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Madeleine ( The Strange Case of Madeleine ) [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]
 
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Madeleine ( The Strange Case of Madeleine ) [ Spanische Fassung, Keine Deutsche Sprache ]

Ivan Desny , Elizabeth Sellars , David Lean    Nicht geprüft   DVD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Spanien Edition, PAL/Region 2 DVD: TON: Englisch ( Dolby Digital 2.0 ), Spanisch ( Dolby Digital 2.0 ), Spanisch ( Untertitel ), BONUSMATERIAL: Schwarz und Weiß, Wechselwirkendes Menü, SYNOPSIS: Die Tochter einer angesehenen Glasgower Familie soll nach dem Willen ihres Vaters einen seriösen Langweiler heiraten; ihr Herz hat sie jedoch an einen gesellschaftlichen Außenseiter verloren. Während sie mit dem Geliebten ausreißen will, verspricht dieser sich von einer Heirat die bisher versagte Anerkennung. Als er nach Streitereien ermordet aufgefunden wird, kommt die junge Frau vor Gericht. Sie wird aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein faszinierender, insbesondere in der Hauptrolle gut gespielter Kriminalfilm, nach einem authentischen Fall aus dem 19. Jahrhundert. ...Madeleine ( The Strange Case of Madeleine )

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Ich will ein Rätsel bleiben. Für andere und auch für mich selbst.", 2. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Madeleine - Restored [UK Import] (DVD)
Dieses dem Bayernkönig Ludwig II zugeschriebene Zitat könnte auch leitmotivisch die Hauptfigur des Dramas "Madeleine" beschreiben. Nach einer wahren Begebenheit inszenierte David Lean 1949/50 einen Fall aus dem Jahr 1857: Die reiche Familie Smith bezieht Mitte des 19. Jahrhunderts ein Stadthaus in Glasgow. Die älteste der drei Töchter, Madeleine (Ann Todd), bezieht ihr Schlafzimmer im Halbsouterrain. Bald schon gibt sie von ihrem Fenster aus dem jungen Franzosen Emile l`Angelier (Ivan Desny) Zeichen. Da dies in den Augen ihrer Familie eine durchaus unstandesgemäße Beziehung wäre, verheimlicht sie Emile, nur das Dienstmädchen Christina wird ins Vertrauen gezogen. Gegenüber William Minnoch (Norman Wooland), dem von ihrem Vater (Leslie Banks) bevorzugten Heiratskandidaten, verhält sie sich ausweichend. Da Emile nicht vorhat, mit Madeleine durchzubrennen, sondern auf eine offizielle Einführung in die Familie besteht (es geht um seinen sozialen Aufstieg!), bricht Madeleine mit ihm und wendet sich Minnoch zu. Allerdings versucht nun Emile, sie mit ihren Briefen zu erpressen. Ein mysteriöser Todesfall und Madeleines Vorliebe, zu kosmetischen Zwecken Arsen zu benutzen, führen zu einer Anklage.

Der Film besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist eine verzwickte Dreiecksgeschichte (genau genommen eine Vierecksgeschichte, da Mr. Smith die Gefühle seiner Tochter genauso beherrscht wie die beiden Herren). Im zweiten Teil wird in einem Gerichtsverfahren zu klären versucht, ob Madeleine zu einem Mord fähig wäre. Da es anno 1857 nicht annähernd so viele gerichtsverwertbare Indizien gab wie heute, liegt vieles an der Deutung der Zeugenaussage.

Technisch ist auch dieser Film ein "Rolls-Royce" (Desny). Die stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Kamera, die Todd eher wie eine femme fatale als eine leidenschaftlich Liebende abbildet, zeigt klaustrophobische Enge. Die enge Treppe, die Emile zu seinem Zimmer aufsteigt, verdeutlicht seinen Wunsch nach sozialem Aufstieg. Dass er nicht gut für Madeleine ist, vermittelt sich schon zu Anfang, der Gehstock ist mehr Attitüde als Gebrauchsgegenstand. Einen ähnlichen Treppenaufgang gibt es für Madeleine, als sie vor Gericht geführt wird. Die Distanz zwischen Madeleine und ihrem Vater wird durch die Tiefenschärfe des Bildes verdeutlicht: Im Vordergrund sehen wir Vater Smith, Madeleine geht auf ihn zu, nimmt seine Hand. Er entreißt sie ihr und geht zurück. Die Unfähigkeit, mit ihrem Vater zu sprechen, macht das Zentrum des Films aus. Allerdings ist Emile ihrem Vater durchaus ähnlicher als ihr bewusst ist: Von beiden wird sie in mehreren Szenen zurechtgewiesen: "I want to talk to you" wird sie auch von Emile hören. Wenn Madeleine mit gesenktem Kopf ihrem Vater die Stiefel auszieht, so findet das Bild seine Entsprechung in der oft knienden Haltung gegenüber Emile. Selbst Standesdünkel sind dem Aufsteiger Emile nicht fremd. Es empört ihn, durch den Boteneingang gehen zu müssen. Seine Haltung gegenüber seiner großzügigen Vermieterin ist unangenehm herablassend. Wenn sich Mädchen angeblich bei der Auswahl ihres Mannes von ihrem Vater beeinflussen lassen, so wäre dieser Film der passende Beleg dafür.

Darüber hinaus wird die Verbindung von Gewalt und Lust verdeutlicht. Auf einen heftigen Streit, in dem er sie niederwirft, folgt ein leidenschaftlicher Kuss. Dass das Verhältnis sehr intim ist, wird mehrmals durch die Blume verdeutlicht: Verheißungsvolle Blicke, Schnitt, wild tanzende Menschen bis zur totalen Erschöpfung, Schnitt, ein einsames weißes Tuch im Gras, Schnitt, entspanntes Lächeln. Zudem betont Emile Madeleines Hingabe ("You made youreself my wife."). Minnoch ist das genaue Gegenteil von Emile, verständnisvoll, diskret, geduldig. Der Ring, den er ihr ansteckt, bildet einen Kreuzbogen ab, sie glaubt es sei ein Anker, sie sucht also Halt. Im Gegensatz zur Enge im Verhältnis Madeleine/Emile (Hinterhöfe, Dienstbotenzimmer) begegnen wir Minnoch in einer Szene am Meer (Weite, Helligkeit, Transparenz).

Die Montage ist unerbittlich. Auf den Kuss folgt das arglose Gesicht eines Botenjungen, der eine Flasche Arsen kaufen soll. Der wilde Mob, der Madeleine auf dem Weg zum Gericht beschimpft, kontrastiert mit der Stille bei Madeleines Treppenaufgang. Fast schon glaubt der Zuschauer, es sei der Gang zum Schafott. Es ist nur das Gericht! In einigen Momenten erinnerte mich der Film an Leans 35 Jahre später gedrehtes Meisterwerk "Reise nach Indien", in dem ebenfalls eine "unangemessene" Beziehung ein gerichtliches Nachspiel hat und die Volkmassen radikalisiert. Die Gerichtsverhandlung wiederum verdeutlicht die Maßstäbe eines Rechtsstaates. Wissen wir wirklich alles, was wir glauben? Christina bringt es auf den Punkt: "I thought she was there, but I didn`t know it of my own knowledge." Dementsprechend bleibt das Ende des Films auch angenehm offen.

Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 4 und 5 Sternen. Technisch brillant leidet der Film meines Erachtens an einer fehlenden Zuspitzung des Stoffs. Obwohl mehrmals die Sprachlosigkeit zwischen Madeleine und ihrem Vater betont wird, geht der Film dem Problem nicht auf den Grund. Wäre es ein "normaler" Konflikt zwischen autoritärem Vater und heiratsunwilliger Tochter, wäre es zu überbetont. Ann Todd, die die Rolle schon im Theater gespielt hatte, gibt eine etwas kühle Darstellung. Irgendwie nimmt der Zuschauer ihr nicht ganz ab, dass sie blind vor Liebe Emile all diese belastenden Briefe geschrieben haben soll. Wenn er nur ihr "Spielzeug" gewesen wäre, nähme ich ihr die Unvorsichtigkeit nicht ab. Auch der Erzähler erscheint mir manchmal überflüssig. Warum muss noch jemand ausplaudern, was sich der aufmerksame Zuschauer ohnehin schon denkt? Dennoch: Angesichts der Fülle der inszenatorischen Einfälle, runde ich gerne auf 5 Sterne auf.

Das Bild ist sehr gut restauriert, Originalton mit englischen Untertiteln.
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5.0 von 5 Sternen Der Kriminalfall als Psycho-Rätsel - Meisterwerk von David Lean, 20. Dezember 2009
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Madeleine - Restored [UK Import] (DVD)
"Madeleine" (GB 1950, 110 Min.) ist ein Drama von David Lean um psychologische Konflikte und Schuld nach einer wahren Begebenheit, die sich in Glasgow im 19. Jh. zugetragen hat. Die aus wohlhabender Familie stammende Madeleine Smith hat eine Affäre mit dem Schnorrer Emile de l'Angelier. Nach deren Beendigung möchte Emile Madeleine erpressen, offiziell ihrem Vater als künftiger Ehemann vorgestellt zu werden - andernfalls werde er ihm ihre Liebesbriefe aushändigen. Für Madeleine, die einem anderen versprochen ist, angesichts ihres durch und durch autoritären Vaters eine verzweifelte Lage.

Später ist Emile tot, gestorben an Arsen, und Madeleine wird des Mordes angeklagt. Das letzte Drittel des Filmes ist ein courtroom drama, mit ungewöhnlichem Ausgang. Insgesamt ist dies ein auf den ersten Blick verwunderlicher, irritierender Film, der ein paar Schwächen zu haben scheint, aber diese erweisen sich als geniale Stärken, denn dies ist kein Liebesdrama, kein Krimi, kein courtroom drama, auch kein period film noir, aber eine psychologische Studie. Im Grunde sind fast alle Figuren mit Ausnahme von Madeleine etwas holzschnittartig geraten. Emile ist als geiler Bock und Mitgiftjäger klar erkennbar, der Vater ist streng, die Schwester fügsam, die Dienerin nette Komplizin, der Staatsanwalt absurd theatralisch, der "offizielle" Verlobte anständig und moralisch, und so weiter... Aber deutet man das ein wenig tiefenpsychologisch als eine komplexe und gleichzeitig berührende Studie über eine Menschen- bzw. Frauenseele im Strudel der wechselseitigen Einflüsse, dann passt es. Madeleine ist im Zentrum und alle anderen sind nur Chiffren für die Einflüsse, die auf sie einströmen und sie zum Kentern zu bringen drohen. Und so klar die Bedeutung der Nebenfiguren zutage liegt, so subtil inszeniert Lean dennoch die Einflüsse, die sie auf Madeleine ausüben. Wichtig ist die Zeit kurz vor dem Tode Emiles (ca. 0'45 bis 1'00). Hier ist es uns verdammt schwierig, klare Orientierung zu finden, das ist nicht Hitchcockscher Suspense durch Informationsvorsprung, sondern Rätselhaftigkeit der Ereignisse. Allein die nur aus Andeutungen bestehende Montage, bevor Emile endgültig zusammenbricht, ist ein Meisterstück und lässt uns genauso im Dunkeln tappen wie das Gericht. Gemeinerweise streut Lean vorher kameratechnisch ein paar gezielt falsche Hinweise ein, die in tiefenscharfen Einstellungen bei gleichzeitig exponierten Gegenständen im Vordergrund unseren Blick auf etwas lenken, das wir dadurch für gefährlich und verdächtig halten. Aber wir müssen unsere Sehgewohnheiten hinterfragen, denn was hier gefährlich und verdächtig ist, steht noch lange nicht fest. Und wer inwieweit schuldig ist, auch nicht, streng genommen bis zum Ende nicht. Denn neben der kriminalistischen gibt es auch die psychologische (echte? gefühlte?) Schuld, und diesbezüglich entlässt uns Lean mit einer einzigartigen Kombination aus einer Besonderheit des schottischen Strafprozessrechts mit einer Großaufnahme Madeleines voll beunruhigender Ambivalenz.

Vielleicht ist Emile, die erwähnte Montage vor seinem Tode deutet es an, daran gestorben, dass er es nicht mehr schaffen konnte, in Madeleine, äh, einzudringen. Sie lässt ihn (mutmaßlich) nicht ins Haus, und bevor er zusammenbricht, fällt ihm sein immer wieder als Phallussymbol ins Bild gerückter Spazierstock zu Boden. Dass es Emile neben der Mitgift vor allem um Sex geht, daran lässt Leans Inszenierung keine Zweifel, und darin ist sie sehr gut. Abseits eines Volksfestes kommt es zum nicht ganz freiwilligen Akt, nach meiner Interpretation einer Vergewaltigung. Die Parallelmontage des ekstatische Tanzes und des Geschehens abseits erinnert an die Vergewaltigung von Lara in Leans "Dr. Schiwago" - nur war's da bei einem Volksaufstand statt bei einem Volksfest. Abseits der Bambule will Madeleine Emile das Tanzen beibringen, das reizt ihn offensichtlich auf, er beginnt mit seinem Spazierstock in der Hand zu tanzen. Als Madeleine ihm den wegnimmt und meint, mit sowas tanze man doch nicht, ist für Emile Schluss mit lustig... Schnitt, und eine der tanzenden Frauen schreit gerade besonders freudig erregt. Hinterher sehen wir Madeleines abgelegtes Cape.

Gelungen ist auch, wie Lean eine eigentlich schwierige Aufgabe löst: Warum verknallt sich eine junge Frau, die nicht nur aus gutem Hause, sondern offenbar auch klug ist, schnurstracks in einen Mann, den Lean als Schnösel zu zeigen sich reichlich Mühe gibt? Es wird in den ersten Minuten des Filmes klar, wie erschreckend in ihrer Selbstverständlichkeit die familiären Rituale des Devoten sind. Es wird gleichzeitig klar, dass Madeleine anders als andere ist, eine Seele auf der Suche nach einem Sinn und vielleicht einem Abenteuer, und beides kann ihr das Establishment nicht geben. Sie kann französische Lieder am Klavier singen und weiß sogar, was sie bedeuten. Sie geht beim Einzug in das neue Haus nicht zuerst in die prunkvollen öffentlichen Säle, sondern ist sofort fasziniert vom kargeren, aber auch geheimnisvolleren, abseitigeren, intimen Zimmer, von dem aus ein Gitterfenster im Souterrain einen Blick auf das Draußen, die Straße freigibt - einen Blick, der immer nur einen Teil der Menschen zeigt und damit genauso viel Verlockung wie Geheimnis bereithält. Gleichzeitig zeigt dieses Zimmer Madeleine als Gefangene. Natürlich wird Madeleine ihren Stenz kennenlernen durch Wahrnehmungen, später Begegnungen an diesem Fenster: Das Klackern des Stocks am Gitter ("Ich will hier rein" - in die reiche Familie und in ---), der Klang der Schritte, das Hereinfallenlassen eines Briefes, das Reichen der Hand. Solche Verlockungen werden umso verständlicher, als klar ist, dass Madeleine mit ihrem Vater nicht offen sprechen kann. Oftmals schaut sie ihn im Dialog bewusst nicht an, und einmal steht sogar die Kommunikation durch einen Spiegel für das Nicht-sagen-Können wichtiger Wahrheiten und innerer Regungen, für die Vor-Spiegelung des konventionell Erwarteten. Lean nutzt Orte, Spiegel, Montagen, Bewegungen für Seelenzustände. Und am Ende ist Madeleine ganz auf sich selbst gestellt, das close-up als letzter tiefster Blick in die Seele. Aber auch der erklärt nicht alles. Ein rätselhafter und faszinierender Film.
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