Nach dem Debüt-Klassiker "Rolle mit Hip Hop", mit dem Afrob schon zu den absoluten Größen im deutschen Hip Hop aufgestiegen ist, veröffentlichte Afrob nun sein "Made in Germany", das mit Afrob`s erstem Album, da schließe ich mich meinen vorigen Rezensenten an, nicht mehr viel gemein hat.
Dennoch überzeugt es - textlich wie von den Beats her, obwohl Afrob von A bis Z eine neue Richtung einschlägt.
"Ich war mal Entertainer" rappt Robbe auf dem Album, was deutlich sein neuen Stil aufzeigt: Er möcht nicht mehr als Party-Rapper hingestellt werden, das merkt man daran, dass die unbeschwerten und teils fetzigen Party-Tracks fehlen, die den Reiz von "Rolle mit Hip Hop" ausgemacht haben. Seine neuen, intelektuelleren Reime wirken leider manchmal etwas bemüht bzw. aufgesetzt, aber wenn man versucht, mehr in seine Texte hineinzuinterpretieren, versteht man das auch. Die besten Tracks des Albums sind für mich "Return to Reimemonster" (reicht meiner Meinung nach sehr wohl an das Original heran), "Arab" (mit einem beeindruckenden Gentleman), "Wenn Ich" (mit einem tiefgründigeren Text), "Öffne deine Augen" (gutes Duo mit Flame) und "Made in Germany", was aber vor allem vom coolen Hook lebt.
Alle Songs die ich genannt habe, sind die Lieder zu Beginn des Albums, die am Schluß sind zwar auch ordentlich, aber nichts außergewöhnliches.
Fazit: Ein guter Kontrast zu "Rolle mit Hip Hop" von Afrob, dessen Fans auch diesmal zuschlagen dürfen (trotz Eingewöhnung an Afrobs neuen Style). Den Kultstatus und Verkaufserfolg des Vorgängers hat "Made in Germany" trotzdem nicht erreicht, da die Nachdenklichkeit keine allzu breite Masse anspricht und manchmal mit den Beats etwas zu aufgesetzt wirkt. Aber wer tiefer schürft, kommt hinter die Texte und wird mit einem sehr guten Album belohnt.