Alle drei genannten Serien haben ein ähnliches Setting. Eine ältere Profikillerin und ein junges Mädchen, deren Vergangenheit ein Geheimnis birgt und zwischen denen eine Verbindung besteht. Dazu kommen altes Wissen / Prohezeiungen, mindestens eine Hüterin dieses Wissens und eine geheime Organisation, die dieses Wissen für sich oder seine Anwendung verhindern will. Die erzählten Geschichten in Madlax/El Cazador/Madlax sind in gewisser Weise also immer die selben mit etwas anderem Fokus, anderer Grundstimmung.
Realismus darf man sich in keiner Serie erwarten, dazu sind die Hauptheldinnen zu unverwundbar. Am realistischten ist noch Noir. Hier gibt es außer der Tradition der "Noir" und der Geheimorganisatin "Les Soldat" kein Element das weit hergeholt erscheint. In El Cazador muß man sich schon damit anfreunden, daß es Hexen mit magischen Kräften gab und in einem Forschungsprogramm versucht wurde diese verloren gegangenen Fähigkeiten per DNA-Manipulation wieder herzustellen. Man sieht diese Kräfte im Verlauf der Geschichte auch im Einsatz. Insgesamt ist die Stimmung aber heiterer als in Noir. In Madlax hat das Übernatürliche noch mehr Platz und die Stimmung ist wieder düsterer. Drei Bücher einer längst untergegangenen Zivilisation werden gesucht, wer sie und die "Gabe" besitzt, kann die Tür zu einer neuen Ära öffnen und diese nach seinen Wünschen gestalten. Wie die Hauptheldinnen mit dieser Suche zusammenhängen wird erst nach und nach klar. Mehr noch als in Noir und El Cazador, läßt man sich Zeit für die Erklärung. Die Auflösung ist dann zwar in sich logisch, man muß sich aber auf diese Logik einlassen können, sonst wird man mit einem "Hä? Das soll's gewesen sein?" enttäuscht vor dem Fernseher sitzen.
Wie in El Cazador gibt es auch in Madlax einen männlichen Antagonisten, der im Hintergrund die Fäden spinnt, wohl um den vielen starken Frauen der Geschichte etwas entgegen zu setzen. Während das bei El Cazador ein Forscher/Beamter der Regierung ist, hat Madlax hier nur einen Klischee-Bösewicht. Mächtig, halbwahnsinnig und mit einer Halbmaske im Gesicht. In beiden Fällen wird ihr Handeln nicht begründet und wirkt damit aufgesetzt.
Wie in Noir, wird auch in Madlax viel getötet und gestorben, die Massenschießereien lassen einen aber seltsam kalt. In Noir, weil das Töten nun mal zum Leben als Profikiller gehört und in Madlax, weil es unrealistisch überhöht ist, wenn ein Mädchen im Abendkleid eine Armeedivision erledigt. Madlax versteht es aber ein paar Einzeltode zu inszenieren, die einen betroffen machen, hat also in dieser Hinsicht mehr emotionale Tiefe.
Fazit: Wer über Geduld vefügt, sich auf eine düstere Stimmung und eine weit hergeholte esoterische Auflösung der Geschichte einlassen kann, dem kann ich Madlax empfehlen. Realistischer ist Noir, humorvoller ist El Cazador.
Ein Wort noch zur Bestellung: Madlax hat mir hier Schwierigkeiten bereitet. Einmal war es kurz nach der Bestellung bei Amazon nicht mehr erhältlich, beim zweiten Mal wurde es nicht verschickt, weil die gebrauchten DVDs bei der Überprüfung zerkratzt waren, im dritten Ansatz "ging das Paket am Postweg verloren". Erst im vierten Versuch klappte die Bestellung. Nichts davon ist Amazon vorzuwerfen, aber als Indiz zu werten, daß die Serie selten bestellt wird und entsprechen schwierig zu bekommen ist. Kennt man die Serie und ihr Setting, ist das auch zu verstehen.