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Madame Bovary: Ungekürzte Ausgabe Hörkassette – Audiobook, 1987


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Produktinformation

  • Hörkassette
  • Verlag: Universal Vertrieb (1987)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3932784952
  • ISBN-13: 978-3932784958
  • Größe und/oder Gewicht: 17,5 x 11,8 x 7,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (69 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.898.773 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Den meisten ist die Tragödie der Madame B. wohl bekannt, einige wollen sie wieder lesen, manche haben, aus welchen Gründen auch immer, noch nichts von ihr gehört und viele waren bis jetzt zu jung, um sie zu kennen. Flauberts Werk zählt zu den zeitlosen Klassikern, die wegen ihrer nicht abreißenden Aktualität immer wieder aufgelegt werden. Bücher, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte für gut gehalten werden, haben viele Ebenen, auf denen man sie lesen, verstehen und interpretieren kann. Madame Bovary gehört dazu. Kritiker und Literaturwissenschaftler befinden sich, was die Analyse des Mythos Emma Bovary betrifft, schon immer im Widerstreit. Auch das zeichnet ein universales Werk aus. Es läßt sich in keine Schublade stecken.

Wer war Madame Bovary? War sie ein Opfer ihrer Umwelt oder ein Opfer ihrer selbst? War sie sehr einfältig oder besonders gerissen? Was macht Madame für viele noch heute so faszinierend? Vielleicht ist das nicht abreißende Interesse mit den unendlichen Interpretationsmöglichkeiten ihres Charakters und ihres Schicksals zu erklären oder mit den vielen Spekulationsmöglichkeiten über das, was vermeidbar gewesen wäre und das, was unvermeidbar war. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Gegenüberstellung von verschiedenen Personen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort: während die einen ihren Aufstieg erleben, müssen die anderen unaufhaltsam ihrem Niedergang ins Auge blicken.

Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen.

Gustave Flaubert zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts, wie auch George Sand, die etliche Romane unter ihrem männlichen Pseudonym veröffentlichte. Die beiden verband eine siebzehnjährige Freundschaft, in der Flaubert seiner Freundin oft durch Briefe über den Fortgang seines Werkes berichtet. Er beneidet Sand dafür, wie sie Nacht für Nacht ihre Romane einfach, ohne die Feder abzusetzen, auf das Papier niedergießt, während er in minutiöser Kleinarbeit jedes einzelne Wort unzählige Male abwägt, bevor er es gelten läßt. Immerhin, diese akribische Kleinarbeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk entstanden.

Eventuell könnte die Sprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie Flaubert sie verwendet, in den Ohren des einen oder anderen Lesers etwas ungewohnt klingen, aber das ist Geschmackssache. Eher hebt sie die Atmosphäre der Zeit hervor, in der Madame B. gelebt und gelitten hat.

Das Thema bleibt brennend: Befreiung oder Untergang? Selbstverwirklichung oder Unterwerfung ? Welcher Pfad wurde an den Scheidewegen des Lebens jeweils eingeschlagen, der Richtige oder der Falsche? Wo liegen die persönlichen Fehler, wo die der Umwelt? Kurz: Wieviel Einfluß hat der Mensch auf seinen Charakter und sein Schicksal? Die Geschichte der Madame Bovary läßt viele Antworten zu. Für jeden eine. --Daphne Großmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"... Der Roman der Emma Bovary wurde zu einem Skandalerfolg, man las aus ihm vorab die Schilderung der 'Sitten-Losigkeit' einer provinziellen Ehebrecherin und machte dem Dichter den Prozeß. Flaubert, der in der Tat das bürgerliche Maß gesprengt hatte, wurde freigesprochen und war als Schriftsteller über Nacht ein großer Name" (Jean Amery).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Riotgun am 29. März 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Dass Frankreich im 19. Jahrhundert großartige Romane hervorgebracht hat, zeigt Gustave Flauberts 'Madame Bovary', das nicht umsonst als d e r Ehebruch-Roman in der Weltliteratur gilt, einer 'Effi Briest' Fontanes zum Trotz.

Um 1848 verfasst, aber erst 1857 in Buchform veröffentlicht, erzählt der Roman die Leidensgeschichte der Emma Bovary, der eine vorschnell geschlossene Ehe mit dem eher simpel gestrickten, aber gutherzigen Arzt Charles Bovary zum Verhängnis wird. In die engen Bande der kleinbürgerlichen Provinz um Rouen eingezwängt, flüchtet sich die intelligente und passionierte Romanleserin in zwei Liebschaften, welche sie über die Tristesse und Eintönigkeit des Dorfalltags in Yonville hinwegtrösten. Dass sie dabei eine grenzenlose Naivität und Weltfremdheit an den Tag legt, hindert sie nicht daran, ihre gesamte Familie ins Unglück zu stürzen, eine Familie, an der ihr herzlich wenig liegt, ist sie doch dazu bereit, ihre Tochter zurückzulassen, um mit Rodolphe, einem Dandy der Umgebung, der Emma eigentlich nur als weitere Eroberung betrachtet, durchzubrennen.

Emmas Naivität liegt darin begründet, dass sich die Welt der Romane eben nicht so ohne weiteres auf das Leben übertragen lässt und obwohl sich das Schicksal der Figur bereits sehr früh andeutet, schafft es Flaubert, die Geschichte mit einer Tragikomik und einer zum Ende hin packenden Dramatik zu versehen, als sich die Schlinge um Emma immer fester zerrt und in ein dramatisches Finale mündet. Wie wunderbar zu Flaubert charakterisieren in der Lage ist, wird gerade gen Ende des Romans deutlich.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ben am 10. Mai 2010
Format: Gebundene Ausgabe
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die Jahrhundertromane Madame Bovary (Flaubert), Effi Briest (Fontane) und Anna Karenina (Tolstoi) erschienen und haben für Wirbel und Skandal gesorgt. Alle drei Romane beschreiben Frauen, die ihre Ehe als Gefängnis wahrnehmen, versuchen daraus auszubrechen und schließlich scheitern. In allen drei Romanen spielen die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse eine tragende Rolle für das Gefühl des Gefangenseins und auch das Scheitern ohne dass diese durch die Autoren angeprangert würden. Somit sind diese Romane keine Emanzipationsromane oder Frauenromane, auch wenn sie einen Wandel im Rollenverständnis ihrer Zeit repräsentieren. Die Romane gelten heute als der Beginn des realistischen Romans, weil eben Charaktere und Gesellschaft wirklichkeitsnah abgebildet wurden.

Madame Bovary wächst in ärmlichen bäuerlichen Verhältnissen auf, sie gelangt durch Heirat in bürgerliche Verhältnisse und träumt lebenslang von einem Aufstieg in die Oberschicht. Sie ist das Paradebeispiel einer hysterischen Persönlichkeit, wie sie in den heutigen westlichen Gesellschaftsformen kaum noch anzutreffen ist. Sie ist dabei dumm, genusssüchtig und vollkommen auf sich selbst fixiert. Sogar ihr eigenes Kind nimmt sie nicht wahr, sondern spannt es allenfalls in ihre hysterischen Auftritte wirkungsvoll ein. Der mehrfache Ehebruch ohne Ehemann oder Liebhaber wirklich zu lieben, ist dabei nur eine hysterische Eskapade, genauso wie der völlig zügellose Kaufrausch in den sie sich begibt. Die psychologisch dichte Beschreibung der haltlosen Emma Bovary ist für mich ein Meisterwerk der Literatur.
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55 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von K. Kramer am 25. November 2008
Format: Gebundene Ausgabe
An all die, die mit dem Gedanken spielen, sich dieses Buch zu bestellen:

Ich habe diese Ausgabe von "Madame Bovary" vom Kaiser-Verlag gekauft und bin sehr unzufrieden damit !!!
Da ich zur Zeit in Toulouse französische Literatur studiere und wir gerade diesen Roman von Flaubert besprechen, habe ich mir die Übersetzung gekauft.
Leider handelt es sich weder um eine sinngemäße noch um eine wortgetreue Übersetzung, manche Passagen sind sogar einfach nicht übersetzt und weggelassen worden!!
Mit diesem Buch kann man nicht arbeiten, jedenfalls nicht, wenn man sich mit Flaubert beschäftigen will, da seine großartige Arbeit, die Ironie und das faszinierende Spiel mit Formulierungen in diesem Buch überhaupt nicht zur Geltung kommen.
Das Buch ist voll mit Rechtschreibfehlern und grammatisch vollkommen falsch konstruierten Sätzen, dazu kommen die haarsträubenden, stümperhaften Übersetzungen, die den Roman falsch darstellen!
Ich kann nur empfehlen, sich dieses Buch nicht anzuschaffen, es lohnt sich nicht!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Parnassia am 11. Januar 2008
Format: Taschenbuch
Eine super Einführung in "Flaubert"! Ich war ja sehr skeptisch, ob mein französisch für einen Klassiker reicht, hatte aber gute Erfahrungen mit anderen, ungekürzten roten Reclam-Heften gemacht, also griff ich zu (in einer Bahnhofsbuchhandlung beim Warten). Die Einleitung sprach mich sehr an: "Was kommt nach dem Happy End? Junge Arztfrau langweilt sich zu Tode in spießiger Kleinstadt. Unter Berücksichtigung moderner Marketing-Strategien und ihrer Folgen." Die Kürzung ist gelungen, zumal alle Stellen deutlich gekennzeichnet sind und für längere Passagen kurze Zusammenfassungen angegeben sind. Natürlich war ich dann doch neugierig, was da weggefallen ist. Da half ich mir mit einer deutschen Ausgabe, die in der Verwandschaft zu finden war. Selten hat mich ein Erzählstil so fasziniert wie hier bei meiner ersten Flaubert-Lektüre, und beim Vergleich mit der Übersetzung wurde auch gleich klar, dass die Ursprache nicht zu ersetzen ist. Vielen Dank für dieses "niederschwellige Angebot" zur Klassiker-Lektüre. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Flaubert.
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