Ein Film, der das seltene Kunststück zustande bringt, auf zarte Weise zauberhaft und in kräftiger Art bayrisch herzhaft zugleich zu sein.
Sehr schöne Bilder, der tiefe Einblick in urbayrisches Landleben ohne Kitsch aber mit viel Liebe und Humor, die schwebende Musik von Haindling und eine sehr anmutige Hauptdarstellerin, die einerseits zerbrechlich wirkt, aber andererseits kräftig fluchen kann, machen diesen Film zu einem kleinen Juwel in weiß-blauer Einfassung. Madame Bäurin bietet außerdem eine wunderschöne Liebesgeschichte und einen lauten scheppernden Knall,
der entsteht, wenn Stadt und Land sowie eine sensible, aber wehrhafte Frau und ein Bauernrüppel mit Herz aufeinanderprallen. Besonders hervorheben möchte ich die kurze Liebeszene im Getreidespeicher.
Bevor Getreidekörner auf feinfühlig erotische Weise über nackte Haut rieseln, wird dem bereits erwähnten Bauernschädel von seiner Liebsten der Kopf gewaschen, weil er zulangt wie ein Grobian. Und das lässt sie sich nicht von ihm gefallen. Tramplige Machomänner aufgepasst, da könnt ihr was lernen!
Zu lernen hat leider auch der bayrische Rundfunk.Er hat immer noch nicht begriffen, was das Medium DVD eigentlich bedeutet. Seine Ausgabe der "Löwengrube" war ja eine Schande! Bei "Irgendwie und Sowieso" hat man sich auch keine rechte Mühe gegeben.Mit "Madame Bäurin" befindet sich der bayrische Rundfunk zwar endlich auf dem richtigen Weg, aber der Weg ist noch lang.Die Bildqualität von "Madame Bäurin" ist in Ordnung, aber nicht wirklich gut. Es fehlt an Feinzeichnung und Schärfe. Fällt dies nur den echten DVD-Fan auf, so ist doch die blamable Verfassung des Zusatzmaterials zum Film selbst für jeden offensichtlich.Der bayrische Rundfunkt wagt es tatsächtlich nur einfache Texttafeln zu bieten. Bei einer DVD für über 20 Euro! Hier wird nicht im Ansatz der inzwischen normale, den Preis rechtfertigende Standard erfüllt, der sich durch ein Making of, Interviews und Audiokommentar auszeichnet. Mag sein,dass ich in meinen Ansprüchen übertreibe. Aber mir kann keiner erzählen, dass es ein Gebirgsmassive überwindender Aufwand gewesen wäre, zumindest den Franz Xaver Bogner(Regie) dazu zu bringen, ein wenig über sein Meisterstück zu plaudern.Diese Art mit bayrischen Meisterwerken umzugehen, kränkt den bayrischen Nationalstolz. Bekommt man doch den Einrduck, dass die anscheinend zurückgebliebenen Bayern nicht ganz wissen, was eine DVD eigentlich ist. Zugegeben dämpft DVD Nummer Zwei diesen vernichtenden Eindruck etwas ab. Zwar bezieht sich der gebotene Dokumentarfilm nicht direkt auf "Madame Bäurin", aber er bietet einen sehr guten Einblick in das anstrengende Leben von Frauen auf dem Lande vor der Technisierung. Hier zeigt der bayrische Rundfunk, was er wirklich kann, nämlich hervorragende Dokumentarfilme machen. Aber leider ist die Bildqualität zum Heulen.
Leute, die sich erst vor kurzem einen neuen hochauflösenden Fernseher geleistet haben, können einen da nur noch leid tun. Das Bild besteht eigentlich nur aus Grieselpunkten.Ein hübsches Mosaik.
Es ist ja so peinlich!