VORWORT FÜR DIE GANZ EILIGEN:
Am Ende der ausführlichen Rezension findet ihr eine kurze, stichpunktartige Zusammenfassung.
Vorweg eines: Endlich gibt es wieder ein Lenkrad für die XBox 360. Nachdem die MC-Vorläufer schon einige Jahre auf den Buckel haben und mittlerweile nicht oder kaum mehr erhältlich sind, hat MC für ein neues Lenkrad gesorgt. Nachdem das Microsoft wireless racing wheel nicht mehr produziert wird (und für teilweise horrende Preise von privater Hand veräußert wird), war es auch an der Zeit, dass die XBox-Community in echten Renngenuss kommt. Erst recht wenn man bedenkt, dass mit Codemasters Forumula 1 2010 ein echter Kracher vor kurzem in den Regalen der Händler erschien.
VERPACKUNG
Das Lenkrad und sämtliches Zubehör wurde so platzsparend wie möglich verpackt, dabei wird aber kein Einzelteil in irgendeiner Weise eingequetscht. Beschädigungen durch den Transport sind daher fast ausgeschlossen (außer der DHL-Bote fährt wie ein F1-Pilot in natura). Öffnet man die etwa 40x40x30 große Box, so findet man folgende Einzelteile vor:
- Lenkrad
- Gangschaltung
- Tischauflage inkl. Befestigungsschreibe und -mutter
- Beinhalterung links und rechts
- zweiteilige Pedaleinheit
- zwei Anti-Rutsch-Aufkleber
- Bedienungsanleitung
- Kabel zur Verbindung der Pedaleinheit mit dem Lenkrad
- 3 AAA-Batterien
AUFBAU
Der Aufbau ist sehr einfach und selbsterklärend. Das ist auch gut so, denn die Bedienungsanleitung ist eigentlich nur ein kleiner Zettel und nicht gerade sehr umfangreich. Die Pedaleinheit besteht aus dem Brems- und Gaspedal sowie aus einer Bodenauflage. Die zwei Einzelteile werden mit einem Handgriff zusammengesteckt. Anschließend klebt man einen der Anti-Rutsch-Aufkleber auf die Unterseite der Bodenauflage. Zur Wahl steht ein Aufkleber für Teppichboden sowie einer für Laminatboden (bzw. für gefließte Bodenbeläge). Damit ist ein nerviges Wegrutschen der Pedale wirkungsvoll verhindert. Im nächsten Schritt verbindet man das mitgelieferte Kabel am einen Ende mit der Pedaleinheit und am anderen Ende mit dem Lenkrad. Positiv ist anzumerken, dass das Verbindungskabel eine mehr als ausreichende Länge besitzt, selbst für sehr große Menschen, die die Pedale weit von dem Lenkrad aufstellen müssen. Das Lenkrad befestigt man mit zwei Handgriffen am Tisch und dreht die mitgelieferte Schraube so fest, dass das Lenkrad nicht mehr verrutschen kann. Nun steckt man noch kurz den Ganghebel in die vorgesehene Öffnung am Lenkrad (entweder links oder rechts, je nach belieben). Zum Schluss bringt man die Pedale in die gewünschte Position, legt die mitgelieferten Batterien in das entsprechende Fach am Lenkrad ein und schon ist man startbereit.
ERSTE SCHRITTE
Nachdem der Aufbau in ca. 3 Minuten erledigt ist, schaltet man die XBox 360 Konsole ein. Nachdem selbiges mit dem Lenkrad erfolgte (den XBox-Knopf in der Mitte des Lenkrads kurz gedrückt halten), drückt man den Verbingsknopf an der XBox und an der linken Seite des Lenkrads. Das Lenkrad wird prompt erkannt und man kann loslegen. Die Empfindlichkeit des Lenkrads kann man zusätzlich im Spielmenü einstellen, sodass man schnell gute Rundenzeiten hinlegen kann und sich sofort auf der Strecke wohl fühlt. Mit ein bisschen ausprobieren findet man schnell die richtige Einstellung.
Positiv ist auch, dass man wirklich nur das Lenkrad zur Navigation im Menü benötigt. Das funktioniert einwandfrei und intuitiv, da die Tasten auf dem Lenkrad die selbe Bezeichnungen haben, wie auf dem offiziellen XBox-Controller.
RENNGENUSS PUR
Ich habe das Lenkrad, das übrigens zu allen XBox 360 Spielen kompatibel sein müsste, mit dem Spiel F1 2010 getestet. Ich muss sagen, dass ich anfangs etwas skeptisch war, da es doch etwas infantil anmutet, wenn ein erwachsener Mann mit einem Lenkrad in der Hand vor dem TV-Gerät sitzt, jedoch wurde mir die Skepsis schnell genommen. Das Spielen mit einem Lenkrad macht noch mehr Spaß, als es mir mit dem Controller machte. Anfangs waren die Rundenzeit ziemlich bescheiden. Aber nachdem ich die ersten paar Runden gedreht habe und die für mich richtigen Einstellungen gefunden habe (*näheres dazu ganz am Ende des Tests*), verbesserten sich die Rundenzeiten rasant. Es ist nur noch eine Frage von Minuten, bis ich meine mit Controller erzeugten Rundenzeiten unterbiete. Wer möchte kann ein Headset am Lenkrad anschließen (keine Sorge, das Kabel geht nicht im Weg um) und sich so mit Freunden über XBox Live unterhalten.
HAPTIK
Das Lenkrad fühlt sich sehr gut an. Es ist zwar kleiner als ein echtes Autolenkrad, aber zum Glück (und das war mir sehr wichtig) nicht zu klein. Ich finde, es hat die ideale Größe. Die Handauflage ist aus Gummi, fühlt sich sehr gut an und verhindert auch bei schwitzigen Händen das abrutschen. Lässt man das Lenkrad nach einer Lenkbewegung los, geht es wie aus Geisterhand wieder rasch in die Ausgangsposition zurück. Die Pedaleinheit verrutscht keinen Milimeter, man kann sich also ganz auf das Renngeschehen konzentrieren. Die Pedale fühlen sich auch gut an und haben einen sehr guten Druckpunkt. Auch bei der Gangschaltung gibt es nichts zu mäkeln. Es ruckelt und hakt nichts.
AKUSTIK
Es knarzt und kracht absolut gar nichts. Man kann also den Rennsound in vollen Zügen genießen.
VERARBEITUNG
Ich bin vollkommen begeistert. Die Verarbeitung kann von hinten bis vorne begeistern. Sämtliche Einzelteile bestehen aus Kunststoff, wirken aber keinesfalls billig. Da ich ein ziemlich kritischer Mensch bin, achte ich sehr genau auf eine gute Verarbeitung. Die Spaltmaße sind an jeder Stelle identisch, es stehen keine kleinen Plastikspäne über, alles wirkt wie aus einem Guss.
OPTIK
Das Lenkrad und alle Einzelteile sind in schwarz und grau gehalten. Nur am Lenkrad selbst befindet sich auf 12 Uhr ein grüner Streifen, der die Rennoptik etwas unterstreicht. Manche mögen vielleicht meinen, dass ein weißes Lenkrad besser aussehen würde. Dem schließe ich mich an, nur aus lange Sicht gesehen wird man an einem dunkel gehaltenen Lenkrad mehr Freude haben, da man keine Fingerabdrücke, Schlieren oder ähnliches sieht. Ein vergilben (für die Raucher unter uns) ist nicht zu befürchten.
VERFÜGBARKEIT
Nach meinen Auskünften ist das Lenkrad in Deutschland erst Mitte November erhältlich. Vereinzelt gibt es das Lenkrad in Großbritannien schon, jedoch zu einem höheren Preis (man beachte die Versandkosten und den z. Z. wieder stärkeren Pfund). Manche Anbieter aus UK liefern das Lenkrad aufgrund der Größe erst gar nicht nach Deutschland.
WAS WÄRE WENN?
Sollte das Lenkrad doch einmal nicht funktionieren, dann findet man im kleinen Handbuch ein paar Möglichkeiten zur Fehlerbehebung. Im Falle eines Defektes kann man das Lenkrad an den Hersteller zurückschicken und es umtauschen bzw. reparieren lassen. Der Hersteller übernimmt eine Garantie von 24 Monaten.
ANMERKUNG
Nach meinen Informationen ist das Lenkrad nur mit der XBox 360 kompatibel. Sorry an alle PC- und PS3-Zocker, aber für eure Systeme gibt es zum Glück genug Auswahl an guten Lenkrädern - jetzt sind die XBox-Fans auch einmal an der Reihe.
* Vielleicht interessiert sich jemand für meine Lenkradeinstellungen bei F1 2010:
Lenkradspiel: 0 %
Lenkradsättigung: 100%
Lenkradlinearität: 50 %
Gaspedalspiel: 20 %
Gaspedalsättigung: 85 %
Bremspedalspiel: 20 %
Bremspedalsättigung: 85 %
einzustellen unter Optionen -> Fahrsteuerung -> Erweiterte Lenkradeinstellungen
ZUSAMMENFASSUNG
Positive Punkte sind
+ platzsparende und trotzdem sichere Verpackung
+ schneller Auf- und Abbau
+ Verarbeitung (perfekt, keine unterschiedlichen Spaltmaße, kein knarzen, gute Materialauswahl)
+ Haptik (kein abrutschen möglich, auch auf Dauer sehr angenehm, großes Lenkrad, große Pedale, gute Druckpunkte)
+ Optik (mir gefällt das Lenkrad zumindest, aber das ist schließlich Geschmacksache)
+ Spaßfaktor (sehr sehr hoch, viel realistischer als mit einem Controller)
+ Bedienkomfort (auch für Anfänger und Neulinge sehr geeignet, intuitiv, kein Kabelgewirr, Lenkrad geht in Ausgangsposition automatisch zurück)
+ mit allen XBox 360 Renntiteln kompatibel
Negative Punkte sind
- in Deutschland offiziell erst ab dem 15.11.2010 verfügbar
- sehr kurzes Handbuch (das Lenkrad ist jedoch selbsterklärend)
- keine Unterstützung von Force Feedback, keine Vibration
Weder noch
0 Herstellergarantie von 24 Monaten (ist aber mittlerweile üblich)