Aus der Amazon.de-Redaktion
Die spannende Saga vom "typisch amerikanischen Cheerleader-Girl" aus dem Mittelwesten, das in den Siebzigern mit dem Satz "eines Tages wird diese Stadt mir gehören" in New York einmarschierte, folgt beinhart den Gesetzen des traditionellen Tellerwäschertraums -- hier in seiner rigorosesten Variante. Von "Holiday", ihrem Durchbruch im Jahr 1983, über leidige Schauspielversuche, öffentliche Sex-Selbsterfahrungen bis zu ihrem Erfolgsalbum Music erleben wir den generalstabsmäßig geplanten Durchmarsch an die Weltspitze.
Triumph des Willens. Madonna nimmt sich, was sie braucht, Unverwertbares wird mitleidlos entsorgt. Das Label "Neo-Feministin" taucht auf. Dann wieder, durchaus ambivalent, Signora Ciccone, das hilfsbereite fürsorgliche Muttertier ihres Bühnentrosses. Interessanterweise fanden viele der von Morton befragten Freunde und Zeitgenossen Madonnas künstlerischen Output kaum erwähnenswert, bekannten sich jedoch einmütig zum Vorbildcharakter dieses postmodernen Lebensentwurfs.
Ihre sprichwörtliche Wandlungsfähigkeit zeigt sich bereits auf frühesten Bildern. Klimpert die 18-Jährige eben noch als bedauernswert dürre Vorstadt-Lolita im Schulmädchen-Outfit in die Kamera, wirkt sie schon auf der nächsten Seite im Ballettkostüm ernst und hinreißend. Ein Jugendfoto allerdings hätte den Schicklichkeitstest nicht bestehen dürfen, da es jeden unschuldigen Betrachter in sofortigen Pädophilieverdacht bringt.
Klettern wir also mit auf der sagenhaften Karriereleiter. Vorläufiger Höhepunkt ist Madonnas Hochzeit mit Guy Ritchie in einer schottischen Kirche. Deren Akustik, man höre und staune, prüfte die gestrenge Professionelle vorab in einem Soundcheck der Innerlichkeit mit einem live gehauchten "Ave Maria". --Ravi Unger