Vor dieser Veröffentlichung hatte ich ehrlich gesagt Angst, einerseits war auch ich in großer Erwartung zu dieser Zeit, andererseits war mit bewußt, das es sich um das "letzte Queen Album" mit Freddie handeln würde. Dann die Gedanken, die ich mir machte, wie denn so die allerletzten Songs mit und von Freddie auf mich wirken könnten, ich bin ein emotionaler Mensch und bei Queen gerate ich schnell in eine Situation, wo ich besser nichts mehr sage, wenn es zu emotional wird.
Aus diesem Grunde habe ich bisher auch nicht ein Wort zu "Made in heaven" geschrieben. Mir fehlte der Ansatz und ich wollte mich auch nicht mit meinen Emotionen lächerlich machen...
Mir schwirrten seinerzeit Gedanken durch den Kopf wie: "Wie ist das für die 3 verbliebenen Queen-Mitglieder im Studio, wenn der Sänger vom Band kommt, nicht anwesend ist, sich nicht einbringen kann und man das, was man zur Verfügung hat in bestmöglicher Art und Weise auf's Band bringen möchte..."
Wie geht man mit Texten wie in "Mother Love" oder "A winter's tale" um, wenn man einerseits emotional ergriffen ist, andererseits als Musiker sein Bestes geben will...
Was für Emotionen kommen in einem hoch, wenn man den Schlußvers singen muß, weil Freddie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geschafft hat (Mother Love) und wie ist es, zu wissen, das man die Gratwanderung schaffen muß, nicht in den Verdacht von "Leichenfledderei" zu geraten.
Nun, ich denke, dieses Album ist der Beweis für die Band, für das interne Gruppenverständnis und für die Absicht, kein peinliches Flickwerk abzuliefern. "Made in Heaven" ist viel mehr als das, es ist der gelungene Abschluß, der unfreiwillige Abschluß einer großartigen Karriere und dennoch auch eine musikalische Leistung, die sich auszeichnet, indem man wirklich das Optimale umgesetzt hat, was zur Verfügung stand. Ich bin sicher, das es noch Songfragmente gibt, die ein Album mit "lauter neuen Songs" ermöglicht hätte, aber man hätte vermutlich den hohen Stand dann nicht halten können.
So griff man lieber auf Titel zurück, die bereits in anderer Form schon einmal veröffentlicht wurden.
Es gibt so viele Beispiele von verunglückten Veröffentlichungen, die man unter dem Aspekt "postum" oder "posthum" was ist denn die richtige Aussprache) heraus bringt...
"Made in heaven" ist dreierlei; das letzte Queen Album mit Freddie, das einzige Album, wo man bereits bekannte Titel verwendet hat, und das einzige Album, wo man noch neue Titel findet, die garantiert erschienen wären, was man nicht generell bei "unveröffentlichten" Ausgrabungen sagen kann.
"Made in Heaven" ist daher die Verbeugung von Brian, Roger und John vor Freddie, und mit dem Wissen um die Umstände, wie dieses Album dann doch noch entstanden ist, braucht man über die Qualität kein Wort mehr verlieren.
"Made in Heaven" ist "dem immortal Spirit von Freddie Mercury gewidmet", gleichzeitig sehe ich es auch als Dankeschön der Band an ihre Fans...
Ich kann mir dieses Album nur anhören, wenn ich das Gefühl habe, mich dieser Situation immer wieder auf's neue bewußt gemacht zu haben...
Mag ebenfalls etwas komisch klingen, aber "einfach so" lege ich "Made in heaven" garantiert nicht auf...
Bei allen anderen Queen-Alben ist das anders, hier nicht.
Sorry, über etwaige "Klangverbesserungen" oder ähnliche Nebensächlichkeiten vermag ich in diesem einen Falle
keine Worte zu finden. Zumals das Album 1995 erschienen ist und aufnahmetechnisch höchst anspruchsvoll war und ist. Es gehört zur Strategie der Plattenfirmen, neue Kaufanzeize durch "Remastering" zu schaffen, in diesem Falle wäre das m.E. nicht notwendig gewesen. Die Bonus-Titel sind es, die den erneuten Kaufanreiz bieten. Ich würde es mir auch als kratzende Vinylausgabe anhören...
Es gehört vieleicht nicht in eine CD-Rezension; aber zum 65. Geburtstag von Freddie Mercury sind zahlreiche Bücher erschienen, was ich generell gut finde. Allerdings finde ich nur die Bücher gut, die sich mit der Karriere dieses Künstlers und der Band "Queen" beschäftigen. "Enthüllungsbücher", die explizit den Leidensweg dieses Menschen zum "Produkt" machen lehne ich ab. Ich sage nicht, das solche Bücher nicht geschrieben werden sollten, allerdings bin ich stolz darauf, an solchen "Werken" aus tiefstem Herzen KEIN Interesse zu haben. Privates sollte Privat bleiben, wie groß die Leiden von Freddie und Allen, die an dieser und anderen fürchterlichen Krankheiten gestorben sind und noch sterben werden waren und sind, istwohl Allgemein bekannt, und wenn man den Maßstab zu Grunde legt, was man selbst über sich "öffentlich" lesen möchte oder nicht, beantwortet sich diese Frage im Grunde von selbst. Aber das muß jeder für sich selbst entscheiden dürfen. Ich verweise an dieser Stelle an den Text von dem Song "Scandal" aus dem Album "The Miracle". Nein, ich bin kein Moralapostel.