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Madame Bovary. [Taschenbuch]

Gustave Flaubert , Maria Dessauer
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 2004 --  
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Kurzbeschreibung

2004
Emma wuchs auf einem kleinen Hof auf. Als sie den Landarzt Karl Bovary kennenlernt, heiratet sie ihn und verspricht sich dadurch ein schöneres und aufregenderes Leben als sie es bisher hatte. Jedoch tritt auch mit Karl Bovary schnell der Alltag ein und Emma drängt Karl, seine Praxis in eine größere Stadt zu verlegen. Sie ziehen nach Yonville wo für Emma endgültig alles besser werden sollte. Doch dem ist nicht so. Auch die Geburt der gemeinsamen Tochter ändert nichts an ihren ständigen Depressionen und Stimmungsschwankungen. Nach einiger Zeit lernt Emma den Grundbesitzer Rudolphe kennen und plant mit ihm zu fliehen. Bevor ihr dies gelingt, verlässt Karl sie jedoch. Da Emma schwer erkrankt, kommt Karl wieder zurück zu ihr, pflegt sie gesund und geht mit ihr ins Theater. Im Theater treffen beide jedoch Léon nach langer Zeit wieder und Emma beginnt mit ihm eine Affäre
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 454 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458347119
  • ISBN-13: 978-3458347118
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (50 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 695.507 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Den meisten ist die Tragödie der Madame B. wohl bekannt, einige wollen sie wieder lesen, manche haben, aus welchen Gründen auch immer, noch nichts von ihr gehört und viele waren bis jetzt zu jung, um sie zu kennen. Flauberts Werk zählt zu den zeitlosen Klassikern, die wegen ihrer nicht abreißenden Aktualität immer wieder aufgelegt werden. Bücher, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte für gut gehalten werden, haben viele Ebenen, auf denen man sie lesen, verstehen und interpretieren kann. Madame Bovary gehört dazu. Kritiker und Literaturwissenschaftler befinden sich, was die Analyse des Mythos Emma Bovary betrifft, schon immer im Widerstreit. Auch das zeichnet ein universales Werk aus. Es läßt sich in keine Schublade stecken.

Wer war Madame Bovary? War sie ein Opfer ihrer Umwelt oder ein Opfer ihrer selbst? War sie sehr einfältig oder besonders gerissen? Was macht Madame für viele noch heute so faszinierend? Vielleicht ist das nicht abreißende Interesse mit den unendlichen Interpretationsmöglichkeiten ihres Charakters und ihres Schicksals zu erklären oder mit den vielen Spekulationsmöglichkeiten über das, was vermeidbar gewesen wäre und das, was unvermeidbar war. Nachdenklich macht auf jeden Fall die Gegenüberstellung von verschiedenen Personen zur gleichen Zeit und am gleichen Ort: während die einen ihren Aufstieg erleben, müssen die anderen unaufhaltsam ihrem Niedergang ins Auge blicken.

Madame Bovary ist eine Tochter aus bürgerlichem Hause, die mit einem einigermaßen erfolgreichen Landarzt verheiratet wird. Voller Illusionen und großer Mädchenträume stürzt sie sich in die Ehe, die sie bald bitter enttäuscht. Nachdem sich die Liebesgefühle für ihren angetrauten Mann als oberflächlich und flüchtig erweisen, macht sich statt Leidenschaft, Anbetung und wahrer Liebe nur eine unerträgliche Leere in ihrem Herzen breit. Nicht mal Luxus ist ihr beschert. Ihr Mann arbeitet von morgens bis spät abends, um ihren mäßigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können.

Emma Bovary flüchtet sich in lebensferne Romane und durchlebt in Abständen Phasen von Hysterie. Später stürzt sie sich in heimliche Liebesaffären, von denen sie sich ein ewig andauerndes Glück erhofft. Nebenbei versucht sie ihren bohrenden Lebenshunger mit dem Kauf kostbarer Teppiche, wertvoller Möbel und edler Stoffe zu stillen, wobei sie maßlos über ihre Verhältnisse lebt. Emma begreift nicht, daß die Leidenschaft trotz ihrer berauschenden Höhepunkte ein hartes Brot ist, von dem allein man nicht existieren kann. So muß sie am Ende für ihr blindes Umherirren und ihre verzweifelten Ausschweifungen teuer bezahlen.

Gustave Flaubert zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts, wie auch George Sand, die etliche Romane unter ihrem männlichen Pseudonym veröffentlichte. Die beiden verband eine siebzehnjährige Freundschaft, in der Flaubert seiner Freundin oft durch Briefe über den Fortgang seines Werkes berichtet. Er beneidet Sand dafür, wie sie Nacht für Nacht ihre Romane einfach, ohne die Feder abzusetzen, auf das Papier niedergießt, während er in minutiöser Kleinarbeit jedes einzelne Wort unzählige Male abwägt, bevor er es gelten läßt. Immerhin, diese akribische Kleinarbeit hat sich gelohnt. Es ist ein Meisterwerk entstanden.

Eventuell könnte die Sprache des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wie Flaubert sie verwendet, in den Ohren des einen oder anderen Lesers etwas ungewohnt klingen, aber das ist Geschmackssache. Eher hebt sie die Atmosphäre der Zeit hervor, in der Madame B. gelebt und gelitten hat.

Das Thema bleibt brennend: Befreiung oder Untergang? Selbstverwirklichung oder Unterwerfung ? Welcher Pfad wurde an den Scheidewegen des Lebens jeweils eingeschlagen, der Richtige oder der Falsche? Wo liegen die persönlichen Fehler, wo die der Umwelt? Kurz: Wieviel Einfluß hat der Mensch auf seinen Charakter und sein Schicksal? Die Geschichte der Madame Bovary läßt viele Antworten zu. Für jeden eine. --Daphne Großmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

-Monsieur Gustave Flaubert, der Sohn und Bruder ausgezeichneter Ärzte, führt die Feder wie andere das Skalpell.- (Sainte-Beuve) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Riotgun
Format:Gebundene Ausgabe
Dass Frankreich im 19. Jahrhundert großartige Romane hervorgebracht hat, zeigt Gustave Flauberts 'Madame Bovary', das nicht umsonst als d e r Ehebruch-Roman in der Weltliteratur gilt, einer 'Effi Briest' Fontanes zum Trotz.

Um 1848 verfasst, aber erst 1857 in Buchform veröffentlicht, erzählt der Roman die Leidensgeschichte der Emma Bovary, der eine vorschnell geschlossene Ehe mit dem eher simpel gestrickten, aber gutherzigen Arzt Charles Bovary zum Verhängnis wird. In die engen Bande der kleinbürgerlichen Provinz um Rouen eingezwängt, flüchtet sich die intelligente und passionierte Romanleserin in zwei Liebschaften, welche sie über die Tristesse und Eintönigkeit des Dorfalltags in Yonville hinwegtrösten. Dass sie dabei eine grenzenlose Naivität und Weltfremdheit an den Tag legt, hindert sie nicht daran, ihre gesamte Familie ins Unglück zu stürzen, eine Familie, an der ihr herzlich wenig liegt, ist sie doch dazu bereit, ihre Tochter zurückzulassen, um mit Rodolphe, einem Dandy der Umgebung, der Emma eigentlich nur als weitere Eroberung betrachtet, durchzubrennen.

Emmas Naivität liegt darin begründet, dass sich die Welt der Romane eben nicht so ohne weiteres auf das Leben übertragen lässt und obwohl sich das Schicksal der Figur bereits sehr früh andeutet, schafft es Flaubert, die Geschichte mit einer Tragikomik und einer zum Ende hin packenden Dramatik zu versehen, als sich die Schlinge um Emma immer fester zerrt und in ein dramatisches Finale mündet. Wie wunderbar zu Flaubert charakterisieren in der Lage ist, wird gerade gen Ende des Romans deutlich. Madame Bovary, die schon zuvor eher als hysterische und undankbare Person erschien, macht jetzt selbst auf ihren Liebhaber Léon, einen jungen Anwalt, einen verheerenden Eindruck und auch die anderen zum Teil skurrilen Figuren der Provinz (insbesodere der Apotheker Homais) werden mit einer Genauigkeit beschrieben, wie man es vergleichbar nur von dem anderen großen Provinz-Roman des 19. Jahrhunderts, George Eliots 'Middlemarch' kennt.

Fazit
------
Für mich markiert Flauberts 'Madame Bovary' neben Balzacs Roman-Trilogie (Vater Goriot, Verlorene Illusionen, Glanz und Elend der Kurtisanen) den Höhepunkt der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Der Roman ist voller psychologischer Kniffe, raffiniert konstruiert und auch die sprachliche Gewandtheit Flauberts ist eine Freude. Zudem sind die Figuren vielschichtig und obwohl der Roman vom Thema her kaum Spannung zulässt, kann man insbesondere gen Ende das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Romane Fontanes, die sich mit derselben Thematik beschäftigen (z.B. 'L'Adultera', 'Effi Briest') erreichen das französische Original nicht und so ist 'Madame Bovary', das zum ZEIT-Kanon der 100 größten Meisterwerke der Weltliteratur gehört, d e r Ehebruch-Roman schlechthin, garniert mit einer für die Zeit unerhört offen angedeuteten (aber nicht explizit beschriebenen ) Szene in einer Pariser Kutsche...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Werk der Weltliteratur 15. September 2007
Von Regenfisch TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
1848 traten Freunde des noch recht unbekannten Schriftstellers Gustave Flaubert an ihn heran und beschworen ihn, doch mal etwas aus und über das Alltagsleben zu schreiben. Flaubert nahm sich diesen Ratschlag zu Herzen und stolperte beim Lesen der Zeitung über einen Bericht über eine gwisse Delphine Delamare, die mit ihrem Leben als Ehebrecherin nicht zurecht kam und sich deshalb umbrachte. Flaubert griff diesen Stoff auf und ihm gelang nach 5-jähriger Arbeit ein Werk der Weltliteratur.
Mit Kühle und journalistischer Genauigkeit zeichnet er das Leben der Emma Bovary auf. Diese heiratet, naiv an die Ehe als Erfüllung ihrer Träume glaubend, den Provinzartz Charles Bovary. Er selbst war gerade Witwer geworden und verliebt sich unsterblich in Emma. Diese merkt schnell, das die Realität nichts mit den Frauenfiguren in den von ihr geliebten Gesellschaftsromanen zu tun hat. So sehr sie sich auch bemüht- ihr Ehemann wird ihr immer verhasster. Schließlich flüchtet sie sich in Affären, doch auch diese finden ihr Ende und werden reizlos. Zunehmend erkrankt Emma psychisch, selbst die Geburt ihrer Tochter Emma verhilft ihr nicht aus dieser tiefen Depression. Sie tätigt Frustkäufe und als der Gerichtsvollzieher ihre Teppiche und kostbaren Stoffe pfänden will, fast sie einen endgültigen Entschluss.
"Madame Bovary" gilt als Mutter der Frauenromane und nach der Lektüre kann ich mir lebhaft den Aufschrei der bourgoisen Gesellschaft Frankreichs vorstellen. Ebenjene Gesellschaft war Flaubert von Grund auf verhasst. Die Szene der Landwirtschaftsversammlung verdeutlicht mit welcher Ironie und Satire Flaubert das Bürgertum in Szene setzt.
Mit "Madame Bovary" schreibt Flaubert auch ein Stück Erziehungskritik. So wird Emma in einem schöngeistigen Kloster erzogen und darf oder kann in ihrem weiteren Leben diese Leidenschaft nicht weiter ausleben. Was soll denn ihren Geist befriedigen? Emma wurde ohne Mutter und nicht sehr fürsorglich aufgezogen. Sie übertragt ihre Erziehung weiter auf Bertha und diese wird es wieder tun. Ein Muster, das sich bis heute hält.
Stilistisch und ihnaltlich gesehen ist der vorliegende Roman ein Kunstwerk und gehört verdient zur großen Weltliteratur.
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen unfassbar schlechte Übersetzung 25. November 2008
Von K. Kramer
Format:Gebundene Ausgabe
An all die, die mit dem Gedanken spielen, sich dieses Buch zu bestellen:

Ich habe diese Ausgabe von "Madame Bovary" vom Kaiser-Verlag gekauft und bin sehr unzufrieden damit !!!
Da ich zur Zeit in Toulouse französische Literatur studiere und wir gerade diesen Roman von Flaubert besprechen, habe ich mir die Übersetzung gekauft.
Leider handelt es sich weder um eine sinngemäße noch um eine wortgetreue Übersetzung, manche Passagen sind sogar einfach nicht übersetzt und weggelassen worden!!
Mit diesem Buch kann man nicht arbeiten, jedenfalls nicht, wenn man sich mit Flaubert beschäftigen will, da seine großartige Arbeit, die Ironie und das faszinierende Spiel mit Formulierungen in diesem Buch überhaupt nicht zur Geltung kommen.
Das Buch ist voll mit Rechtschreibfehlern und grammatisch vollkommen falsch konstruierten Sätzen, dazu kommen die haarsträubenden, stümperhaften Übersetzungen, die den Roman falsch darstellen!
Ich kann nur empfehlen, sich dieses Buch nicht anzuschaffen, es lohnt sich nicht!!!
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Vor 13 Tagen von Loonysbookworld veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen fordernde Lektüre, zeitlos brisant
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Vor 28 Tagen von mecedora veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen "Madame Bovary, c'est moi." soll Flaubert gesagt haben.
...Aber Flaubert ist ein Mann und damit frei. Meint er die Träume und Eitelkeiten? Sieht er sich auch als narzistische Persönlichkeit? Ich weiß es nicht. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von claudia-aus-grone veröffentlicht
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Vor 17 Monaten von sansibarin veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Nicht mehr 2011
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Vor 17 Monaten von Dorie Doktorfisch veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Der Zerfall einer anmutigen Göttin im hintersten Eck der Provinz
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Veröffentlicht am 17. März 2011 von Solzimer
5.0 von 5 Sternen "Nun fahren sie schon weiter..."
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Veröffentlicht am 29. Januar 2011 von Timo Brandt
5.0 von 5 Sternen "Madame Bovary - c'est moi"
Fünf Jahre feilte Gustave Flaubert (1821-1880) an seinem Gesellschaftsroman 'Madame Bovary' und schuf eines der buntesten Sittenbilder des Frankreichs Mitte des 19. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Januar 2011 von Mathiéu A.
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