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Madame Bovary: Roman. Herausgegeben und übersetzt von Elisabeth Edl [Gebundene Ausgabe]

Elisabeth Edl , Gustave Flaubert
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

24. September 2012
Emma Bovary ist eine der faszinierendsten Frauen der Weltliteratur. Sie lebt in der Provinz und träumt von großer Leidenschaft, großer Liebe und großem Leben. Gelangweilt von ihrer Ehe mit dem Landarzt Charles, sucht sie die ersehnten Erregungen bald im Ehebruch, doch sie scheitert an ihrem Verlangen und ihrer Umwelt. Als das Buch 1857 in Frankreich erschien, wurde Flaubert wegen „Unmoral“ der Prozess gemacht. Zugleich begann „Madame Bovarys“ Ruhm als der vollkommenste Roman der Geschichte und Gründungsroman der literarischen Moderne. Elisabeth Edl hat eine Neuübersetzung geschaffen, die zeigt, worin Flauberts unvergleichliche Modernität liegt.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 760 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (24. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446239944
  • ISBN-13: 978-3446239944
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 51.686 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Eine wunderschöne, wunderbar lesbare Übersetzung. Und ein Buch, das frühere Ausgaben sichtlich überragt." Klaus Bellin, Lesart 3/12

„Es gibt viele Ehebruchsgeschichten in der Literatur ... aber nur wenige sind über Zeiten und Moden hinweg populär geblieben, und noch weniger haben die Fantasie der Leser(innen) so anhaltend beschäftigt wie Emma Bovary.“ Stefana Sabin, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 28.10.12

„Elisabeth Edl ist eine Meisterin ihres Fachs... Dank der neuen ,Madame Bovary' wird Flaubert erstmals auch auf Deutsch als Sprachkünstler erlebbar.“ Edi Zollinger, Neue Zürcher Zeitung, 31.10.12

„Mit der großartigen Übersetzung von Flauberts ,Madame Bovary' wird ein Meisterwerk neu entdeckt. ... Was einen bis heute bei jeder Lektüre jubeln und frösteln lässt, ist Flauberts Stil. Er ist vollkommen in der Schönheit, der Genauigkeit und der klischeefreien Wahrheit.“ Andreas Isenschmid, Die Zeit, 06.12.12

„Ein Prachtstück von einem Klassiker.“ Brigitte, 28.11.12

"Eilsabeth Edl findet in ihrer Übersetzung einen Ton, der Flauberts beißende Ironie, die manchmal grob, dann wieder sehr versteckt sein kann, überzeugend trifft." Georg M. Oswald, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. 12.12

"Eine der aufwendigen und leserfreundlichen Klassikereditionen des Hanser Verlags." Die Welt, 05.01.13

Über den Autor

Gustave Flaubert, 1821 in Rouen geboren, starb 1880 in Croisset.

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5.0 von 5 Sternen Madame Bovary und die Sitten in der Provinz 27. Oktober 2012
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman ist vor rund 150 Jahren eschienen, seither liegen siebenundzwanzig Übersetzungen - u. a. von René Schickele, von Hans Reisiger und Caroline Vollmann - vor. Jetzt gibt es eine neue Übersetzung von "Madame Bovary", diesem Roman schlechthin vor, die - man ist geneigt zu sagen - ultimative Übertragung durch Elisabeth Edl.

Am 19. September 1851 schreibt Gustave Flaubert (1821-1880) das erste Wort eines Romans, der wie kein anderer die Literatur revolutionieren sollte: "Madame Bovary". Dieses Buch - der "Roman aller Romane", wie Theodor W. Adorno formulierte - ist zu einem Mythos geworden. "Madame Bovary" ist der erste moderne Roman. Das gilt für Stil und Konstruktion, das gilt aber und vor allem für seinen Inhalt.

Der Roman erzählt die Geschichte von Emma Bovary, die seit Generationen die Leser begeistert. Emma ist zum Inbegriff der Leidenschaften, der Liebe, der Unmoral, der Träume vom großen Leben in der kleinen Provinz geworden. Diese Madame Bovary ist eine der faszinierendsten Frauengestalten der Weltliteratur. Und: Dieser Roman ist eine exemplarische Darstellung der "Sitten in der Provinz", ihrer Beschränktheiten, ihrer Dummheit - wie der Untertitel gleichsam provozierend lautet; er ist ein außergewöhnliches Zeit- und Sittenbild.

Die schöne Emma Bovary langweilt sich in der Provinz, in dem Nest Yonville-l’Abbaye, und mit ihrem Mann Charles Bovary, einem bescheidenen Landarzt. Sie träumt von großer Leidenschaft und großer Liebe. Sie versucht, ihre Träume zu verwirklichen. Aus ihrer Langeweile bricht sie aus. Sie sucht Liebe und Lust und „Abwechslung“. Und findet sie zum Beispiel bei dem Provinz-Casanova Rodolphe und später beim Kanzlisten Léon. Ehebruch also. Dazu kommen ihre Vergnügungs- und Verschwendungssucht. Doch ihr Glück findet sie nicht. Die Liebschaften erledigen sich wie von selbst. Die Schulden wachsen ihr über den Kopf, Familie ist nicht mehr. Emma Bovary scheitert an sich selbst, an ihren hohen Erwartungen und an den Moralvorstellungen ihrer Zeit. Und sie scheitert nicht zuletzt an an der Gesellschaft in diesem Provinzkaff Yonville, vertreten vor allem durch den Apotheker und Möchte-gern-Aufklärer Homais, durch den bigotten Pfarrer Bournisien, den Kaufmann und Wucherer Lheureux.und die ganze kleinkarierte und selbstgerechte provinzielle Gesellschaft. Am Ende erscheint Emma der Tod durch Gift als die letzte Lösung.

Das Buch wurde bei seinem Erscheinen 1857 zum Skandal. Der Autor Gustave Flaubert, der von sich behauptet hat, "Madame Bovary c’est moi", musste sich vor Gericht verantworten: angeklagt der Verletzung der öffentlichen Moral und der Religion. Verherrlicht die Hauptfigur "doch den Ehebruch, singt sie das Hohelied des Ehebruchs, seine Poesie, seine Lüste….", so die Anklage. Flaubert wurde jedoch freigesprochen. Und das Buch beginnt seinen Siegeszug durch die die Zeit und die Weltliteratur.

"Madame Bovary? Das ist ein Buch, das Sie alle zwei Monate lesen können, es ist immer neu". So der französische Schriftsteller Pierre Michon. Recht hat er. Und so lesen wir jetzt "Madame Bovary", erneut. Und zwar in der Übersetzung von Elisabeth Edl. Was aber zeichnet die Übersetzung von Elisabeth Edl, die nicht nur wegen der glanzvollen Übersetzung von Stendhals "Rot und Schwarz" auf sich aufmerksam gemacht hat, aus? In einem Interview hat sie einmal erklärt, welchen Anspruch sie an sich selbst gestellt hat: "Und eigentlich sieht man ja unmittelbar an jedem Satz, welche Rolle Melodie und Rhythmus spielen, wie kunstvoll alles gebaut ist… Diese Kunstgestalt muss eine Übersetzung hörbar machen". Das ist ihr in hohem Maße gelungen.

Vor allem aber galt es, Flauberts extremen Anspruch an sich selbst gerecht zu werden. Gustave Flaubert war äußerst korrekt, stets um den richtigen Ausdruck bemüht - er brüllte seine Sätze, bevor er sie niederschrieb - was seine Wortwahl, was Klang und Rhythmus betraf. Diese Genaugkeit legt auch Elisabeth Edl zugrunde, wie sie im Anhang "Zu Sprache und Übersetzung" überzeugend deutllich macht. Sie behauptet zwar, dass man dem "stilistischen Rang und den ästhetischen Charakter" Flauberts in einer Übersetzung nie nachvollziehen kann, wir als Leser glauben aber gern, dass sie ihm zumindest sehr, sehr nahe gekommen ist.

Ein weiterer Vorzug dieser Neuausgabe ist der fundierte Anmerkungsapparat, sind die Aussagen zur Übersetzung - hier zeigt sich die angesehene Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Edl. Und die erstmalige Veröffentlichung sowohl der Anklageschrift als auch des Plädoyers des Verteidigers und nicht zuletzt Charles Baudelaires Text über "Madame Bovary", beleuchten für den Leser die Hintergründe, die diesen Roman zu dem machen, was er ist. Vor allem aber ist er ein außerordentliches Lesevergnügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Was für ein Skandal! Die Staatsmacht sah die öffentliche Moral durch den Schmierfinken Gustave Flaubert derart gefährdet, dass sie den zu diesem Zeitpunkt noch recht unbekannten Schriftsteller vor Gericht zerrte. Auch wenn Flaubert 1857 freigesprochen wurde, stellt sich die Frage, warum "Madame Bovary" vor gut 150 Jahren die Gemüter so hochkochen ließ, heute jedoch als einer der besten Romane der Literaturgeschichte gilt. Nach der Lektüre ist klar: Die Geschichte der Landpomeranze Emma, die den dümmlich-naiven Charles Bovary heiratet und sich anschließend in heiße Affären mit dem Schürzenjäger Rudolphe sowie dem nachdenklichen Leon stürzt, ist von immerwährender Aktualität, spannend zu lesen und voll von bitterbösem Humor.

Vor allem der gnadenlosen Charakterisierung nahezu aller beteiligten Personen, die nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig lässt, ist es zu verdanken, dass "Madame Bovary" ein unvergessliches Leseerlebnis darstellt. Gleich zu Beginn stürzt sich der Erzähler auf Charles Bovarys Kopfbedeckung, "deren stumme Hässlichkeit die gleiche ausdrucksvolle Tiefe besitzt, wie das Gesicht eines Idioten" (12). Flaubert gelingt es, durch eine detaillierte Beschreibung von scheinbar Nebensächlichem seine Figuren sowie deren Umgebung zum Leben zu erwecken. Seine Erzähltechnik der freien indirekten Rede offenbart das Innenleben der beteiligten Personen, wobei die wertende und zumeist höchst ironische Stimme des Erzählers stets mitschwingt. Exemplarisch wird das deutlich, wenn man sich Emma anschaut, die langsam zu realisieren beginnt, dass ihr Leben sie anödet: "Alles, was sie direkt umgab, langweiliges Ackerland, schwachsinnige Kleinbürger, Mittelmaß des Lebens, schien ihr eine Ausnahme auf der Welt, ein besonderer Zufall, in dem sie gefangen saß, und jenseits davon erstreckte sich ins Unendliche das weite Land von Seligkeit und Leidenschaft" (82). Selbst beim Essen einer Suppe wird Emma an die Armseligkeit ihrer Existenz erinnert, "und mit dem Dampf des Suppenfleisches stiegen vom Grund ihrer Seele immer weitere Ekelschwaden" (91).

Gebannt verfolgen wir Emma auf ihren Wegen und Abwegen bis zu ihrem tragischen Ende. Doch der Roman erlaubt kein klares Urteil, sondern bietet viele Möglichkeiten der Interpretation an: Emma, das verwöhnte Gör, die von Selbstsucht getrieben, ihren treuen Ehegatten hintergeht, oder die von Familie und Gesellschaft unterdrückte Frau, deren Eskapaden nichts weiter als einen Schrei nach Freiheit darstellen; der Leser muss selbst entscheiden.

Fazit: Tragisch, unterhaltsam, witzig, bösartig, ironisch, immer zweideutig; "Madame Bovary" ist in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu Recht zu einem Klassiker geworden und hat maßgeblich die Epoche der literarischen Moderne vorhergesehen.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen madame bovary, übersetzt von elisabeth edl 23. Dezember 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
endlich eine bovary-übersetzung die diesen namen verdient, die in rhythmus und sprachmelodie sich so nahe wie möglich dem unübertreffbaren original annähert, mit einem sprachgefühl, neben dem das meiste des heute geschriebenen verblasst: bravo. und spannend nicht nur der roman, sondern daneben in der mustergültig kommentierten ausgabe auch die plädoyers von anklage und verteidigung, bei denen heutige kritiker, die das lesen verlernt haben, dieses wieder lernen könnten.
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