Magdalena weiß fast nichts über ihren. Nur dass er aus Elba stammr und ihre Mutter damals allein nach Deutschland zurückfahren ließ. Dreißig Jahre später reist nun Magdalena auf die Insel, wo ihr Suche schon bald ein erfolgreiches Ende zu nehmen scheint. Bis ein Zitronengarten und zwei Männer ihre Pläne durcheinanderbringen..."
Was sich liest, wie die zusammenfassung einer Sendung auf RTL oder ProSieben, in der verzweifelte Angehörige nach ihren vermissten Lieben suchen oder suchen lassen, ist in Wahrheit völlig anders, überraschend frisch und in keinster Weise kitschig oder übertrieben.
Magdalena erfährt eher zufällig, dass ihre Mutter ihren Vater auf Elba kennegelernt hat - als Bordstewardess einer Reiselinie fährt sie seit einiger Zeit immer wieder durch Italien, auf der Suche nach Hinweisen auf ihren Vater. Etwas Verspätung, ein Unfall und die Bekanntschaft von Nina und Matteo halten Magdalena dann auf Elba fest. Erst eine Woche, dann eine zweite, vielleicht noch zwei mehr? Sie sucht sich einen Job, zieht bei Roberto ein - aber warum hat Nina sie vor ihm gewarnt? Was soll so schlimm sein? - und fährt mit ihrem Roller über Elba, immer weiter auf der Suche nach ihrem Vater. Aus vier Wochen werden sechs, acht, Magdalena fühlt sich frei und glücklich - war sie das denn nicht vorher auch? Was ist hier denn anders, dass sie sich hier so viel besser fühlt? Auch ihr Opa, bei dem sie nach dem früher Tod ihrer Mutter aufwuchs, erzählt ihr zum ersten mal von dem Italienurlaub ihrer Mutter - ein Thema, das auch vor allem nach dem Tod der Oma ausgeklammert wurde. Magdalena erlebt Enttäuschung nach Enttäuschung. Und was ist es, vor dem Nina davon läuft und weswegen Matteo sie beschützen muss? Als Magdalena es schließlich herausfindet und auch das Geheimnis um ihren Vater fast gelöst hat, scheint es jedoch als ob sie alles zu verlieren droht, ihre Freunde, ihre Liebe und ihren Vater...
Das Buch beginnt fast wie eine Kurzgeschichte: hineingeworfen in die Geschichte, ohne lange Einführung der Charaktere, fängt die Geschichte von Magdalena an, auf Elba, mitten in der Suche nach ihrem Vater. Doch im Laufe des Buches ist es vor allem die Charakterentwicklung, die die Geschichte so spannend macht und es einem unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Konsequent durchgehalten, wird die Geschichte nur aus der Sicht von Magdalena erzählt. Man weiß was sie weiß, fühlt was sie fühlt und kann auch nur vermuten, was sie sich zusammenreimt. Und das ganze, ohne das es kitschig wird. Der Stil von Stefanie Gerstenberger ist ruhig, gut zu lesen, aber im selben Moment packend, dramatisch und einfach präsent. Er lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen und verlangt gerade zu, dass man weiterliest.
Nach der Leseprobe war ich mir eigentlich relativ sicher, dass es zwar nicht so schlimm wäre, wie ich nach dem Kladdentext vermutet hätte, aber dennoch nicht unbedingt ein Buch, was ich unbedingt lesen müsste. Als ich es gewonnen hatte, habe ich mich dann aber völlig unvoreingenommen daran gemacht, es zu lesen - und war überrascht! Das Buch ist leicht, locker, wunderbar geschrieben und, entgegen meiner Vermutung, überhaupt nicht kitschig. Ich kann es nur empfehlen, eine wundervolle Sommerlektüre, die sich nicht nur in der Suche nach einem Familienmitglied ergeht, sondern vielmehr eine Suche nach sich selbst und dem was man im Leben wirklich will und was einen wirklich glücklich macht - auch wenn man es vielleicht erst nach vielen Wendungen und Enttäuschungen heraufindet und man dann doch erst glücklich ist, wenn man etwas ganz anderes hat, als man immer gedacht hatte.
Absolute Leseempfehlung!