redewendungen mit nach Hause brachte? Und meine Internatsfreundin aus Crimmitschau stammte? Jedenfalls- alles sehr vertraut!