"3 Watt LED" heißt noch lange nicht, dass da eine LED mit 3 Watt strahlt!
Eine kleine handliche Taschenlampe mit 3 Watt LED für gut 20,- klang verlockend, zumal die Konkurrenz gut und gerne das doppelte kostet.
Als die Lampe ankam, war ich aber schon etwas enttäuscht, für 3 Watt sah das doch recht funzelig aus (verglichen mit der "Birnen"-MiniMagLite ganz ok, verglichen mit der Konkurrenz viel zu dunkel).
Also habe ich mal nachgemessen, wieviel Strom in die LED fließt und kam auf gerade mal 1,6 Watt. Mit frischen Batterien. Nach kurzer Gebrauchsdauer sinkt das schon unter 1 Watt, da Maglite sich eine Stromregelung gespart hat. Bei der Konkurrenz (z.B. Fenix und selbst bei manchen LED-Lensern) hat man Regler, die auch bei halbleeren Batterien noch für volle Leistung sorgen und nebenbei den Betrieb mit Akkus ermöglichen. Akkus machen in der Maglite definitiv keinen Sinn und sind von Maglite auch nicht freigegeben.
Der Gipfel ist dann aber die Antwort auf meine Beschwerde bei Maglite.
Da erklärt man mir doch allen Ernstes, "3 Watt LED" hieße nicht, dass da eine LED mit 3 Watt drin ist, sondern "die Leuchtkraft des LED Moduls entspricht der Leuchtkraft eines konventionellen Leuchtmittels( mit Glühwendel) mit 3 Watt Leistung."
Das, liebe Leute von Maglite, empfinde ich als Bauernfängerei übelster Sorte. Die Maglite geht zurück, weil eine zugesicherte Eigenschaft fehlt.
Und das war wohl auch der letzte Kauf eines Produkts dieses Hauses.
Es gibt schließlich Alternativen mit ehrlichen Leistungsangaben.
Nachtrag:
Inzwischen habe ich eine Fenix LD20 gekauft. Okay, die war doppelt so teuer wie die Maglite, aber dafür bekommt man auch wesentlich mehr. Vor allem mehr Licht. Die Fenix ist kleiner als die Maglite, macht einen wesentlich robusteren Eindruck, hat 4 schaltbare Lichtstufen, deren hellste selbst eine Maglite 3D LED in den Schatten stellt. Dazu eine viel gleichmäßigere Ausleuchtung als bei den Maglites, mit einem engen, extrem hellen Lichtkegel, der in einen breiteren Lichtkegel mit weniger Licht übergeht. Da vermisst man die vermeintliche Fokussierbarkeit der Maglites nicht, bei der Fenix ist es von Anfang an richtig (Hätte ich vorher nie gedacht, dass ich das so sehe, eigentlich will ich immer alles selbst einstellen). Die Einstellung mit halber Lichtstärke ist heller als die Maglite 2AA LED und bietet selbst mit Akkus 5 Stunden gleichbleibend helles Licht. Danach wird es langsam dunkler. Die Maglite funktioniert gar nicht richtig mit Akkus und wird auch mit neuen Batterien nach einer Stunde schon deutlich dunkler. Überhaupt kein Vergleich.
Und noch ein Nachtrag (19.5.2010):
Ich sehe gerade, Maglite hat die Verpackung geändert und auch die Beschreibung im Internet. Es wird nicht mehr mit "3 Watt LED" geworben sondern jetzt werden sogar vernünftige Angaben zur Lichtleistung gemacht, so dass ein Vergleich mit anderen Lampen möglich wird.
Das halte ich für durchaus lobenswert, wenn auch etwas spät - hat man doch auf meine Beschwerde hin noch versucht, die Lüge zu rechtfertigen.
Allerdings sind 69 Lumen nicht gerade Stand der Technik, auch nicht für 1,6W Aufnahmeleistung. Andere schaffen inzwischen in gleicher Größe über 200 Lumen bei 3 Watt (oder eben über 100lm bei 1,5W).