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Mafialand Deutschland
 
 
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Mafialand Deutschland [Gebundene Ausgabe]

Jürgen Roth
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Glücksspiel, Drogen, Prostitution – so stellt man sich die dunklen Geschäfte der Mafia vor. Falsch! Die Zeiten der alten Goodfellas und Godfathers sind nämlich schon lange passé. Korruption, Erpressung, politische Einflussnahme, lauten die neuen Betätigungsfelder. Anders als die „alte“ Volksmafia kommt die „neue“ bürgerliche Mafia bei ihren kriminellen Machenschaften in 99 Prozent der Fälle auch ganz ohne rohe Gewalt aus. Und das Massaker von Duisburg? Eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Vor allem aber ein öffentlichkeitswirksamer Super-GAU für die „ehrenwerte Gesellschaft“, die auf höchstmögliche Diskretion erpicht ist.

Schlagartig riss die abscheuliche Bluttat die heimische Bevölkerung aus ihrer Arglosigkeit. Und strafte bis hinauf in höchste Polizeikreise all diejenigen Lügen, die die Mafia hierzulande immer noch als vernachlässigbare Größe innerhalb des organisierten Verbrechens darstellen. Nicht von ungefähr trägt das neueste Buch von Jürgen Roth den Titel Mafialand Deutschland. Auf 150 Milliarden Euro beziffert der Autor den Jahresumsatz der Mafia in Deutschland. Und dazu zählt er nicht nur die italienische Cosa Nostra, Ndranghetta oder Camorra sondern auch die russische Solnzevskaja, Ismailovskaja oder Tambovskaja, nicht zu vergessen die „albanische Mafia“, die „türkische Mafia“ und die „chinesischen Triaden“. Roth zeigt, dass Raub, Bestechung, Vetternwirtschaft, Ämterproporz, also all die für die Mafia typischen Erscheinungen, in den deutschsprachigen Ländern inzwischen längst an der Tagesordnung sind. Und warnt vor dem schleichenden Verlust der staatlichen Schutzfunktionen, wenn das Gemeinwesen zum Spielball eines von Partikularinteressen gekennzeichneten mafiosen Klientelsystems verkommt.

Was sich streckenweise wie die Phantasmagorien eines Verschwörungstheoretikers liest, scheint alles wohl belegt zu sein. Immerhin traut sich der investigative Journalist, der sich in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes ganz dem organisierten Verbrechen „verschrieben“ hat, offen Ross und Reiter zu nennen. Auch wenn er damit Prominenz aus Politik und Wirtschaft bloßstellt. Arnold Abstreiter

Pressestimmen

''Mafialand Deutschland' hat Jürgen Roth seine faktenreiche und lesenswerte Enthüllung genannt ... Roth belegt seine Spurensuche durch den Mafia-Dschungel mit Fakten, nennt seine Gesprächspartner und lässt meistens seine Beschuldigten zu Wort kommen. Das

Kurzbeschreibung

Jürgen Roth zeigt erstmals, wie die gefährlichsten Mafiaorganisationen ´Ndrangheta und die Russenmafia Deutschland mithilfe von Politik und Wirtschaft unterwandern. Seit den Morden von Duisburg ist die kalabresische ´Ndrangheta in Deutschland in der Öffentlichkeit bekannt. Was als Fehde verfeindeter Clans dargestellt wird, ist in Wahrheit nur ein "Betriebsunfall" bei der Unterwanderung Deutschlands durch Mafiaorganisationen - egal ob durch italienische oder russische Clans. Denn es geht längst nicht mehr nur um Schutzgelderpressung, Prostitution oder Drogenhandel, sondern um Macht und Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen, die man sich durch milliardenschwere Investitionen erkauft. Williger Türöffner beim Eintritt in die ehrenwerte deutsche Gesellschaft spielt eine illustre Seilschaft aus Politik, Wirtschaft und Justiz, die auf beiden Augen blind ist - solange die Kasse stimmt. Seit vielen Jahren recherchiert der renommierte Journalist Jürgen Roth über die Strukturen der Mafia in Deutschland. Er hat mit italienischen Mafiosi geredet und italienische Mafiaermittler befragt, mit Finanzfachleuten gesprochen und Einsicht in aktuellste Erkenntnisse von Ermittlern in Sachen Wirtschaftskriminalität und organisierte Kriminalität bekommen. Sein Fazit: Die Mafia ist bei uns angekommen. Ganz oben. Mit brisanten neuen Fakten zu Fällen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen sowie Österreich und der Schweiz.

Über den Autor

Jürgen Roth, geboren 1945, ist einer von Deutschlands bekanntesten Vertretern des investigativen Journalismus. Seit 1971 hat er zahlreiche brisante Fernsehdokumentationen vorgelegt und mehrere höchst erfolgreiche und aufsehenerregende Bücher geschrieben.Jürgen Roth, geboren 1945, ist einer von Deutschlands bekanntesten Vertretern des investigativen Journalismus. Seit 1971 hat er zahlreiche brisante Fernsehdokumentationen vorgelegt und mehrere höchst erfolgreiche und aufsehenerregende Bücher geschrieben.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung Über Inszenierungen und die unterschiedliche Wahrnehmung der Realität "Die italienische Erfahrung wiederholt sich überall auf der ganzen Welt, auch in Deutschland. Die Mafia verwandelt wirtschaftliche Macht und Einfluss in politische." Roberto Scarpinato, Oberstaatsanwalt aus Palermo Das luxuriöse Grandhotel Schloss Bensberg, nicht weit von Köln entfernt, gilt als eines der schönsten und größten Barockschlösser Europas. Obwohl an Staatsbesuche und Wirtschaftsmagnaten gewöhnt, herrschte unter den Bediensteten des noblen Hauses im Oktober 2007 ungewöhnliche Anspannung. Die prächtige Geburtstagsfeier zu Ehren von Don Vegas, Pate einer großen Mafiafamilie, stand bevor. Zu diesem Zweck sollte ein exquisites "Mafiadinner" im barocken Ballsaal stattfinden. Der Einladung folgten, wie in der deutschen Schickeriaszene üblich, die "Stars und Sternchen der aufblühenden Filmindustrie, die Größen aus Politik und Wirtschaft, Gäste, die auf die verschiedensten Weisen mit der Dynastie von Don Vegas geschäftlich und privat verbunden sind, korrupte Ganoven, zwielichtige Spieler, glamouröse Showgirls". Zu gerne hätte ich erfahren, welch illustre Gesellschaft sich da eingefunden hatte. Schließlich steht auf der Einladung: "Sie sollten der Einladung zu Don Vegas Geburtstag folgen, denn Don Vegas verzeiht nie!" Schlappe 89 Euro, einschließlich eines Vier-Gänge-Dinners, kostete die Inszenierung, ein Gaudium für Betuchte. Die Mafia - ist sie inzwischen eine Fiktion, nur noch Thema für besondere Events, eine Opera buffa? Oder ist das Spektakel im noblen Grandhotel der theatralische Reflex auf die realen Machtverhältnisse, der Tanz auf dem Vulkan? Szenenwechsel: Am frühen Morgen des 15. August 2007 verlassen sechs Männer aus dem italienischen Kalabrien das Restaurant Da Bruno in Duisburg, wo sie den 18. Geburtstag eines Freundes gefeiert haben. Kurz darauf werden sie in ihrem Auto durch mindestens 70 Schüsse niedergemäht. Zum Schluss noch eine Kugel in den Kopf - niemand soll überleben. Einer der Erschossenen war 16 Jahre alt. Das Motiv für diese Bluttat? Eine "Faida", wie die Kalabresen sagen, Blutrache zwischen verschiedenen Clanen aus dem kalabrischen Dorf San Luca, die ansonsten harmonisch im kriminellen Geschäft kooperieren. "Einen Monat nach diesem Massaker haben die befehdeten Clane ein Friedensabkommen geschlossen", sagte mir am 25. Juli 2008 der leitende Oberstaatsanwalt Nicola Gratteri aus Reggio Calabria, dem Regierungssitz der süditalienischen Provinz Kalabrien, und er fügte hinzu: "Das habe ich aber nicht den deutschen Ermittlern gesagt."Nach seinen Worten wurde bei dem "Friedensabkommen" beschlossen, dass bei einer neuen Faida auf deutschem Boden die beteiligten Familien "liquidiert" werden würden. Grund für die schnelle Befriedung waren die intensiven Ermittlungen sowohl der deutschen wie der italienischen Polizei, die die bisher so harmonischen betrieblichen Aktivitäten aller Mafiagruppen erheblich störten. Ob Opfer, Killer oder Auftraggeber: Sie verbinden nicht nur verwandtschaftliche, sondern auch geschäftliche Beziehungen zu vielen in Deutschland lebenden Männern und Frauen der kalabrischen Mafia, der Ndrangheta. "Von der Ã-ffentlichkeit fast unbemerkt, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten die kalabrische Mafiaorganisation zu einer der gefährlichsten Gruppierungen in Italien und darüber hinaus in Europa entwickelt." Ohne die blutige Vendetta in Duisburg hätte kaum einer gewusst, dass es in Kalabrien ein Dorf namens San Luca gibt. Politiker jeglicher Couleur sprangen hastig auf den Zug der Empörung über diese "böse" Mafia auf, die es wagte, sich so offen zu präsentieren. Für Mafiaexperten brachen jedenfalls goldene Zeiten aus, weil sie plötzlich gefragte Interviewpartner waren, die Auskunft darüber geben sollten, wie die Mafia arbeitet, wie sie aussieht, wo sie zu finden ist. Viele fragten nach dem Blutbad: Was ist das eigentlich genau - Mafia? Gibt es die tatsächlich auch in Deutschland? 100 Milliarden Euro, schätzt der Bundesnachrichtendienst (BND), betrage der jährliche Gesamtumsatz allein der italienischen Mafiaorganisationen. Francesco Forgione, bis 2006 der Vorsitzende des parlamentarischen Antimafia-Ausschusses in Rom, geht allerdings von bis zu 150 Milliarden Euro Gesamtumsatz aus. Ob nun 100 oder 150 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr: Ein solch horrender Betrag ist jedenfalls das Instrument für undemokratische Wirtschaftsmacht und politische Einflussnahme pur. Die Mafia ist deshalb auch kein regionales kriminelles Phänomen, sondern droht sich zu einer bestimmenden politischen Kraft in Europa zu entwickeln. Es verwundert dann auch nicht weiter, wenn die kalabrische Mafia, die Ndrangheta, an der Frankfurter Börse über Broker große Aktienpakete erwirbt. "Die Präsenz der Ndrangheta in Deutschland besteht seit den Siebziger-und Achtzigerjahren, insbesondere repräsentiert durch die Familie Farao aus Cir?, die Familie Mazzaferro aus Gioiosa Ionica, die Familien aus Reggio Calabria, aus Africo, San Luca, Bova Marina"4 und so weiter. Luciano Violante, der Präsident der italienischen Antimafia-Kommission, berichtete bereits im Jahr 1993 über das Telefongespräch eines bekannten italienischen Mafioso, das wenige Stunden nach dem Fall der Berliner Mauer abgehört wurde. "Er forderte seine Verwandten in Deutschland auf, in Ostdeutschland sofort alles zu kaufen, was auf den Markt kommt."5 Schon im Dezember 1989 schätzten die Mafiaexperten in Palermo und Neapel, dass Beträge zwischen 100 und 200 Milliarden Dollar als Schwarzgeld in den Osten gepumpt wurden. "Ende 1990 bezifferte die Abteilungsleiterin Strafrecht im italienischen Justizministerium, Liliana Ferraro, die real in den Osten geflossenen Investitionen beziehungsweise zu waschenden Gelder italienischer Mafia- und Camorra-Gruppen allein in der ehemaligen DDR auf gut und gerne 70 Milliarden Mark . . . Einige Hochrechnungen des deutschen Bundeskriminalamtes kommen mittlerweile auf gut 170 Milliarden." Heute gehen italienische Staatsanwälte und Kriminalisten oder die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza übereinstimmend davon aus, dass die Mafia vor allem die Chancen der neuen EU-Mitgliedschaft von Rumänien, Ungarn, Polen und der Slowakei - gerade im Hinblick auf den Drogen- und Waffenhandel, die Geldwäsche und die Zwangsprostitution - für sich zu nutzen wusste. Demnach habe sie in Deutschland bereits Beteiligungen im Wert von 30 bis 40 Milliarden Euro erworben. Ihr erklärtes Ziel sei es jetzt, in Osteuropa wirtschaftlich weiter zu expandieren und "alles zusammenzukaufen", wie es der undesnachrichtendienst in einem Bericht vom 28. März 2006 konstatierte.
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