Der Abschlussband von Jack Vance einmaligem Ausflug in die High Fantasy und sicher eines seiner kommerziellsten (leserfreundlichsten) Werke. Auch im dritten Band bleibt der alte Fahrensmann voll auf Kurs und brennt ein Feuerwerk spitzenmäßiger Fantasy ab, in dem alles zu finden ist, was das Herz des Fantasykenners begehrt. Hänger sehe ich hier, mit Verlaub, überhaupt nicht. Es ist entzückend, wie Madouc sich mit den Gesellschaftsdamen am Hofe von Lyonesse herumschlägt und dabei so ganz anders abschneidet, als Prinzessin Suldrun zu ihrer Zeit. Vance liebte ja auch immer den Gesellschaftsroman, der sich hier formvollendet zeigt. Außerdem gibt es noch eine Queste nach dem heiligen Gral, die von Vance einmalig gestaltet wird (sowohl als Hommage als auch als Parodie), denn er ist ein Literat im besten Sinne des Wortes. Einzig das Finale wirkt vielleicht ein wenig hastig, aber wozu noch weitere fünzig Seiten schreiben, wenn Vance es schlüssig auf den Punkt bringen kann? Madouc ist in gewisser Weise auch ein Schelmenroman und steht damit in der Tradition von Vances bösartigster und lustigster Kreation, dem Strauchritter Cugel, der sich selbst der Schlaue nennt. Fantasyfreunde sollten in jedem Fall zugreifen, denn etwas besseres in diesem Genre scheint mir nur schwerlich zu finden.