Es ist richtig, dass Butterfly ein Mädchen von 15 Jahren und (lt. Libretto) ein zierliches Wesen ist. Aber ich glaube nicht, dass es eine Sängerin auf der Welt gibt, welche mit 15 Jahren bereits in der Lage ist, eine Opernpartie zu singen. Dass Yasuko Hayashi nun, wie die meisten Sängerinnen und Sänger, welche ein Studium absolvieren mussten, mindestens Anfang Dreißig ist, ist wohl der kleinste Makel. Sie ist eine sehr anrührende Butterfly und macht diese Figur, da sie ja Japanerin ist, authentisch. Ich fand diese Authentizität als sehr gewinnbringend. Sie hat nicht nur eine wunderschöne Stimme, sondern sie bewegt sich ja auch, wie sich eben eine Japanerin bewegt, nicht wie eine Europäerin, welcher man sofort anmerkt, dass sie die Asiatin nur spielt. Auch die Sängerin der Suzuki,Hak-Nam Kim, gefällt mir gut. Die Japanische Kultur wurde in dieser Inszenierung sehr gut eingefangen. Ich fand es wunderbar, wie die Braut, von Schirmen verdeckt, dem Bräutigam zugeführt wird. Und Peter Dvorsky ist im ersten Akt ein absolut arroganter überheblicher Yankee, welcher meint, meilenweit über anderen Kulturen zu stehen. Giorgio Zancanaro ist ein wunderbar verständnisvoller, vornehmer Sharpless, welcher diese nicht übermäßig große Rolle sehr überzeugend gestaltet. Sehr gut gefallen hat mir Ernesto Gavazzi als verschlagener, hinterhältiger, schleimiger Goro.
Für mich eine absolut authentische schöne Aufführung, welche ich gerne weiterempfehle.