Eine sehr leise und unaufdringliche Liebesgeschichte.
(Aushilfs-) Lehrerin (wunderbar: Kiberlain) lernt Handwerker (sehr reduziert: Lindon) kennen und verliebt sich in ihn. Er ist verheiratet und sie lebt allein, auf der Duchreise, ähnlich George Clooneys Figur in 'Up in the air'. Sie springt ein, wenn kein anderer Lehrer da ist, das hat sie sich zur Aufgabe gemacht. Flucht? Angst vor der eigenen Konsequenz oder Courage? Das erfährt man, wenn man diesen leisen und schlichten französischen Film gesehen hat. Das ist der Grund, warum ich das frz. Kino liebe: die Charaktere bleiben ambivalent, doch in sich schlüssig, und die Dialoge sind minimalistisch, kaum ein gesprochenes Wort, die Verständigung findet über die Musik und über Gesten statt.
Ein Film, der berührt.
Man muss sich einlassen auf die Stimmung, auf die Bilder, auf die Momentaufnahmen.
Das Leben kommt, das Leben geht. Was wir daraus machen, haben wir nicht immer in der Hand. Mademoiselle Chambon wirkt klar, kongruent, doch sie flieht, sie scheut das Dauerhafte, so sehr sie es auch sehnt.
Wenn sie dann am Bahnsteig ankommt und hofft (so glauben wir als indiskrete Zuschauer), dass ER da sei, dann wird SIE sich ihrer Situation bewusst, oder auch nicht?! Ausweglos? Hilflos? Wo ist mein Glück? Wo mein Ziel?
In seinem Blick erkennen wir, dass es kein Miteinander geben wird, keine Zweisamkeit. Und doch hoffen wir so sehr, dass die Beiden zu einander finden werden...
Ein Kleinod.
Die leisen Töne zu ertragen gilt es, das ist nicht leicht, aber schreibt das Leben nicht eben solche Geschichten?
Großes Kino, mit ganz kleinen Gesten.